Das ist der Schulz-Effekt: SPD-Chef Markus Grill hat gleich zehn neue Parteibücher ausgeben können.Gleixner

SPD-Jahresauftakt

Jahresauftakt der SPD: „2017 muss das Jahr der Sozialpolitik sein“

Der Martin-Schulz-Effekt hält auch im Landkreis Einzug. Viele Neuzugänge kann man verbuchen - und es herrscht Aufbruchstimmung bei den Genossen.

Freising – Vom bundesweiten Aufwind der SPD sind auch die Freisinger Genossen erfasst worden. Fast schon euphorisch wurde der Eintritt von zehn neuen Mitgliedern in den vergangenen Tagen gefeiert. Im Moment haben die Sozialdemokraten im Unterbezirk (Kreisverband) Freising 415 Mitglieder. „Wieder so viel wie vor vier Jahren“, bilanzierte Regionalgeschäftsführer Markus Grill.

Bei einer Pressekonferenz stellten die Granden der SPD die geplantem Aktivitäten im Wahljahr 2017 vor. Bundestagskandidat Andreas Mehltretter wird dabei im Laufe des Wahlkampfs das Thema „soziale Gerechtigkeit“ in den Vordergrund stellen, wie er sagte. Aber auch das Thema Donald Trump soll laut Mehltretter thematisiert werden. Denn: „Wir können das noch gar nicht so fassen, was da vor sich geht“. Er glaubt, dass das „erst der Anfang dessen ist, was da noch kommt. Und das betrifft ja auch uns“. Der Kandidat für ein Mandat in Berlin freute sich über den Rückenwind, den der designierte Kanzlerkandidat Martin Schulz gebracht habe.

Aber die Bundestagswahl sei das eine, die Arbeit vor Ort, etwa die der Stadtratsfraktion, das andere. Auch hier gehe es um Gerechtigkeit, wie Markus Grill anmerkte. So sei er zwiegespalten, was die Rettung des „Abseits“ unter Mithilfe der Stadt angehe. „Wir müssen schauen, dass die großen Projekte, die in Freising angepackt wurden, auch erfolgreich abgeschlossen werden“. Da sei es schon eine Frage, ob die Kommune eine private Initiative unterstützen soll – obwohl das „Abseits“ eine erhaltenswerte Kulturstätte sei. Freising bräuchte aufgrund des Bedarfs etwa ein zweites Frauenhaus. „Die Nachfrage ist sechsmal so groß wie das Angebot“, so Grill. Der Freistaat gewähre für die 40 Frauenhäuser in Bayern gerade mal 2,5 Millionen Euro an Zuschüssen und lehnte die Aufstockung um das Doppelte ab, ergänzte Mehltretter. Dass Freising keine Insel der Seligen sei – trotz geringer Arbeitslosigkeit – unterfütterte SPD-Geschäftsführer Grill mit dem Hinweis auf die Tafel, das Rentabel und eine fehlende Obdachlosenunterkunft. „Es gibt auch in Freising verdeckte Armut. 2017 muss das Jahr der Sozialpolitik sein.“

Die Arbeitsgemeinschaften der SPD, die Jusos und die AfA (Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen) sind im Unterbezirk gut eingespielte Einrichtungen. Kandidat Andreas Mehltretter kommt ja aus dem „Juso-Stall“ und freute sich, dass man eine sehr aktive Truppe sei. „Die jungen Leute sehen, dass man etwas tun muss“.

Aktiv sind auch die Arbeitnehmer in der SPD Freising, wie deren Vorsitzender Herbert Hahner bei der Pressekonferenz betonte. Die sich ständig ändernde Arbeitswelt stelle auch die Frage, ob etwa das Betriebsverfassungsgesetz noch den Bedingungen genüge. Die 3. Startbahn wird ebenfalls in diesem Jahr ein Thema bleiben, wie Mehltretter und Grill unisono sagten. Hier hätte die Freisinger SPD mit der stellvertretenden Münchner SPD-Vorsitzenden Isabell Zacharias (MdL) eine Verbündete „auf die wir zählen können“.

Heinz Mettig

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