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Kann auf eine beeindruckende Wechselbank zurückgreifen: Franz Weinzierl aus Freising hat 150 Zapfhähne in seiner Sammlung. 50 davon sind derzeit im Asamfoyer zu sehen.

Ausstellung

Jeder Hahn ein eigener Charakter

Freising - Zapfhähne verschiedenster Formen und unterschiedlichsten Alters gibt es im Asamfoyer zu bestaunen. Der Freisinger Franz Weinzierl hat sie gesammelt und quasi zu jedem eine Geschichte. Mindestens.

Frisch vom Fass schmeckt es am besten. Wie das Bier in Krug und Glas kommt, das wissen jedoch die wenigsten so ganz genau. Franz Weinzierl ist ein Experte auf diesem Gebiet. Rund 150 Zapfhähne hat der Freisinger im Laufe seines Lebens gesammelt. 50 davon sind derzeit im Rahmen einer Ausstellung im Freisinger Asamfoyer zu bewundern.

Und wenn der Pensionist von seinem Hobby erzählt, dann ist er so richtig in seinem Element. Am Donnerstagnachmittag durfte sich das Freisinger Publikum davon überzeugen. Klassische englische Bierzapfhähne aus dem England des 18. Jahrhunderts, ein Wasserhahn mit Schwanenkopf aus dem Frankreich des 19. Jahrhunderts oder Weinhähne aus dem Elsass.

Viele der Sammlerstücke habe er auf Flohmärkten erstanden, verrät Weinzierl. In Paris, Nürnberg oder München sei er fündig geworden, doch auch während einer Urlaubsreise auf der Mittelmeerinsel Malta habe ihn die Sammelleidenschaft nicht losgelassen. Als Kind habe er einen Bierzapfhahn von seinem Vater geschenkt bekommen und damit sei eine lebenslange Passion geweckt worden. Egal, ob es antike Zapfhähne sind oder solche aus neuerer Zeit: Franz Weinzierl hat zu jedem Exponat eine Geschichte zu erzählen. Wie etwa zu den Wechsel – so wird der Bierhahn auch genannt – der legendären Herstellerfirma Stolz & Reindl. Starkoch Alfons Schuhbeck bediene sich eines solchen Fabrikats. Oder der Hornacher Hans, jener berühmte Schankkellner, der zu Lebzeiten den Augustiner Edelstoff so schnell wie sonst keiner in die Krüge fließen ließ. „Eine Maß hat der in weniger als zwei Sekunden gefüllt“, berichtete Weinzierl.

Und dass Wechsel nicht gleich Wechsel ist, mache das Ausschenken oft verzwickt. Zwei Bierhähne der gleichen Firma, die sich äußerlich aufs Haar glichen, müssten nicht gleich laufen. Erfahrene Schankkellner beharrten darauf, dass jeder Zapfhahn einen eigenen Charakter habe. Die Zuhörer erfuhren auch, warum der Zapfhahn eigentlich „Hahn“ heißt: wegen des früher oft in der Form eines Hahnes ausgestalteten Griffs.

Übrigens: Schon in der Antike bediente man sich der Technik, wie Weinzierl betonte. Philon von Byzanz beschrieb um 230 v. Chr. Mehrweghähne zum Zapfen verschiedener Weinsorten. Die frühesten mittelalterlichen Belege stammten aus dem 13. Jahrhundert Möglicherweise befinde sich unter seinen Exponaten sogar ein solcher, mit dem das typische englische Bitterbier „Ale“ gezapft werde, mutmaßt Weinzierl. Doch das habe ihm bisher noch niemand bestätigen können.

Gut zu wissen

Wer noch mehr wissen möchte, sollte am Dienstag, 7. Juni, um 17 Uhr ins Asamfoyer kommen. Dann ist Weinzierl nochmals anwesend.

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