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Blumen lässt Anton Kratzl auf die Gläubigen regnen. Und die sind begeistert von der Idee.

Das Pfingstwunder 

In Johanneck regnet es Pfingstrosen

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Pfingstrosen, getrocknete Blütenblätter und Blüten regnet es am Pfingstmontag in der Kirche in Johanneck. Was hat es mit diesem Pfingstwunder auf sich? Wir haben nachgefragt.

Paunzhausen Es ist eine fast vergessenekirchliche Tradition an Pfingsten, die in unserer Gegend auch nur selten zu finden ist. Pfarrgemeinderatsvorsitzende Ursula Graber hat über dieses schöne Spektakel gelesen, darüber, dass diese Tradition an Pfingsten in einer Kirche in München zelebriert wird. Und sie war so von dieser Idee begeistert, dass sie diese im vergangenen Jahr erstmals in Johanneck umgesetzt, das Pfingstwunder, wie sie sagt, in ihrer Pfarrei zum Leben erweckt hat: Nach dem Evangelium regnet es tausende von Blüten von der Kirchendecke. Anton Kratzl, Mitglied der Kirchenverwaltung, steht – für die Gläubigen in der Kirche unsichtbar – im Dachstuhl der Kirche und lässt das Blütenmeer herabregnen.

Möglich ist das nur, weil die Kirche Mariä Himmelfahrt in Johanneck – dort wird in der Pfarrei Paunzhausen traditionell der Pfingstgottesdienst gefeiert – über ein sogenanntes Heiliggeistloch, auch Pfingstloch genannt, verfügt. Dabei handelt es sich um eine Öffnung in der Decke der Kirche. Ursprünglich als Lüftungsöffnung gedacht, wurde und wird es in manchen Gotteshäusern an Pfingsten dazu genutzt, eine Holztaube herunterzulassen, eine weiße Taube durch die Öffnung freizulassen – oder eben für einen Blumenregen. 

Und beim ersten Mal im Jahr 2017 gab es gleich was zu Lachen, wie Graber erzählt: „Es war sehr warm, deshalb hatten wir die Kirchentür geöffnet. Zusammen mit dem Loch in der Decke entfaltete sich durch den Durchzug eine Kaminwirkung, so dass die getrockneten Blüten nach oben gezogen wurden, anstatt auf den Boden zu gleiten.“ Dafür fielen aber die frischen Blumen, die freilich schwerer sind, zu Boden. Die Kinder formten nach dem Gottesdienst ein Herz daraus. Einen großen Wäschekorb voller Blüten, die Ursula Graber im Vorfeld gesammelt hatte, hat Anton Kratzl im vergangenen Jahr durch die Kirchendecke gestreut. Die meisten Blumen waren freilich Pfingstrosen.

Nicht nur die Kinder, alle Gläubigen in Paunzhausen waren schon im vergangenen Jahr begeistert von Ursula Grabers Blüten-Idee, die sich einreiht in viele andere schöne Kleinigkeiten, die den Pfingstgottesdienst zu einem ganz besonderen machen. So werden nach den von den Gläubigen vorgetragenen Fürbitten kleine Papiertauben geworfen, die dann durch die Kirche segeln.

 „Und am Schluss erfährt man sogar, wie der Heilige Geist schmeckt“, erzählt Ursula Graber mit einem Augenzwinkern. Graber bäckt im Vorfeld für die gesamte Kirchengemeinde kleine runde Pfingstkekse mit einer Taube drauf. Und wenn das Wetter mitspielt, gibt es nach dem Gottesdienst unter freiem Himmel Kaffee, Kuchen, Leberkäs’ und Kartoffelsalat.

Gut zu wissen

Der Pfingstgottesdienst in Johanneck beginnt am Pfingstmontag um 10 Uhr. Das Motto: „Wenn sich der Himmel öffnet und der Glaube blüht.“ Die musikalische Leitung liegt in den Händen von Regina Chalupper mit ihrer Gruppe Auszeit.

Andrea Beschorner

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