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Jeder kennt sie

Jubiläum in Langenbach: Die „Alte Wirtin“ wird 90

Langenbach – Welcher Langenbacher kennt sie nicht, die frühere „Alte Wirtin“, Karoline Daimer. Sie wird am Dienstag 90 Jahre alt.

Im gesamten Landkreis Freising und darüber hinaus war ihre Gaststätte bekannt und beliebt, die sie von 1955 bis 1991 zusammen mit ihrem Ehemann Andreas Daimer geführt hatte.

Und sie ist das, was man eine echte Langenbacherin nennen kann: Karoline Daimer, geborene Laschinger, kam heute vor neunzig Jahren am Raster Berg auf dem „Stricker“-Anwesen als fünftes von neun Kindern zur Welt. Ihre Kinder- und Jugendzeit war geprägt von Not und manchen Entbehrungen. Denn: Die kleine Landwirtschaft reichte kaum aus, um die vielen Kinder mit dem Nötigsten zu versorgen. Zu allem Übel verstarb auch noch ihre Mutter nach einer erneuten Schwangerschaft im Alter von nur 43 Jahren.

Damals war sie zehn Jahre alt. Zusammen mit ihrer älteren Schwester Anne mussten die beiden Mädchen unter sieben Brüdern von nun an sämtliche Arbeiten im Haushalt und im Stall des Bauernhofes übernehmen. Vier ihrer Brüder wurden im Zweiten Weltkrieg eingezogen, von denen zwei von der Ostfront nicht mehr zurückkehrten – ein schmerzlicher Verlust für die ganze Familie.

Im Jahre 1955 heiratete sie den Gastwirt Andreas Daimer und übernahm mit ihm die kleine Bauernwirtschaft „Zum Alten Wirt“ an der damaligen Durchgangsstraße von Freising nach Moosburg gelegen. Ausgestattet mit einem ordentlichen Geschäftssinn erkannte sie bald, dass ihre Kocherfahrungen hier von großem Nutzen sein könnten.

Im Laufe ihrer 36-jährigen Betriebsführung wurde aus der kleinen Bauernwirtschaft bald ein gutgehendes Gasthaus mit preisgekrönter Küche. Fast alle Vereine von Langenbach fanden hier ein Zuhause und einen gemütlichen Stammtisch. Zweifelsohne war es das Verdienst von „Lina“ Daimer, dass sie bei ihrem Ausscheiden aus der Gastwirtschaft im Jahre 1991 einen bestens geführten Betrieb hinterließ.

Aber trotz der vielen Arbeit in der Gaststätte schaffte es die Jubilarin immer auch, für ihre vier Kinder eine fürsorgliche Mutter zu sein. Ihre Hingabe und Unterstützung wissen bis heute nicht nur sie, sondern auch die sieben Enkelkinder zu schätzen, von denen zwei in Kanada leben. Sie alle lieben ihre Oma und wissen, was sie an ihr haben.

Wie früher beim „Alten Wirt“, so ist es auch bis heute üblich, sich bei „Tante Lina“ zu allen möglichen Familienfeiern zu treffen. Mehr denn je ist sie der Mittelpunkt ihrer großen Familie und zahlreichen Verwandtschaft. Als letzte noch lebende Zeugin der großen Laschinger-Familie hofft sie natürlich, dass all die Geschichten, Bilder und Erzählungen von früher der nächsten Generation weitergegeben werden. Diese Hoffnung dürfte sich gewiss erfüllen, denn nach derartigen Originale wie der „Daimer Lina“ muss man heute lange suchen.

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