Jugendstadtrat: "Können viel erreichen"

Freising – Alle vier Wochen trifft sich die Projektgruppe Jugendstadtrat im Freisinger Rathaus. Seit April vergangenen Jahres wird der Jugend damit die Möglichkeit der Mitsprache eingeräumt.

Dass sich die kleine Gruppe gerne fest etablieren möchte, wurde bei der jüngsten Sitzung deutlich: Möglichst bald will man einen Sprecher benennen.

Felix, Simon, Valentin und Philomena sind die Ersten, die gegen 17.30 Uhr im kleinen Besprechungszimmer im ersten Stock des Rathauses eintreffen. Die Mittel-, Real- und Wirtschaftsschüler wirken offen, freundlich und selbstbewusst. Sie sind bereits seit einigen Monaten im Projekt engagiert. Der 19-jährige Etienne trifft heute zum ersten Mal auf die kleine Gruppe. „Toll“ – Stadtjugendpfleger Fritz Andresen ist begeistert. Und da ist dann auch noch Svenja: Mit munterem Blick gesellt sich die zierliche, rothaarige Schülerin an den Besprechungstisch. Alles ist angerichtet. Die Sitzung kann beginnen.

Robert Zellner vom Amt für Soziale Angelegenheiten der Stadt Freising ist ebenfalls anwesend. Er berichtet über die Aufbereitung der Anregungen, die die Jugendlichen in den vorausgegangenen Sitzungen eingebracht hatten. Die Abfallbehälter neben den Parkbänken entlang des Meditativen Isarwegs seien restlos überfüllt gewesen – das war es, was Philomena beim jüngsten Treffen des Gremiums angemahnt hatte. Prompt habe der Bauhof reagiert, sagte Zellner. „Dringend notwendig“ sei die Aufräumaktion gewesen.

Über eine weitere Forderung, die von den Mitgliedern des Jugendstadtrats eingegangen war, musste aber kräftig diskutiert werden: Ob denn der Fuß- und Radweg zwischen Freising und Marzling entlang der Bahnlinie nachts nicht beleuchtet werden könne? Da gebe es Bedenken von Seiten des Naturschutzes, erklärte Zellner. „Ihr müsst euch vorstellen, da sind ja bei Dunkelheit viele Tiere unterwegs. So ohne Weiteres kann deren Lebensraum nicht umgemodelt werden.“

Der Sachgebietsleiter beurteilte es als ausgesprochen positiv, dass mit dem Jugendstadtrat nun künftig alle Spektren in den gesellschaftspolitischen Prozess der Agenda 21 eingebunden seien. Allerdings rate er dazu, mit möglichst wenig Bürokratie auszukommen. Ohne Satzung und gewählte Vorstandschaft funktioniere die Arbeit in der Agenda 21-Projektgruppe der Senioren bestens, nannte Zellner als Beispiel. „Die haben erkannt, dass man als Interessengruppe viel erreichen kann.“

Infos zum Planungsstand der Innenstadtkonzeption werde es in einer der nächsten Sitzungen geben, sagte Zellner. Ein Mitarbeiter des Planungsamts habe sich bereit erklärt, darüber zu referieren. Zudem werden die Jugendlichen bald einen Antrag formulieren, ob die Stadt Freising denn nicht Flächen für Graffiti-Kunst zur Verfügung stellen könne.

Gut zu wissen

  • Die nächste Sitzung des Jugendstadtrats ist am 10. März um 17.30 Uhr im kleinen Besprechungszimmer des Rathauses.
  • Mitglied kann jeder werden, der zwischen zwölf und 20 Jahre alt ist. Voraussetzung dabei ist, dass die Jugendvertreter eine Freisinger Schule besuchen. Auch Mitglieder einer politischen Jugendorganisation sind willkommen.

Maria Martin

Rubriklistenbild: © dpa

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