Junge Diebe verurteilt

Hallbergmoos – Ein 15-jähriger Azubi aus Hallbergmoos hat sich schon einiges zu Schulden kommen lassen – mehrfach ist er wegen Diebstahls aufgefallen. Seine Mutter schickte ihn ins Jugendwerk Birkeneck, wo er sich offenbar besserte. Jetzt wurde er aber wieder erwischt – zusammen mit einem 20-jährigen Spezl.

Vor dem Amtsgericht Freising mussten sich der 15-Jährige und der fünf Jahre älterer Mittäter (20) aus dem Senegal wegen gemeinschaftlichen Diebstahls verantworten. In einem Supermarkt hatten die Jungs beschlossen, sich Zigaretten zu beschaffen. Der 15-Jährige steckte die Kippen im Wert von insgesamt 11,50 Euro ein. Beide Angeklagte sind als Diebe einschlägig vorbelastet.

Ihren Sohn hatte die alleinerziehende Mutter zuletzt immer weniger in den Griff bekommen. Als der 15-Jährige nach einer Reihe höchst unangemessener Vorfälle auch noch die Nachbarn bestahl, platzte ihr der Kragen. „Ich hatte die Schnauze so was von voll“, erläuterte sie dem Gericht. Sie hatte ihn nach Birkeneck verfrachtet.

Die aus Verzweiflung geborene Maßnahme fruchtete wider erwarten zügig. Betreuer fanden offensichtlich Zugang zu dem Angeklagten. Im Prozess war nur Gutes über das 15-jährige Sorgenkind zu hören. „Das ist ein Junge, der sich gut macht bei uns und sich an die Regeln hält.“ In Birkeneck trat der junge Mann sogar eine Ausbildung an.

Ebenfalls angetan von der positiven Entwicklung, die der 15-Jährige in Birkeneck einschlägt, verurteilte ihn das Gericht zu 50 Sozialstunden. Sein Mittäter hingegen durfte kaum damit rechnen, mit ein paar Arbeitsstunden davon zu kommen. Der 20-Jährige ist fünffach vorbelastet. Zwei Mal bereits wurden Freizeitarreste gegen ihn verhängt.

Richter Boris Schätz sah sich nicht in der Lage, von bereits verhängten Arreststrafen zurückzurudern. Der Angeklagte könnte das Signal in den falschen Hals bekommen – zumal er sich von bisherigen Wochenendarrestaufenthalten nicht weiter beeindrucken hat lassen. Schätz entschied, den 20-Jährigen zu einer Woche Dauerarrest zu verurteilen.

Sollte er erneut straffällig werden, müsste der 20-Jährige nicht bloß mit einer Freiheitsstrafe von wenigstens sechs Monaten rechnen. Ernsthafte Probleme dürfte ihm die Ausländerbehörde bereiten: „Die mögen es nicht, wenn jemand, der zu Gast ist in diesem Land, das Strafgesetzbuch durchackert.“ Dem Angeklagten sei die Möglichkeit eingeräumt worden, hierzulande in Frieden zu leben. „Und so revanchieren Sie sich. Das ist nicht in Ordnung“, beendete Schätz den Prozess.

Rubriklistenbild: © dpa

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