Schülerfirma zieht Zwischenbilanz

Junge Unternehmer auf der Überholspur

Allershausen - Rasenmähen, mit dem Hund Gassi gehen, Babysitten – alles halb so wild, wenn man mal keine Zeit dazu hat. Zumindest nicht in Allershausen: Dort kümmert sich eine Schülerfirma darum. Die Klassen 9a und 9b haben sich quasi auf dem Dienstleistungssektor selbständig gemacht.

Mit 45 Cent hat am Beginn des Schuljahres 2015/2016 alles angefangen. Heute schlagen in einer Zwischenbilanz der „Allershausener Schülerfirma“ (ASF) gut 1700 Euro zu Buche. Die gab Geschäftsführer Luc Burggraf (16), Schüler der 9b an der Grund- und Mittelschule Allershausen, bei einer Art Bilanzkonferenz bekannt.

Es handelte sich um eine sehr detaillierte, in Soll und Haben aufgeteilte Tabelle, die alle Eingaben und Ausgaben der ASF auflistete. Das sah sehr professionell aus. Und professionell wirkte auch die Präsentation des Geschäftsführers. Der teilt sich die Leitung der Firma mit Stellvertreterin Elena Gießler. Der Betrieb ist straff strukturiert, wie ein ebenfalls vorgestelltes Organigramm zeigte. Die Firma ist demzufolge klar getrennt in Produktion, Dienstleistung, Verkauf und Verwaltung. Sie zählt gut 40 Mitarbeiter, junge Leute, die in der eigenen Schreinerei, auch Werkraum genannt, tüchtig anpacken und sich um Marketing oder Personal kümmern.

Die beiden „externen“ Berater und Betriebsprüfer, Thomas Meiler, Klassenleiter der 9a, und sein Kollege Alexander Elzenbeck, Klassenleiter 9b, können jedenfalls stolz sein auf ihre Schützlinge. Die kriegen nämlich vieles ganz alleine hin, wie sich etwa beim „Catering“, sprich beim Kaffee-und-Kuchenverkauf, beim Elternsprechtag zeigte. Ganz zu schweigen in der Unterabteilung Deko, einer Design-Werkstatt in der man bereits Weihnachtsbäume und Christsterne aus Holz entworfen und gefertigt und auf dem schuleigenen Basar an Eltern, Omas und Opas gebracht hat.

Aktuell ist ein Holzpferd in Arbeit. Eine Auftragsarbeit einer Schüler-Mutter, die einen Reitstall hat. „Es ist ein Deko-Pferd, die Vorlage haben wir aus dem Internet herausgesucht. Das war erst ein DIN-A4-Blatt und dann haben wir das auf dem Schulkopierer auf die größte Größe gebracht“, erklärt Matthias Badhorn, Abteilungsleiter Produktion. Um ihn herum stehen Kollegen wie Martin Eggendinger (15) oder Kimberly Hormel (15), die fleißig an der Holzpferdschablone Hand angelegt haben – und zwar so richtig mit Schleifpapier und Pinsel.

Besonders beeindruckend: „Das Ganze machen sie neben dem Quali“, sagt Meiler, bevor es im Laufschritt durch den Schulflur zur nächsten Abteilung geht. Die ließe sich am Besten mit „Gartenarbeit aller Art“ beschreiben. Tobias Umkehrer (15) und Anna Lehmeier (14) haben beispielsweise während ihrer Schulzeit einen Auftrag bei einer älteren Frau im Ort erledigt. Rasen mähen und Hecke schneiden standen auf dem Stundenplan, statt Mathe, Deutsch und Englisch. Eine schweißtreibende Angelegenheit, die pro Stunde für jeden fünf Euro eingebracht hat. Insgesamt haben die jungen Unternehmer mit der Aktion 20 Euro verdient, die wiederum die Bilanz von Burggraf ein wenig aufgebessert haben dürften.

Eine Bilanz, die noch ausbaufähig ist, wie die Verantwortlichen bei besagter Präsentation einräumten. Das ursprünglich ausgegebe Umsatzziel von 3500 Euro ist nach aktuellem Stand der Dinge jedenfalls bis Ende des Schuljahrs nicht mehr zu erreichen. Ein Beinbruch ist das aber nicht, wie Meiler zu verstehen gab. Man hat die Prognose einfach nach unten korrigiert und geht jetzt eben von 2500 Euro aus. Ganz wie im richtigen Leben auch.

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