SPD stellt Bundestagskandidaten auf 

Kampf gegen Rechts hat oberste Priorität

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Freising/Schweitenkirchen - Sein Lieblingsgericht ist Omas Schweinebraten, seine Lieblingsband sind The Flaming Lips, seine politische Heimat ist die SPD. Und für die steigt Andreas Mehltretter nun als Bundestagskandidat in den Ring.

Die Wahl war vorüber, Andreas Mehltretter (Jahrgang 1991) hatte sich gerade ganz klar gegen seine Mitbewerberin Cornelia Arlt durchgesetzt, da gab es schon die ersten Vorschusslorbeeren für den Mann, der im September 2017 bei den nächsten Bundestagswahlen für die Genossen die Kastanien aus dem Feuer holen soll: „Ein wichtiger Impulsgeber und ein leidenschaftlicher Genosse“ sei Mehltretter, würdigte der Freisinger SPD-Kreisvorsitzende Peter Warlimont den frisch gekürten Bundestagskandidaten der SPD für den Wahlkreis Freising, Pfaffenhofen, Schrobenhausen und Aresing. Es war ein ruhiger, unaufgeregter Donnerstagabend im Vereinsheim zu Schweitenkirchen.

Rund 20 Minuten legte Mehltretter den erschienenen 46 Delegierten aus 20 Ortsverbänden des Bundeswahlkreises dar, wieso er die SPD-Fahne im Wahlkampf hochhalten und was er als MdB in Berlin erreichen wolle: „Oberste Priorität“ habe der Kampf gegen Rechts. Rassismus, Rechtspopulismus, Antisemistismus und Co. müsse man entschieden entgegentreten, forderte der Freisinger. Und: „Wir müssen nicht nur nur der AfD ihre Grenzen aufzeigen“, forderte Mehltretter, sondern auch der CSU, bei der Äußerungen wie die von Generalsekretär Andreas Scheuer ungestraft blieben. Dabei dürfe man aber nicht übersehen, so Mehltretter, dass es Defizite in Deutschland gebe, die solche gesellschaftlichen Tendenzen beförderten und deshalb bekämpft werden müssten: Soziale Ungerechtigkeit und mangelnde Chancengleichheit nannte Mehltretter, der - ganz Genosse - beispielsweise mit der Reform der Einkommen- und Erbschaftssteuer plus Einführung der Vermögenssteuer dafür sorgen will, „dass Deutschland wieder ein gerechteres Land wird“. Zudem müsse Schluss mit der Finanzpolitik des „inkompetenten“ Wolfgang Schäuble sein, der mit seinem rigorosen Sparkurs auch „Europa in den Ruin treibt“. Waffenexporte müssten strikt beschränkt werden, Deutschland müsse wieder „Vorbild und Vorreiter“ bei der Energiewende werden.

Der Lohn dieser Bewerbungsrede: 39 Stimmen für den Student der Volkswirtschaftslehre und der Politikwissenschaften, der seit vier Jahren Juso-Kreisvorsitzender und stellvertretender Kreisvorsitzender der SPD in Freising ist. Eine Stimme war ungültig, vier Genossen enthielten sich, zwei Stimmen fielen auf Cornelia Arlt.

Die Fremdsprachenkorrespondentin und Genesungsbegleiterin, die 17 Jahre lang in München Taxi gefahren war und auch „einen buddhistischen Hintergrund“ besitzt, hatte sich kurzfristig für eine Bewerbung entschieden. Sie wolle sich für Menschen einsetzen, „die abgehängt sind“, wolle auch nochmal über Hartz IV reden, sie stehe aufgrund ihrer Erfahrungen für Glaubwürdigkeit.

Die spontanen und unvorbereitet wirkenden Sätze der Frau aus Pörnbach (Jahrgang 1965) kamen bei den Delegierten offenbar nicht so recht an. Besser angekommen wäre wohl die neuerliche Bewerbung von Florian Simbeck. Doch der bekannte Komiker muss im kommenden Jahr mit seinem neuen Soloprogramm durch die Republik touren, um seine Brötchen zu verdienen. Aus diesem grund, ließ Simbeck mitteilen, könne er eine Wahlkampftour nicht auch noch stemmen. Andreas Mehltretter allerdings kann das schon.

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