Er ist der Leiter der Musikschule: Markus Staudt will Bürgermeister in Zolling werden. 

Gespräche mit den Vorsitzenden der Parteien und Gruppierungen Zollings

Kandidatensuche in Zolling: Ein Neuer, ein Bekannter und einer, der noch gefunden werden muss

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In Zolling tut sich was vor den Kommunalwahlen im kommenden Jahr. Der amtierende Bürgermeister tritt nicht mehr an. Die einen haben schon Kandidaten gefunden, andere suchen noch. 

Zolling – Landauf, landab bringen sich die Parteien für den Kommunalwahlkampf im März 2020 in Position. In Zolling steht dann ein Wechsel im Rathaus an, da Bürgermeister Max Riegler nicht mehr antreten wird. Parteien und Gruppierungen sind nun auf der Suche nach geeigneten Kandidaten – oder haben sie bereits gefunden.

CSU hat einen

Wie die CSU in Zolling: Im Vorstand hat man sich bereits auf einen Kandidaten geeinigt, und Maximilian Falkner klingt beinahe euphorisch: „Wir sind motiviert und sehr zufrieden, bei uns ist etwas am Wachsen“, sagt er. Bereits seit dem Frühjahr sei man mit dem potenziellen Kandidaten in Kontakt, im Sommer habe man schon gute inhaltliche Gespräche geführt. Im Vorstand war man sich einig, jetzt muss die Versammlung im Herbst den Wunschkandidaten noch offiziell nominieren. Gehört haben schon einige, wer es sein wird, deshalb macht Falkner auch kein Geheimnis mehr daraus: Markus Staudt, den Zollingern wohl bekannt als Vorsitzender des Musikvereins. Mit diesem Kandidaten finde auch eine deutliche Verjüngung statt: Staudt ist 44 Jahre alt und mit seiner Familie tief verwurzelt in der Gemeinde. Aber das allein reicht nicht aus für einen vielversprechenden Kandidaten. Falkner war vor allem beeindruckt von den klaren Visionen hinsichtlich der Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat, hinsichtlich der Leitung der Behörde und nicht zuletzt hinsichtlich des Miteinanders mit den Bürgern. „Er war akribisch vorbereitet und hatte sich inhaltlich schon viele Gedanken gemacht“, schwärmt Falkner von den Anfängen.

Mittlerweile treffe man sich beinahe wöchentlich, um Themen herauszukristallisieren. „Die Gespräche sind sehr zielführend.“ Alles in allem blickt Falkner zufrieden einem spannenden Wahlkampf entgegen, denn auch die Bereitschaft in der Partei, für den Gemeinderat zu kandidieren, sei groß. „Wir haben das richtige Fundament und gehen gut gerüstet in den Wahlkampf.“

ÜWG-Kandidat steht

Georg Völkl (ÜWG) will’s nochmal wissen.

Auch bei der Überparteilichen Wählergemeinschaft (ÜWG) ist der Kandidat für das Bürgermeisteramt schon klar: Georg Völkl, Vorsitzender der Gruppierung und aktuell Gemeinderat. Schwieriger gestalte sich laut Völkl allerdings die Suche nach Kandidaten für die Liste.

Fünf Räte hat die ÜWG derzeit im Gremium, 15 hätten bei der Wahl vor sechs Jahren kandidiert. Da sei die Motivation bei denen, die es nicht geschafft haben, nun ein zweites oder gar schon drittes Mal anzutreten, nicht mehr so groß, hat Völkl festgestellt. Aber noch ist Zeit bis zur Aufstellungsversammlung, die man Ende Oktober oder Anfang November abhalten will. Bis dahin kann noch Überzeugungsarbeit geleistet werden und Völkl ist optimistisch. „Da werden wir dann alles in einem Rutsch nominieren.“

UBZ sucht noch

Kandidaten überzeugen, das müssen auch Karl Toth, Vorsitzender der Unabhängigen Bürger Zolling (UBZ) und seine Mitstreiter. Fest steht aber: Man will einen Kandidaten für das Bürgermeisteramt ins Rennen schicken. Darauf habe man sich in der jüngsten Versammlung geeinigt, sagt Toth. Momentan führe man dazu gute Gespräche mit potenziellen Kandidaten und werde dann Ende Oktober auch einen nominieren. Sorge bereitet Toth allerdings ebenfalls die Liste für den Gemeinderat. Es sei in den vergangenen Jahren schwieriger geworden, Menschen für dieses Amt zu begeistern, stellt Toth fest. Woran das liegt? „Eventuell an einer großen Zufriedenheit“, vermutet der Vizebürgermeister. Keine großen Aufreger, kein Unmut, der Menschen auf die Straße treibt. Und vielleicht sei gerade das ein Grund, warum es an Motivation für ein politisches Amt mangelt. Auch, dass es schwierig sei, insbesondere Jüngere für den Bürgermeisterposten zu gewinnen, kann Toth teilweise nachvollziehen. Der optimale Kandidat mit etwa Mitte vierzig stünde voll im Leben, habe beruflich schon etwas erreicht. „Das gibt man nicht so einfach auf, das ist ein Risiko und dafür muss man auch der Typ sein“, erklärt er. Aber er weiß auch: „Bürgermeister ist einer der schönsten Jobs, die man haben kann.“

Dass es sich auch für einen persönlich lohnt, in der Kommunalpolitik tätig zu sein, bestätigt Gemeindechef Max Rieger. Man könne sich unmittelbar für den eigenen Lebensraum engagieren, mit guten Ideen einen wertvollen Beitrag leisten und mit kritischen Kommentaren Fehler verhindern. Zudem gewinne man tiefen Einblick in Abläufe und Hintergründe. Und es lässt einen als Mensch wachsen. „Man lernt unheimlich viel dabei, auch persönlich. Es ist eine gute Schule in Stabilität und Standhaftigkeit. Und das tut der Persönlichkeit gut.“

Kommunalwahlen im Landkreis Freising: Welche Bürgermeister treten wieder an? 

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