Stau und keine Lösung in Sicht: Schon jetzt brauchen Autofahrer viel Geduld auf der B 11 – und es wird noch schlimmer.

Der B 11 kann nur noch die Westtangente helfen

Freising - Das Ergebnis des Verkehrsgutachtens war ernüchternd: Egal, ob Kreisel oder Ampel - auf der B 11 wird es immer Staus geben. Nur die Westtangente könnte Erleichterung bringen.

Die kleinen Autos wuselten wie Ameisen über die Leinwand, den Mitgliedern des Planungsausschusses flogen gestern nur so die Zahlen um die Ohren. Was die Stadträte sahen, und was sie von einem Vertreter des Verkehrsgutachter-Büros Harald Kurzak hörten, dürfte ihnen nicht gefallen haben: Die Fortschreibung eines Verkehrsgutachtens aus dem Jahr 2010 zur Belastung der B 11 zeigte, dass man zu den Spitzenzeiten am Morgen und am frühen Abend Staus nicht verhindern wird können. Wenn wohl demnächst südlich der Schlüterhallen Fachmarktzentrum und Kinocenter entstehen und auf der anderen Seite der B 11 irgendwann das Wohngebiet „Seilerbrücklwiesen“ realisiert wird, dann werden sich täglich 30 000 Fahrzeuge stadtein- und stadtauswärts wälzen. Derzeit sind es laut Zählungen 26 400. Zum Vergleich: Bei der Bahnunterführung am Seilerbrückl (dem sogenannten „Ledererbuckel“) wurden 1989 (also vor der Flughafeneröffnung) 12 600 Fahrzeuge gezählt, 2006 waren es 24 000, 2010 dann schon 24 600.

Anlass dieser Fortschreibung des Verkehrsgutachtens war die in den vergangenen Wochen und Monaten unter den Stadträten entflammte Diskussion, wie nach Eröffnung des Kinocenters, des Fachmarkts und nach Fertigstellung des neuen Wohngebiets die künftige Kreuzung in Höhe der Hartl-Logistikhalle gestaltet werden soll. Die bisherigen Planungen gehen von einer Ampelanlage aus. Dafür sind auch schon erste vorbereitende Baumaßnahmen durchgeführt und entsprechende Erschließungsverträge mit dem Baulastträger, dem Bund, geschlossen worden. Doch immer wieder wurden Stimmen laut, die sich für einen Kreisverkehr an dieser Stelle aussprachen.

Sowohl das Büro Kurzak als auch PVT hatten auf Basis der neuen Daten beide Varianten miteinander verglichen. Und beide gelangten zu demselben Resultat: Nur eine Ampelanlage könne dem Verkehr einigermaßen Herr werden. Die Verkehrsqualität wäre dann der Kategorie D (noch ausreichend) zuzuordnen. Momentan, und das sorgte für Gelächter im Ausschuss, liege man auf der B 11 bei Kategorie B (gut). Mit einem Kreisel würde man allerdings in die schlechteste Kategorie F abrutschen. Das große Problem: Ein Kreisel passe mit seiner Art, Verkehrsströme zu lenken, nicht zu den beiden Ampeln am Seilerbrückl und an der Abzweigung zur FS 44 Richtung Autobahn.

Was tun? Anton Frankl (FSM) regte an, die B 11 ab den Schlüterhallen stadtauswärts zweispurig auszubauen. Benno Zierer (FW) setzte große Hoffnungen auf die geplante Makrosteuerung der Ampeln. Doch manch’ einer wollte sich immer noch nicht mit einer Ampelanlage abfinden: Josef Krimmer (CSU) zum Beispiel. Er „glaube den Ingenieuren nichts mehr“. Karl-Heinz Freitag (FW) glaubte den Gutachtern schon, betonte aber, dass sich „das subjektive Empfinden der Bürger nicht mit den Zahlen deckt“. Birgit Großkopf (SPD) sprach den Meisten wohl aus der Seele: „Wir müssen den Bürgern sagen: Es wird dort noch mehr Verkehr geben - und es gibt keine Lösung.“

Doch, so die Verkehrsgutachter: den Bau der Westtangente. Die würde die Belastung um 9000 Kfz pro Tag verringern. Dann sei die Verkehrsabwicklung auf der B 11 unproblematisch.

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