Katholische Frauen verlassen Dachverband

Hallbergmoos - Die Katholische Frauengemeinschaft Hallbergmoos kehrt dem Dach- und Bundesverband den Rücken. In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung beschlossen die Frauen mit großer Mehrheit die Gründung eines eigenen Vereins. Ausschlaggebend war die anstehende Beitragserhöhung, der, wie es hieß, keine nutzbare Gegenleistung gegenübersteht.

Mit diesem Schritt machen die Katholischen Frauen Hallbergmoos ihrer Verärgerung über die im Raum stehende Vollmitgliedschaft im Bundesverbandes Luft. Derzeit beträgt der Jahresbeitrag für jedes Hallbergmooser Mitglied zwölf Euro. Davon werden jeweils acht Euro an den Diözesanverband München-Freising abgeführt. Weil zum 1. Januar 2017 die Kfd Hallbergmoos Vollmitglied im Bundesverband werden soll, müssten ab diesem Zeitpunkt weitere zwölf Euro an den Bundesverband mit Sitz in Düsseldorf abgeführt werden. Unausweichlich wäre, wie die Hallbergmooser Kfd-Vorsitzende Margot Buchhauser den gut 200 Mitgliedern in einem Schreiben erläutert hatte, dass die Beiträge für jedes Mitglied auf mindestens 25 Euro jährlich erhöht werden.

Einen Mehrwert sieht man in Hallbergmoos allerdings nicht: „Eine für unsere Mitglieder nutzbare Gegenleistung des Bundes- und Dachverbandes besteht in keiner Weise“, unterstreicht Buchhauser. Sie kritisiert insbesondere, dass im Dachverband die Mitgliederwerbung im Vordergrund stehe. Wohingegen Angebote für die Basis - als Beispiel nannte sie die Vortragsreihe „Frauen in den Weltreligionen“ - immer weniger würden.

Die Rüge des Dekanats, die Hallbergmooser Vorstandschaft würde die Ziele der Kfd nicht vorleben und gar eine Negativwirkung auf den Verein ausüben, will man ebenso wenig auf sich sitzen lassen wie den Vorwurf mangelnder Aktivität. „Die Ziele der Kfd und unseres Vereins driften immer weiter auseinander“, stellt Buchhauser fest.

Deshalb scheren die Hallbergmooser Frauen nun aus. Ein Schritt, den die Katholischen Frauen Goldachs schon 2006 vollzogen haben.

Aktuell zählt die Kfd Hallbergmoos 204 Mitglieder. Sie alle wurden angeschrieben und informiert. In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung fiel schließlich ein klares Votum: Mit 128:6- Stimmen votierten die Frauen für den Austritt. Als „Ja“ zum Austritt wurde ferner die 70 Stimmen derjenigen (nicht-anwesenden) Mitglieder wertet, die ihre Ablehnung nicht schriftlich formuliert hatten. Die notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit wurde laut Buchhauser somit erreicht. Ab 1. Januar 2017 will die Katholischen Frauengemeinschaft Hallbergmoos als eigenständiger Verein agieren.

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