Finanzierungspartner aus München vor dem Aus

Tierheim: Finanzierungspartner vor dem Aus - aber es gibt einen Hoffnungsschimmer

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Dietersheim - Rückschlag für den Tierschutzverein Freising: Bei der Erschließung für das neue Tierheim verliert der Verein wohl seinen Partner – die Auffangstation für Reptilien. Die steht vor der Insolvenz. Doch einen Hoffnungsschimmer gibt es noch.

Als im Sommer die Pläne der Reptilienauffangstation bekannt wurden, einen neuen Standort in der Gemeinde Neufahrn zu errichten, war Joseph Popp, Vorsitzender des Tierschutzvereins Freising, Feuer und Flamme. Die Auffangstation sollte in Dietersheim in unmittelbarer Nachbarschaft zum geplanten Tierheim entstehen. Nicht nur, dass der Standort damit als Fundtier-Zentrum aufgewertet worden wäre. Die beiden Vereine wollten sich auch die Erschließungskosten von rund 250 000 Euro teilen.

Doch daraus wird wohl nichts: Im Bayerischen Nachtragshaushalt für 2016 findet das Vorhaben der Reptilien-Schützer keine Berücksichtigung – eine Hiobsbotschaft für den Verein, der auf öffentliche Gelder angewiesen ist. „Wir waren von der Entwicklung sehr überrascht, da die Verhandlungen bereits seit Monaten andauern,“ schreibt Stationsleiter Markus Baur in einer Pressemitteilung. „Wir haben gegenüber den Mitgliedern des Landtags stets offen angesprochen, dass wir bei einem Neubau auf die finanzielle Unterstützung des Freistaats angewiesen sind. Nachdem unser Konzept für gut befunden wurde, hatte man uns sogar ermutigt, ein geeignetes Baugrundstück zu suchen.“ Jetzt steht der Verein plötzlich vor der Insolvenz. Denn die ersten Erschließungskosten, die im Frühjahr fällig werden, kann er nicht stemmen.

Auch für den Tierschutzverein Freising ist das ein Nackenschlag. „Es wäre uns sehr entgegengekommen, wenn wir uns die Erschließungskosten hätten teilen können“, sagt Popp. „Das reißt uns jetzt eine Lücke in unseren Finanzierungsplan.“ Dabei fehlen dem Verein nach Angaben des Vorsitzenden ohnehin noch rund 100 000 Euro für das Gesamtprojekt.

Die neueste Entwicklung ist umso bitterer, als der Tierschutzverein das ganze Konzept in drei Monate langer, intensiver Arbeit extra nochmal umgeplant hat. Unter anderem wurde das Tierheim in den Skizzen nach Westen verschoben, um die durch die Auffangstation notwendig gewordene Zufahrtsschleife realisieren zu können. In einer im August geschlossenen notariellen Vereinbarung hatte sich der Tierschutzverein zudem bereit erklärt, einen Hektar an die Auffangstation abzutreten, den er sich für eine Erweiterung des eigenen Gebäudes gesichert hatte. Statt pekuniär entlastet zu werden, steht der Verein nun vor zusätzlichen Aufwendungen: Rund 25 000 Euro mehr kostet die nun aufwendigere Erschließungsstraße schätzt.

Einen Hoffnungsschimmer gibt es aber noch: Mit Benno Zierer (FW) hat die Reptilienauffangstation einen Befürworter im Landtag. Der Freisinger Abgeordnete war es, der Anfang des Jahres die Idee zu der Kooperation zwischen den beiden Vereinen hatten – eine Idee, um die er jetzt kämpft. Wie sein Pressesprecher Andreas Raith mitteilte, kam es gestern am Rande des Landtagsplenums zu einem Gespräch zwischen Zierer und Otto Hünnerkopf, dem Umwelt-Sprecher der CSU. „Es gibt vielleicht doch eine Möglichkeit, die Angelegenheit noch auf den Weg zu bringen“, sagte Raith dem FT. „Aber das hängt von der CSU-Fraktion ab.“

An der Marschroute des Tierschutzvereins ändert das alles aber nichts. Bereits im Dezember soll die Zufahrt in Auftrag gegeben werden, sagt Popp: „Wir werden sie komplett anlegen und alles teeren müssen – außer dem Bogen, der zu dem anderen Gebäude führen soll.“ Den Bauantrag für das Tierheim will er im Januar einreichen. „Sobald der Frost weg ist, legen wir los.“

Rubriklistenbild: © dpa

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