Durchleuchteten das Gesundheitssystem (v. l.): Karl Lauterbach, Wolfgang Hoppenthaller, Moderator Werner Buchberger und Axel Munte. Foto: Lehmann

Kein gesundes System für Patienten

Freising - Hochkarätige Experten durchleuchteten in Freisinger Asamsaal das deutsche Gesundheitssystem. Mit dabei auch der MdB Karl Lauterbach.

„Ich habe Angst. Ich habe Existenzangst.“ Ein Orthopäde fasste zusammen, was die meisten der 250 Zuhörer am Freitagabend im Asamsaal umtrieb: Die neue Honorarordnung für Fachärzte, gegen die die Ärzteschaft seit Wochen und Monaten protestiert.

Doch beim SPD-Gesundheitsexperten MdB Karl Lauterbach rannten die Mediziner offene Türen ein: Die Folgen dieser Honorarordnung mit ihren Regelleistungsvolumina seien absehbar gewesen – weshalb er auch dagegen gestimmt habe. Weil für jeden Patient bezahlt werde, und nicht für das, was der Arzt leiste, mache derjenige Facharzt Gewinn, der viele Patienten behandle. „Das ist kein kluges System.“ Lauterbachs Vorschlag: Ganz ohne Regelleistungsvolumina künftig die Preise für Leistungen in den Vordergrund stellen – und zwar gleich Preise für Privat- und gesetzlich Versicherte. Dann sei „Schluss mit der Zwei-Klassen-Medizin“.

Während manch Mediziner ob solcher Vorschläge aus dem Staunen nicht mehr herauskam und Lauterbach „Populismus“ vorwarf, pries Wolfgang Hoppenthaller, Vorsitzender des Bayerischen Hausärzteverbandes, den von seinem Verband mit der AOK geschlossenen Hausärztevertrag. Ohne diesen wären bei vielen Hausärzten „die Lichter ausgegangen."

Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns, Axel Munte, verteidigte seine Organisation: Schließlich sei man staatlich und an gesetzliche Vorgaben gebunden.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Unfall auf der A9: Großeinsatz mit Hubschrauber - Fahrer kommt ums Leben
Großeinsatz auf der A9: Zwischen Allershausen und Neufahrn in Richtung München gab es einen Unfall, der Rettungshubschrauber war im Einsatz. 
Unfall auf der A9: Großeinsatz mit Hubschrauber - Fahrer kommt ums Leben
Nach 57 Jahren: Günzenhausener Schloss-Nikolaus geht in Rente
Kaum zu glauben, aber wahr und vom Günzenhauser Nikolaus Willi Bauer schwarz auf weiß bestätigt: Sein Erscheinen heuer im Lichterglanz von Schloss Ottenburg war der …
Nach 57 Jahren: Günzenhausener Schloss-Nikolaus geht in Rente
Tauziehen um Mittagsbetreuung beendet: Kranzberger Rat trifft Entscheidung
Das jahrelange Tauziehen um die Mittagsbetreuung an der Grundschule in Kranzberg ist beendet. Der Gemeinderat hat eine Entscheidung getroffen.
Tauziehen um Mittagsbetreuung beendet: Kranzberger Rat trifft Entscheidung
Aus dem Bürgermeister wird der berühmte Bischof
Und wo ist Rathauschef Jakob Hartl? Diese Frage konnte auf dem Nandlstädter Christkindlmarkt nicht jeder beantworten. Man musste schon genau hinschauen.
Aus dem Bürgermeister wird der berühmte Bischof

Kommentare