Helga Hanusa startete in Regenburg eine Kampagne gegen Nazis

Nach Eklat im November

"Keine Bedienung für Nazis" mehr in Freising

Freising - Der Eklat im Löwenwirt, als Neonazis demonstrativ bei einem Info-Abend von „Freising ist bunt“ auftauchten, hat im November 2014 hohe Wellen geschlagen. Jetzt wurde reagiert.

Um Provokationen und Konfrontationen künftig zu vermeiden, hat sich jetzt eine breit aufgestellte Initiative aus zwölf örtlichen Parteien und politischen Gruppierungen dazu entschlossen, ein Modell aus Regensburg auch in Freising umzusetzen. Es soll auch hier „Keine Bedienung für Nazis und Rassisten“ mehr geben.

Am Donnerstag hatte man zu einer Info-Veranstaltung mit Helga Hanusa eingeladen, der Vorsitzenden der Regensburger Initiative „Keine Bedienung für Nazis e. V.“. Nazis waren diesmal keine gekommen. Dennoch führten zwei Polizeibeamte vorsichtshalber einen bekennenden Aussteiger aus der Naziszene aus dem Löwenwirt. Linken-Stadtrat Guido Hoyer erinnerte danach die gut 70 Teilnehmer zählende Versammlung an den „sehr massiven Vorfall“ mit den Neonazis im Löwen.

Hanusa machte in ihrem Vortrag deutlich, dass jeder etwa dazu beitragen könne, damit Nazis und Rassisten in der Gastronomie keine Plattform mehr hätten. In Regensburg sei ein Barkeeper von Neonazis brutal zusammengeschlagen worden. Das habe sie und andere dazu veranlasst, eine Kampagne zu starten. Man habe einen Aufkleber mit der Botschaft „Rassisten werden hier nicht bedient“ drucken lassen, sei von Wirtschaft zu Wirtschaft gegangen und habe die Gastronomen davon überzeugt, ihn an die Tür zukleben. Mit Hilfe der Medien sei es zu einem „Schneeballeffekt“ gekommen. Binnen kürzester Zeit habe man 85 Unterstützer gefunden. Um „ein dauerhaftes Zeichen“ zu setzen, habe man etwa eine Broschüre aufgelegt und auch zunehmend positive Resonanz von politischer Seite erhalten. Ziel sei es gewesen, den Wirten, die oft nicht erkennen könnten, dass es sich um Nazis handele, zu sagen: „Ihr steht nicht allein da“. Ein Beispiel, dem man nun auch in Freising folgen will. Eine Gruppe Engagierter will sich künftig treffen, mit Wirten sprechen und sich Gedanken über das weitere Vorgehen machen.

Teilnehmer hatten bemängelt, dass nur vier Wirte an der Versammlung teilgenommen haben. Damit sich das ändert, kündigte Löwenwirt und Wirtesprecher Günter Wittmann an, das Thema beim nächsten Wirtestammtisch verstärkt anzusprechen. Die anwesenden Gastromen sagten der Initiative schon mal ihre Unterstützung zu.

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