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In 339 Wohncontainern können rund 400 Flüchtlinge untergebracht werden. Gestern wurde die Anlage an der Wippenhauser Straße eröffnet.

Containeranlage an der Wippenhauserstrasse

Keine Kaserne und erst recht kein Gefängnis

Noch ist kein einziger Asylbewerber in die Containeranlage an der Wippenhauser Straße eingezogen. Doch schon jetzt weiß man: Auch diese Unterkunft für fast 400 Flüchtlinge reicht nicht aus. Bei weitem nicht.

Freising  - Nasszellen, Aufenthaltsräume, Drei-Bett-Zimmer, Doppelcontainer für fünf Personen oder eine Familie, Räume für Mütter mit ihren Kindern – in 339 Containern an der Wippenhauser Straße versucht der Landkreis, sich auf alle Eventualitäten einzustellen: Ab morgen werden dort die ersten rund 150 Flüchtlinge einziehen – und zwar diejenigen, die bis jetzt noch in der Turnhalle an der Wirtschaftsschule untergebracht sind. Und auch wenn das Landratsamt bereits die Maximalbelegung der Containeranlage sogar mit 562 Flüchtlingen anvisiert, weiß man im Landratsamt schon jetzt: Man braucht noch mehr Unterkünfte für Asylbewerber. Viel mehr. Vertreter des Landkreises mit Landrat Josef Hauner an der Spitze, OB Tobias Eschenbacher, Polizei und die Vertreter der benachbarten Schulen konnten gestern einen Blick in die zweigeschoßigen Wohngebäude werfen, die in den vergangenen 13 Wochen auf dem früheren Hochschulsportplatz errichtet worden waren. 

Den Rundgang nutzte Landrat Josef Hauner dafür, über die aktuelle Situation und die neuesten Entwicklungen zu berichten. Und die zeigen, dass man auch im Landkreis Freising vor riesigen Herausforderungen steht: Denn nach neuesten Prognosen der Regierung von Oberbayern werden dem Landkreis nicht mehr 46 Flüchtlinge pro Woche zugewiesen, sondern ab sofort 64. Bis zum Jahresende muss der Landkreis deshalb 2700 Asylbewerber unterbringen. Derzeit bewohnen 1487 Flüchtlinge 71 Unterkünfte. Und wenn diese Entwickllung auch im Jahr 2016 anhalte, so rechnete der Landrat vor, seien es Ende 2016 gar 4700 Flüchtlinge, für die man ein Dach über Kopf brauche. Angesichts dieser Aussichten und Fakten warb Hauner um Verständnis: „Es gibt keine perfekten Lösungen. Es muss ständig improvisiert werden.“ Eine dieser nicht perfekten Lösungen ist eben die Containeranlage an der Wippenhauser Straße. Dort werde – zumindest anfangs – wie in den Turnhallen auch ein Sicherheitsdienst vor Ort sein, betonte Hauner. Und zwar zu den Zeiten, zu denen kein Hausmeister und kein Sozialpädagoge zugegen seien. Anders als in den mit Flüchtlingen belegten Turnhallen sei das Containerdorf aber nicht abgesperrt, werde der Zutritt nicht kontrolliert. „Das ist keine Kaserne und erst recht kein Gefängnis“, so Hauner. „Das ist eine Wohnanlage.“

Der Bauzaun um die Containeranlage herum diene eher der versicherungstechnischen Abgrenzung zum Schulgelände, erklärte Peter Loth vom Hochbauamt des Landkreises, der die Federführung für das Projekt hatte. Um dem Ansturm der Flüchtlinge Herr zu werden, wird der Landkreis als nächstes größeres Projekt eine zentrale Unterkunft an der Katharina-Mair-Straße (für rund 150 Asylbewerber) errichten, kündigte Hauner an. Der Bauantrag gehe demnächst bei der Stadt Freising ein. Und auch wenn ein Drittel der Mitarbeiter im Landratsamt inzwischen mit dem Thema Asylbewerber beschäftigt seien, auch wenn die hauptamtlichen Mitarbeiter „bis an ihre Grenze gehen – und manchmal darüber hinaus“, so der Landrat, habe er doch ein großes Ziel: Dass die Containeranlage an der Wippenhauser Straße in drei Jahren wieder abgebaut werde. Dann nämlich soll auf diesem Areal die neue Berufsschule errichtet werden. In drei Jahren hat die Regierung dann auch durch „Mietkauf“ die vom Landkreis für 5,5 Millionen Euro erworbenen Container abbezahlt

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