Kellerbauer soll Bürgermeister werden

Eching - 18 Jahre sind genug: „Aus ganz persönlichen Gründen“ hat Rathauschef Josef Riemensberger bei der Jahreshauptversammlung der CSU Eching bekanntgegeben, nicht mehr für eine weitere Amtszeit zur Verfügung zu stehen. Als seinen potentiellen Nachfolger nominierten die Christsozialen Ortschef Thomas Kellerbauer.

Wenn am 3. Juli die Echinger an die Urnen gebeten werden, haben sie höchstwahrscheinlich die Wahl zwischen zwei Kandidaten: den parteilosen, von der SPD bereits im November nominierten Sebastian Thaler (29) und Thomas Kellerbauer (47), den am Mittwoch beim Huberwirt 32 der 33 CSU-Mitglieder ins Rathaus-Rennen schickten.

Mit „Bürgernähe, Glaubwürdigkeit und Entschlusskraft“ will Kellerbauer, der seit 1968 in Eching daheim ist, die Wähler überzeugen. Langfristig angelegte Konzepte, um die finanzielle Leistungsfähigkeit der Gemeinde zu sichern, seien ihm wichtiger als „kurzfristige wirtschaftliche Erfolge“. Außerdem will der Vater einer zehnjährigen Tochter den Balanceakt zwischen Ökonomie und Ökologie meistern. „Verstand, Herz, Leidenschaft“ würden sich in seinem Einsatz für die Heimatgemeinde widerspiegeln, die von den Bürgern „als Gemeinschaft wahrgenommen“ werden soll. Nicht zu vergessen: seine Frau Anita, auf deren Unterstützung der 47-Jährige zählt.

Als inhaltliche Schwerpunkte seiner Arbeit hob er den Ausbau der Verkehrswege (Ortsumgehungen Dietersheim und Eching) und des öffentlichen Nahverkehrs hervor, er wies darauf hin, die Gemeinde fahrradfreundlicher zu machen und räumte auch der Wohnungsbauförderung großen Raum ein. Die Kinder- und Seniorenbetreuung solle ausgebaut, soziale Einrichtungen erhalten und Gewerbe wie Handwerk unterstützt werden. Digitalisierung und Vernetzung spielten in seinen Plänen ebenfalls eine wichtige Rolle.

Thomas Kellerbauer hat seine berufliche Karriere bislang dem Zentralheizungs- und Lüftungshandwerk gewidmet. 1997 übernahm er als frisch gebackener Meister den elterlichen Betrieb, seit 2007 ist er Fachwirt für Gebäudemanagement. Erst drei Jahre danach begann seine politische Karriere in der CSU, wo er aber einen geradezu kometenhaften Aufstieg hinlegte: 2011 stellvertretender Vorsitzender, 2013 Ortschef, 2014 Sprung in den Gemeinderat und Wahl zum Dritten Bürgermeister.

In seinen Ämtern leiste er „wirklich sehr gute Arbeit“, lobte ihn Vize Dagmar Zillgitt. Seit Kellerbauer den Ortsverband führe, sei dieser „sehr harmonisch geprägt“. Mit ihm nominiere man „einen echten Echinger, der seine Gemeinde nicht als Durchgangsstation versteht“. CSU-Kreischef Florian Herrmann frohlockte nur: „Er ist wirklich super!“

Knapp drei Monate bevor die Bürger entscheiden, wer der Nachfolger von Josef Riemensberger wird, kann der Wahlkampf also beginnen. Die Wahrscheinlichkeit, dass aus dem Duell Thaler gegen Kellerbauer mehr wird, ist gering. Was einerseits daran liegt, dass Gruppierungen wie BfE oder Echinger Mitte bereits Unterstützung für Thaler signalisiert haben, und andererseits die FW das Thema „Bürgermeisterwahl“ weitgehend ignorieren. Vize-Bürgermeister Otmar Dallinger hat zuletzt verlauten lassen, dass er eher nicht antreten werde.

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