Der Ortseingang von Schnotting
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Kein Gehweg, dafür mehr Durchgangsverkehr: Auch in Schnotting (Gemeinde Kirchdorf) gäbe es gute Argumente für eine Geschwindigkeitsbeschränkung.

Gleiches Recht für alle? Erster Folgeantrag nach Tempolimit in Unterberg

Bürger-Vertreter im Gemeinderat: Auch Schnotting fordert Tempo 30

Erst Unterberg, dann Schnotting: Auch die Bewohner dieses Kirchdorfer Ortsteils haben die Raser satt und wünschen sich ein Tempolimit.

Kirchdorf/Schnotting - Vor einigen Monaten stand es auf der Tagesordnung des Kirchdorfer Gemeinderats: Eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h im Bereich des Weilers Unterberg aufgrund einiger Gefahrenpunkte. Schon damals äußerten einige Räte Bedenken, dass durch einen positiven Räte-Beschluss weitere Anträge folgen könnten. Nun war es soweit: Auch Schnotting möchte ein Tempo-Limit auf seiner Durchfahrtsstraße.

Weinsteiger-Tauer: Forderung gibt es schon seit Jahrzehnten

Der Antrag wurde gestellt von Birgit Weinsteiger-Tauer als abgesandte Vertretung der Bürger von Schnotting – und sie beruft sich auf die Unterberg-Entscheidung des Gemeinderates. Die Forderung, so Weinsteiger-Tauer, würde allerdings schon seit Jahrzehnten bestehen. Der Durchgangsverkehr würde stetig zunehmen, vor allem seit die Amperbrücke wieder befahrbar sei. Außerdem, so die Antragsstellerin, habe der touristische Fahrradverkehr in Corona-Zeiten stark zugenommen. Fahrradfahrer, oftmals auch mit Kindern unterwegs, seien sich der dortigen Gefahr nicht bewusst. Hinzukommen würden auch noch die E-Autos, die laut Weinsteiger-Tauer fast geräuschlos im Gegenverkehr unterwegs seien. Die Vertreterin der Schnottinger wolle bei Bedarf eine Unterschriftenliste dem Bürgermeister Uwe Gerlsbeck (CSU) vorlegen.

Gerlsbeck möchte auf jeden Fall die kommunale Verkehrsüberwachung zur Einschätzung der Sachlage hinzuziehen. Da die Straße durch Schnotting eine Gemeindestraße sei, könne die Kommune eine Geschwindigkeitsbeschränkung anordnen. Allerdings, und darauf verwies der Rathaus-Chef: Letztendlich entscheidet das Landratsamt als Rechtsaufsicht. Helmut Wildgruber (FWG) beurteilte den Antrag als positiv, vor allem wegen dem Ammer-Amper-Radweg. Allerdings, so Wildgruber weiter, sollte sich der Rat jetzt schon Gedanken über weitere Ortschaften machen, die möglicherweise auch noch ähnliche Anträge stellen würden. Auch Martin Heyne (Grüne) plädierte für eine Geschwindigkeitsbegrenzung, hier mit 50 km/h zu fahren wäre „verantwortungslos“, auch weil Gehwege fehlen würden. Wir sollten fairnesshalber zustimmen, schlug Elisabeth Hörand (CSU/FW) vor – allerdings würde dem Gemeinderat nun der positive Beschluss für Unterberg „auf die Füße fallen“. Die Befürchtung, dass durch die Causa Unterberg jetzt der Gemeinderat jede 30er-Zone durchwinken müsse, konnte Heyne nicht teilen: „Selbst wenn zehn Anfragen kommen, müssen wir uns jede einzelne anschauen und beurteilen!“

Thema soll in einer Klausur-Tagung diskutiert werden

„Da wird noch einiges kommen“, glaubt auch Gerlsbeck. Gerade deshalb möchte Andreas Schmitz (FWG) „pro-aktiv“ an die Sache rangehen und das Thema, wie auch Wildgruber, bei einer Klausur-Tagung durchsprechen. Für Schmitz wichtig: Beim Landratsamt die Geschwindigkeitsbegrenzung für Schnotting prüfen lassen – versehen mit einer ablehnenden, sondern wohlwollenden Fragestellung seitens Kirchdorf. „Hier sind wir uns einig“, so Gerlsbeck. Deshalb will man abwarten, wie das Landratsamt den Wunsch der Schnottinger bewertet – der Entschluss fiel einstimmig.

rl

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