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Bitte lächeln: Imker Martin Siebler gelingt es tatsächlich, eine der Mäuse noch zu fotografieren, ehe die kleinen Honig-Nager Reißaus nehmen.

Winter im Schlaraffenland

Bienenzüchter findet die Falschen vor: Die Honig-Nager von Kirchdorf

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Kirchdorf - Das ist dann wohl ein Wunder der Natur: Als Imker Martin Siebler sein Bienenhaus eingewintert hat, machten dort noch die fleißigen Honigsammler Rast. Als der Kirchdorfer seine Bienenkästen seiner Frühahrsdurchschau unterzog, begrüßten ihn aber ganz andere Tiere.

Martin Siebler ist schon seit Ewigkeiten Imker. So lange, dass der 51-jährige Kirchdorfer gar nicht mehr weiß, wie lange genau. Seit zehn Jahren jedenfalls betreibt der gelernte Maurer das Geschäft ernsthaft. 25 bis 30 Bienenvölker mit jeweils bis zu 50 000 Bienen zieht er pro Jahr auf. Er ist also Herr über Tausende kleiner Honigsammler. Doch das hat Siebler bisher noch nicht erlebt.

Herr über Tausende von Bienen: Imker Martin Siebler (51).

Eigentlich wollte er im März nur seine Bienenkästen der üblichen Frühjahrsdurchschau unterziehen. Alles ist so wie immer – bis auf einen Bienenstock, in dem – vermeintlich – gähnende Leere herrscht. „Erst habe ich mich noch gewundert, dass gar keine Bienen mehr da sind“, berichtet er. „Aber dann habe ich schnell gerochen was los war.“ Denn nicht süßer Bienen- und Wachsgeruch schlägt ihm entgegen, sondern Gestank der übelsten Sorte. „Der klassische Mäusegeruch“, sagt er. Und schon tauchen sie vor ihm auf – vier Nager, für die es ein Winter im Schlaraffenland war.

„Die müssen durch das Flugloch reingekrochen sein“, vermutet Siebler. Das nämlich bleibe immer offen, so dass die Bienen auch im Winter aus- und eingehen können. „Im Herbst sind die Mäuse noch ganz klein und passen durch das Loch“, erklärt der Kirchdorfer. „Dann fressen sie sich durch die Honig- und Wachsreste, werden ganz fett und dick und kommen nicht mehr raus.“ Die Bienen dürften übrigens nicht aus Angst vor den größeren Tieren ausgebüxt sein. „Die sind bestimmt vom Gestank vertrieben worden, weil die Mäuse ja auch ihr Geschäft im Bienenksten verrichtet haben.“

Die Mäuse hat Siebler laufen gelassen. „Die haben so süß ausgesehen“, berichtet er. Wie hätte er es da über das Herz bringen können, ihnen da auch nur ein Haar zu krümmen. „Außerdem bin ich ja selbst schuld: Hätte ich ein Mäusegitter vor das Flugloch hingemacht, wäre das alles nicht passiert.“ So aber befreite er die kleinen Diebe aus ihrer misslichen, klebrigen Lage. Nicht jedoch, ohne vorher noch ein Erinnerungsfoto zu schießen.

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