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Brotbackhäusl-Verein Wippenhausen: „Wir wollen mit gutem Brot die Menschen verbinden“

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An der Spitze des Brotbackhäusl-Vereins: (v. l.) Vize-Vorsitzende Jenny Hengst, Schriftführer Thomas Wiesheu, Vorsitzender Sebastian Hengst, Beisitzer Michael Eicher und Kassenwartin Sabine Fenzl. 
An der Spitze des Brotbackhäusl-Vereins: (v. l.) Vize-Vorsitzende Jenny Hengst, Schriftführer Thomas Wiesheu, Vorsitzender Sebastian Hengst, Beisitzer Michael Eicher und Kassenwartin Sabine Fenzl.  © Lorenz

Wippenhausen hat einen Brotbackverein. die Vorbereitungen, um die Menschen über gutes Brot zusammenzubringen, laufen auf Hochtouren. Der Vorsitzende berichtet.

Kirchdorf – Es war eine Geburt, die etwas länger gedauert hat. Aber nun ist alles in trockenen Tüchern: Der Brotbackhäusl-Verein Wippenhausen hat ein Zuhause und kann seine Arbeit aufnehmen. Die Verantwortlichen hoffen, das Brotbackhaus langfristig als feste Institution für das Ampertal etablieren zu können. Aktuell zählt der Verein 40 Mitglieder – Tendenz: steigend. Im FT-Gespräch mit dem Vorsitzenden Sebastian Hengst berichtet dieser über die konkreten Pläne.

Herr Hengst, nach einigem Hin und Her hat der Brotbackhäusl-Verein nun seine Heimat doch noch im alten Feuerwehrhaus in Wippenhausen gefunden. Haben Sie die Sektkorken knallen lassen?

Ja, der Weg zum Backhäusl war wie alle Wege nach Wippenhausen kurvenreich. Wir sind glücklich darüber, dass wir die Gemeinde von unserer Idee überzeugen konnten.

Gemeinde hat versichert, den Verein nicht im Regen stehen zu lassen

Die Gemeinde Kirchdorf räumt sich eine sehr kurze Kündigungsfrist von drei Monaten bei diesem Nutzungsvertrag mit dem Verein ein. Hat der Verein da nicht Angst, schon bald wieder auf der Straße zu stehen?

Der Gemeinderat hat nahezu einstimmig entschieden, uns die Tore zu öffnen. Die Gemeinnützigkeit unseres Anliegens hat dabei sicher eine Rolle gespielt, denn anderweitige Anfragen wurden zuvor jahrelang abgelehnt. Es ist unwahrscheinlich, dass demnächst ein für die Allgemeinheit gewinnbringenderes Projekt auftaucht, für das sich keine bessere Lösung findet, als uns vor die Tür zu setzen – und dafür müsste sich ja dann auch noch eine Mehrheit im Gemeinderat finden. Außerdem hat man uns immer wieder versichert, dass man uns nicht im Regen stehen lassen wird, besonders wenn das Brotbackhäusl gut angenommen wird. Wir haben unser Schicksal also auch ein bisschen selbst in der Hand.

Ein Anliegen des Vereins war ja, das alte Feuerwehrhaus vor dem Verfall zu retten. Wie schauen diesbezüglich die Pläne des Vereins aus?

Unser Hauptanliegen ist es, die Menschen in der Gemeinde Kirchdorf über das Brotbacken noch näher zusammenzubringen und die gesellige Tradition des Brotbackens im Dorf wieder aufleben zu lassen. Wir wollen mit gutem Brot verbinden. Das ehemalige Feuerwehrhaus in Wippenhausen hat sich dafür aus vielen Gründen angeboten, besonders weil es sich hervorragend als Vereinsheim nutzen lässt. Das wäre mit einem Ofen im Freien nicht gegeben. Den Aufenthaltsraum und die Küche werden wir für Treffen und Vorbereitungen nutzen, und aus der früheren Wagenhalle wird eine schöne Backstube, in der man gemeinsam Teig kneten und gemütlich am warmen Ofen beisammen sitzen kann. Auch der Spielplatz für die Kinder ist um die Ecke. Das passt einfach gut zusammen.

Brotbackhaus: Regelmäßige Veranstaltungen sind geplant

Wie möchte der Verein das alte Feuerwehrhaus zusätzlich nutzen? Anfänglich stand ja eine Art Begegnungsstätte für Jung und Alt auf der Agenda, auch als Ortsteil-Belebung.

Das Gebäude wird für alle Vereinsaktivitäten genutzt werden. Langfristig hoffen wir, das Brotbackhaus als eine feste Institution für das Ampertal etablieren zu können, mit regelmäßigen Veranstaltungen und mit Kursen, wie man selbst aus regionalen und nachhaltigen Rohstoffen gutes Brot macht. Das wollen wir insbesondere für Kinder, aber auch für Erwachsene, anbieten. Das werden wir nicht von heute auf morgen umsetzen, sondern Schritt für Schritt, gemütlich, bodenständig, ehrlich und zum Anfassen – wie gutes Brot eben.

Was man hört, soll ein mobiler Brotbackofen angeschafft werden. Heißt das, der Verein will beispielsweise zukünftig bei Vereinsfeiern für das leibliche Wohl sorgen?

Das Herzstück des Brotbackhäusls wird ein großer traditioneller, holzbefeuerter Brotbackofen sein. Dieser Ofen ist nicht an den Ort gebunden wie ein gemauerter Ofen. Er kann also zerstörungsfrei entfernt werden, sollten wir mal etwas verändern wollen. Aber umherreisen kann dieser Ofen nicht – und das soll er auch nicht, denn wir wollen primär am Backhäusl tätig sein. Um jedoch zu regionalen Festen etwas beitragen zu können, braucht es ja nicht zwingend einen Wanderofen oder vielleicht nur einen kleinen, den wir zu gegebener Zeit anschaffen können.

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Das alte Feuerwehrhaus in Wippenhausen ist sicherlich renovierungsbedürftig. Helfen hier die Mitglieder des Vereins zusammen und legen selbst Hand an?

Ja, es gibt einige Dinge zu tun, bevor es richtig losgehen kann. Wir werden zum Beispiel einen neuen Schornstein bauen. Weitere Spülbecken, Arbeitsflächen und Mobiliar braucht es auch. Ein frischer Innenanstrich wäre schön. Auch die Toilette und die Küche müssen in absehbarer Zeit überholt werden. Das Meiste hiervon werden wir selbst machen, aber wir freuen uns dabei über jede Form der Unterstützung, sei es in Form von Sachspenden, Finanzspritzen für den Ofen oder helfender Hände! Einfach auf uns zukommen unter www.brotbackhaeusl.de.

Brotbackhäusl-Verein zählt aktuell 40 Mitglieder - Tendenz steigend

Wie viele Mitglieder hat denn aktuell der Brotbackhäusl-Verein? Und was ist für das Jahr 2022 noch geplant?

Momentan haben wir inklusive Kinder knapp 40 Mitglieder – und wir werden stetig mehr. Zunächst einmal müssen wir die Finanzierung des Ofens und des Schornsteins auf die Beine stellen. Eine Knetmaschine haben wir auch noch nicht. Natürlich müssen wir die erwähnten Renovierungsarbeiten durchführen. Dann werden wir uns als Verein im neuen Heim erst einmal einleben, den Ofen kennenlernen und experimentieren. Realistisch betrachtet, dürfte das dieses Jahr ziemlich ausfüllen. Wir machen das ja alle ehrenamtlich neben Jobs und Familie und stehen noch am Anfang. Eine Einweihungsfeier wäre super, denn der Spaß darf ja nicht zu kurz kommen.

„Gemeinsam roggen“, so heißt das Motto des Vereins. Wer darf überhaupt Mitglied werden im Brotbackhäusl-Verein Wippenhausen? Und sollten potenzielle Interessierte eine gewisse Grundkenntnis für das Brot-Backen mitbringen?

Richtig, Gemeinschaft ist uns wichtig. Deshalb ist jede und jeder herzlich willkommen. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich – das kriegen wir schon gebacken! Und wer kein Brot backen, sondern lieber nur welches essen will, der kann gerne beim Holzhacken helfen. Es gibt genug zu tun.

Wird es vielleicht sogar ein eigenes Kirchdorfer Brot geben – und wie könnte es heißen?

Unbedingt! Immer her mit kreativen Ideen! Wie wäre es mit Wippenhauser Rogger, Wippenhauser Venus (Anspielung auf den Sensationsfund einer keltischen Tonfigur, Anm. d. Red.), Kirchdorf-Crusty, Adalberts Räuber Laib oder Ampertaler Nebelschwade?

Richard Lorenz

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