Weltstar Bud Spencer mit dem damals achtjährigen Fabian Haage.
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Sie hatten ihren Spaß zusammen: der damals achtjährige Fabian Haage und Weltstar Bud Spencer.

Zeitzeugen erinnern sich

Als Bud Spencer im Ampertal ermittelte: Weltstar 1988 bei Dreharbeiten im Landkreis Freising

Mitten in der Idylle von Hahnbach im Landkreis Freising tauchte 1988 ein Weltstar auf: Bud Spencer. Eine Familie war hautnah dabei - und erinnert sich noch gut.

Wippenhausen – Drei Jahre nach dem Kassenschlager „Die Miami-Cops“ verschlug es den Weltstar und Publikumsliebling Bud Spencer 1988 ins Ampertal. Für die Fernsehserie „Jack Clementi – Anruf genügt“ drehte er dort einige Szenen und verschaffte damit einem kleinen Jungen zusätzliches Taschengeld.

Die idyllische Lage des Weilers Hahnbach bei Wippenhausen war damals scheinbar sehr reizvoll für die Scouts der Fernsehproduktion Jack Clementi (Alternativ-Titel „Big Man“) – den Zuschlag bekam Hahnbach vermutlich aber auch durch die Kreisstraße nach Freising in direkter Nähe. Denn diese war wichtig für einen geplanten Unfall, der wohl im Drehbuch stand und scheinbar auch gedreht wurde: In der Serien-Episode ��Der Tod fährt Achterbahn“ (Originaltitel: „A Policy for Hell“) kommt der Unfall allerdings nicht vor, sondern wird nur von dem bayerischen Volksschauspieler Ludwig Wühr den Polizei-Beamten vor Ort nacherzählt. Wühr spielt in der Folge einen etwas senilen Landwirt, der in einem ausrangierten Traktor Kaninchen hält – dieser ganz spezielle Bulldog mit dem Hasenstall statt dem Motor wurde extra von der Produktionsfirma nach Hahnbach verfrachtet und auch wieder mitgenommen.

Trailer zur TV-Serie „Jack Clementi“ mit Bud Spencer

Brigitte und Rudolf Haage, die damals den Hof bewirtschaftet haben, erinnern sich: „Wir durften zwei Tage lang nicht arbeiten wegen der Dreharbeiten“. Bud Spencer selbst sei nur einen Tag vor Ort gewesen, die meiste Zeit habe er allerdings in seinem Trailer verbracht. Auf jeden Fall beeindruckend empfand Rudolf Haage den gewaltigen Aufwand – bis zu Hundert Leute seien mit zahlreichen Lastwägen, einem großen Zelt und vielen Generatoren angereist und da über den beschaulichen Ort hereingebrochen. Als die Filmcrew auch die Scheune benutzen wollten, wurde es Brigitte Haage allerdings zu bunt: „Damals hat ja jeder noch geraucht, das war mir zu gefährlich!“ Überhaupt hatte die heute 64-Jährige Bud Spencer nicht mal vom Fernsehen gekannt – „Was? Den kennen sie nicht?“, war die Reaktion der Film-Leute.

Ein Autogramm gab es vom großen Bud für den kleinen Fabian damals selbstverständlich auch.

Aber natürlich kannten die beiden Söhne den „Plattfuß“ nur allzu gut – wobei die Erinnerungen des damalig zehnjährigen Albert Haage eher verschwommen sind: „Ich musste zu der Zeit für den Übertritt ins Gymnasium lernen“. Angetan war Bud Spencer aber vor allem von Fabian Haage, der bei den Film-Aufnahmen acht Jahre alt war. Mit dem Buben, erzählt Rudolf Haage, hat der Bud Spencer viel „rumgesponnen“. Die Fotografie, die den Jungen mit dem Weltstar zeigt, hat Fabian Haage kopieren lassen und dann auf dem Pausenhof verkauft. Die anderen, erinnert sich Brigitte Haage, haben allerdings vor dem Schauspieler eher „gekuscht“, das sei jedenfalls ihr Eindruck gewesen. Für viel Aufsehen habe das kurze Gastspiel in Wippenhausen auf jeden Fall nicht gesorgt – zwar sei die Straße gesperrt gewesen, aber außer einigen Anwohnern habe sich niemand groß für den außergewöhnlichen Besuch interessiert.

Spannend ist die Gegend um Wippenhausen scheinbar für zahlreiche Film- und Fernsehproduktionen: Neben Tatort-Außenaufnahmen habe hier auch schon mal ein „Kriachal-Baum“ eine wichtige Rolle gespielt. Rudolf Haage kann sich erinnern, dass dieser Baum via Hubschrauber für eine Inszenierung für den „Brandner Kaspar“ ins Deutsche Theater abtransportiert wurde. Einer bekannten Wurst-Firma habe es zudem eine nahegelegene Eiche für einen Werbe-Spot angetan, und erst kürzlich hat Albert Haage auch wieder einmal eine kleine Film-Crew bei Autofahrt-Aufnahmen gesichtet – der berüchtigte Streckenabschnitt eignet sich wohl perfekt für Raser-Szenen. Für den Privat-Detektiv Jack Clementi endete in Wippenhauen jedoch die Auftragslage: Die Serie wurde danach eingestellt.

Richard Lorenz

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