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Trockenheit, „Niklas“ und Schädlingsbefall – die Wälder haben schon 2015 einiges aushalten müssen. Die Waldbesitzer sind besorgt.

Waldbesitzervereinigung: Warnung vor dem Borkenkäfer

Dem Wald steht ein schlimmes Jahr bevor

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Helfenbrunn - Die Angst geht um. Die Angst vor dem Borkenkäfer. 2016, so die Gefahr, könnte ein schlimmes Jahr für Wälder und Waldbesitzer werden. Das war eine der Botschaften, die bei der Jahreshauptversammlung der Waldbesitzervereinigung Freising in Helfenbrunn überbracht wurde.

Der trockene Sommer 2015, dazu schon Vorschädigungendes Waldes durch den Orkan „Niklas“ – bereits im vergangenen Jahr habe man Befall mit Borkenkäfer und Kupferstecher zu registrieren gehabt, blickte Vorsitzender Josef Denk auf das vergangenen Jahr zurück. Und für 2016 sei abermals besonders große Aufmerksamkeit von den Waldbesitzer gefordert, sagte nicht nur Denk im Burgerwirt zu Helfenbrunn, sondern auch Stefan Warsönke, der Bereichsleiter Forsten im Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Erding. Dass nämlich der Herbst 2015 so milde gewesen sei, sei gut für den Borkenkäfer und damit schlecht für den Wald und die Waldbauern.

Wie man den Schädling bekämpfen solle, erläuterte Warsönke freilich auch: In regelmäßigen Abständen das Revier begehen und Befallsherde suchen, im Falle des Vorkommens die befallenen Fichten einschlagen. Und zwar „großzügig“. Warsönke versicherte den Waldbesitzern, sein Amt stehe gerne beratend zur Seite: „Sie sind nicht allein.“ „Sie werden mich an Ihrer Seite haben“, hörten die Waldbesitzer auch von MdL Christian Magerl (Grüne). Der bezog seine Unterstützung auf die Auswertung und die Konsequenzen des bald vorliegenden Verbissgutachtens. Was die Abschussquoten betreffe, sei durchaus noch „Luft nach oben“, sagte Magerl. Doch auch Magerl ging auf die Borkenkäfergefahr ein: „Ich wünsche Ihnen einen guten Witterungsverlauf.“

Will heißen: keine trockenen, sondern ein eher feuchten Sommer. Dass Politik den Waldbesitzern Partner sein und die Waldbauern nicht „gängeln“ solle, das versicherte FW-MdL Benno Zierer den Anwesenden in seinem Grußwort. Und Landrat Josef Hauner hatte beispielsweise die Bedeutung des Waldes für die Heimat, für die Erholung, für die Wirtschaft, aber auch für das Klima angesprochen und damit die Bedeutung der Waldbesitzer hervorgehoben. In seinem Geschäftsbericht konnte Ingo Kellner berichten, dass man nach etwas magereren Jahren 2015 wieder über 20 000 Festmeter Holz habe vermarkten können (nämlich genau 21 551), dass man jetzt 1577 Mitglieder (ein Plus von sieben) mit einer Gesamtfläche von 8305 Hektar Wald zähle. Der Preis pro Festmeter sei von 102 Euro Anfang 2015 dann im März aus 80 Euro eingebrochen, liege derzeit bei 85 Euro, berichtete Kellner. 32 Waldpflegeverträge besitze man derzeit, sei dabei für eine Fläche von 291 Hektar zuständig. 74 278 Pflanzen habe man im vergangenen Jahr verkauft und 4600 Meter Zaun gezogen. Die Einnahmen aus dem Holzgeschäft, so Heike Hubers Bericht, beliefen sich in 2015 auf 451 000 Euro. Insgesamt habe die Waldbesitzervereinigung Freising e.V. im vergangenen Jahr 595 000 Euro eingenommen und knapp 598 000 Euro ausgegeben.

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