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Der Dirt-Park ist ab heute in der Hand der Gemeinde Kirchdorf und öffentlich zugänglich – obwohl es noch keine gültige Benutzungssatzung gibt. Diese hätte eigentlich in der Sitzung am Dienstag auf den Weg gebracht werden müssen, lag dem Gremium jedoch nicht vor.

Gemeinderäte hätten Formalie am Dienstag absegnen sollen

Dirt-Park ohne Benutzungssatzung: Wenn was passiert, „ist sowieso der Bürgermeister dran“

Der Dirt-Park in Kirchdorf ist umgewidmet und gilt ab sofort als öffentliche Einrichtung. Und für eine solche braucht es eine Benutzungssatzung. Doch die gibt‘s in Kirochdorf noch nicht. 

Kirchdorf Der Kirchdorfer Dirt-Park wird nun doch als öffentliche Einrichtung der Gemeinde umgewidmet und bereits Anfang August der Allgemeinheit bereitgestellt. Dieser eigentlich als Formalie anmutende Tagesordnungspunkt der jüngsten Gemeinderatssitzung bot allerdings genügend Fallstricke, um die Stimmung im Gremium ins Wanken zu bringen.

Durch das Engagement Anfang des Jahres von Eltern und Jugendlichen war die Genehmigung eines Dirt-Parks in Kirchdorf mit Schanzen, Steilkurven und sogenannten „Pumptracks“ für Mountainbike-Fans auf dem örtlichen Sportgelände vorangetrieben worden. Nun hat auch der TÜV grünes Licht gegeben, sämtliche Sicherheitsempfehlungen seien umgesetzt worden, der Park kann jetzt öffentlich genutzt werden.

Es gab schon einen Unfall im Dirt-Park

Auch für das Ferienprogramm steht schon „Biken plus Erste-Hilfe-Kurs“ fix im Programm. Zwar habe es laut dem Bericht des Bürgermeisters Uwe Gerlsbeck (CSU) dort bereits einen Biker-Unfall gegeben, jedoch hätten „die jungen Wilden jetzt schon mehr Erfahrungen“. Zum einfachen Beschlussvorgang fehlte dennoch ein wichtiges Detail – die Benutzer-Satzung für die Freizeitstätte, die ja vom Gemeinderat abgesegnet werden müsste. Mit so einer Hausordnung stellt die Kommune feste Regeln auf, beispielsweise Helmpflicht oder Witterungseinschränkungen – also durchaus eine rechtliche Haftungsgrundlage.

Problem: Der Dirt-Park soll ja schon ab sofort von den Ferienkindern genutzt werden, doch der Gemeinderat geht in die Sommerpause. Die Frage von Martin Heyne (Bündnis 90/Die Grünen) „Warum liegt die Satzung heute nicht vor?“ gefiel Gerlsbeck gar nicht. Seine Antwort „Wir können es gern auch auf den 1. September verschieben“ missfiel hingegen Heyne. Die Satzung, so Gerlsbeck weiter, würde er schon noch den einzelnen Räten zukommen lassen, damit der Betrieb am 1. August trotzdem wie geplant aufgenommen werden könne.

Das allerdings, so Heyne, sei keineswegs das richtige Vorgehen, zudem es auf dem Sportgelände bereits zu einem Unfall gekommen sei. „Das ist nichts zum Lachen, ich finde das nicht komisch“, sagte Heyne, da aus den Reihen der Zuhörer leises Kichern aufgrund der Einwände des Gemeinderats kam – wie auch während der gesamten Sitzung bei anderen Wortmeldungen der Kirchdorfer Grünen-Bürgervertreter.

„Eine Satzung hat Rechts-Charakter“

Doch Heyne und die Kirchdorfer Grünen waren mit ihrer Skepsis nicht allein. Auch Claudia Reinmoser (FWG) zeigte sich bezüglich der fehlenden Unterlage irritiert: „Eine Satzung hat Rechts-Charakter – ich will das nur mal klarstellen.“ Dennoch hielt Gerlsbeck daran fest, dass man den Dirt-Park durchaus aktuell so eröffnen könne, seiner Meinung nach sei das „nicht fahrlässig“.

Erneut wies Heyne darauf hin, dass dafür auf jeden Fall ein Beschluss des Gemeinderats nötig sei, und zwar während einer Gemeinderatssitzung: „Das hätte möglich sein müssen, so eine Satzung ist doch kein komplexes literarisches Werk.“ Dennoch ließ sich Gemeindechef Gerlsbeck nicht beirren, wenngleich er zugeben musste, dass es „zeitlich nicht glücklich gelaufen sei“: „Die wollen loslegen.“

Elisabeth Hörand (CSU/FW) sah es gelassen, ihrer Meinung nach sei sowieso der Bürgermeister „dran“, wenn etwas passieren würde. Mit vier Gegenstimmen wurde dem Antrag auf Umwidmung und Eröffnung zum 1. August – also am heutigen Samstag – zugestimmt.

Richard Lorenz

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