Stellte Weltanschauungen auf den Prüfstand: Django Asül in Kirchdorf.
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Stellte Weltanschauungen auf den Prüfstand: Django Asül in Kirchdorf.
Volles Haus in der Tenne in Kirchdorf: Django Asül statt Wahlprognosen – dafür hatten sich 400 Gäste am Wahlsonntag entschieden.
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Volles Haus in der Tenne in Kirchdorf: Django Asül statt Wahlprognosen – dafür hatten sich 400 Gäste am Wahlsonntag entschieden.

Kabarettabend im Oberwirt

Django Asül in Kirchdorf: Mit mehr PS die Umwelt kürzer belasten

Er zählt zu den Schwergewichten der Kabarettszene in Deutschland. Seine Fastenpredigten auf dem Nockherberg galten als Klassiker: Django Asül ist zweifelsohne ein Publikumsmagnet. Am Sonntagabend feuerte er seine „Letzte Patrone“ ab, so der Titel des rund zweistündigen Programms, mit dem er rund 400 Gäste in der Tenne des Kirchdorfer Oberwirts begeisterte

Kirchdorf – Da kommt man doch tatsächlich ins Grübeln: Das deutsche Volk werde jedes Jahr im Schnitt ein paar Tage älter. Das habe er jüngst in einer Zeitungsmeldung gelesen, meinte der Kabarettist. 

Und was ihn an dieser Meldung so dermaßen beunruhigt habe. Er selber werde in diesem Zeitraum sogar ein ganzes Jahr älter. Zeit also, an die „Restlaufzeit“ zu denken, sprich an den Ruhestand.

„Bei euch in Kirchdorf tät’ ma sag’n, dös san d’ Rotarier“

Und in der Zeit wolle er der Gesellschaft etwas zurückgeben. Etwas Mitmenschliches zum Beispiel: Jugendwart werden beim Krieger- und Veteranenverein in seinem Heimatdorf Hengersberg. Da seien alle dabei, die Rang und Namen hätten. „Bei euch in Kirchdorf tät’ ma sag’n, dös san d’ Rotarier“. Oder eine Bürgerwehr gründen, bei der ihn nicht der Kampfhund begleite, sondern die Katz’ vom Nachbarn.

Cappuccino-Stammtisch in Hengersberg

Apropos Hengersberg: in der heutigen Zeit sei das doch etwas Stabiles, etwas mit festen Strukturen, so ein Ort mit seinem Stammtisch. Beim allmorgendlichen Cappuccino-Stammtisch erlebe er das, bei dem sein Kumpel Hans den Ton angebe: „I hob nix gegen den Ausländer. Aber bloß weil i nix gegen wos hob, muss es ja lang no net da sein.“

Bayerisch parliert Asül prächtig. Den Prototyp des türkischen Bürgers liefert der türkischstämmige Bayer indem er in die Rolle eines Freundes seines Vaters schlüpft, den er mit Akzent, Gestik und Mimik gekonnt imitiert.

Da wird so manche eingefahrene Weltanschauung schon mal auf den Prüfstand gestellt. Ob es wirklich so sei, ob das Abitur bessere Lebensbedingungen bringe? Er selbst habe beim Physikabitur das Blatt leer abgegeben. Warum? Weil er keine Kernspaltung lernen habe wolle. Er spucke die Kerne lieber ganz aus. Das Ende vom Lied: „Acht Jahre später hat mein Physiklehrer schon Eintritt bei mir zahlen müssen.“ 

Große Politik mit der „Granaten-Uschi“

Überhaupt nimmt man dem Niederbayern sein Lebensmotto gerne ab, das da heißt: „Money for nothing“. Der Hit der britischen Rockgruppe „Dire Straits“, sei in den 1970er Jahren extra für ihn geschrieben worden. Nach der Pause bekam aber auch die große Politik ihr Fett weg. Ob „die Granaten-Uschi“ von der Leyen überhaupt wisse, wo der afrikanische Binnenstaat Mali liege?

Auch so manchen Ökonomen könne man sich sparen. „Die schauen sowieso nur den Leuten beim Arbeiten zu und schreiben dann ein Buch drüber.“ PS-starke Autos hätten aber schon ihre Berechtigung. „Wer schneller unterwegs ist, belastet die Umwelt weniger lang.“

Witzig war auch sein kurzer Ausflug in die griechische Mythologie, um das Phänomen Europa zu erklären. Aus dem Namen des Göttervaters Zeus leite sich das bayerische Wort „zoi’s“ ab. Zu Hochdeutsch: „Zahle es!“

Das Kirchdorfer Publikum ließ nicht eine Pointe ohne Lacher verstreichen. Zum Schluss gab’s dankbaren Applaus für den heiteren Kabarett-Abend. Von Maria Martin

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