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Double Drums in Kirchdorf: Ein Konzert wie ein Donnerhall

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Sie ließen feierliche Weihnachtslieder pulsieren: Mit ihren Percussion-Instrumenten verpassten Double Drums altbekannten Klängen einen ganz neuen Charakter. © Lorenz

Heiß ging es her in Schuhbauers Tenne, als das Duo Double Drums zu einem außergewöhnlichen Konzert lud. Von einer andachtsvollen Weihnachtsstimmung konnte zwar nicht die Rede sein, dafür allerdings von einer großzügigen Hommage an Keith Moon und John Bonham.

Kirchdorf Um „Stille Nacht, heilige Nacht“ in ein Perkussion-Meisterstück zu verwandeln, gehört schon einiges an Mut dazu. Aber auch vor allem ein ausgefeiltes Talent, um die etwaigen Verhängnisse zu umschiffen. Double Drums boten noch dazu eine einnehmende Liebe zum Detail für Stop-Time und Atempausen, zogen alle Register der Show-Elemente und bewiesen damit: Hier sind zwei Vollblut-Musiker, die auf den großen Bühnen zuhause sind.

Auf einer Mülltonne das Intro trommelnd, wild und ungestüm wie einst Ginger Baker in seiner besten Zeit, war das Publikum vom ersten Ton an begeistert. In bester Stomp-Manier gestalteten die beiden jedes einzelne Stück frisch und unberührt, als würden sie es zum ersten Mal auf die Bühne bringen. Das Durchbrechen der Töne, die Abwechslung in Schlagwerk und Perkussion – jeder Herzschlag wurde rhythmisch perfekt umgesetzt. Damit gelang es ihnen, einen ganz neuen musikalischen Blickwinkel auf Stücke wie „Morgen Kinder wird´s was geben“ oder Bachs „Jauchzet, frohlocket“ zu eröffnen.

Es war die gnadenlose Freude am Spielen immer zu spüren, und auch die Nähe zu berühmten Drum-betonten Projekten. Während Ginger Baker von Eric Clapton in Songs wie „White Room“ im Dialog ergänzt wurde, dampfte Double Drums jedes Stück auf das Fundamentale ein. Zurück zu den Ursprüngen der Musik, der Imitation von Donner und Erdbeben, gelang der Formation dadurch eine beinahe spirituelle Darbietung.

Selbst komponierte Nummern wie „Invisible Double Drums“ fächerten dabei das ganze Können des Duos auf, und brachten gleichzeitig fernöstliche Klänge ins Schuhbauer. Ob nun an der Marimba, dem Gong oder dem klassischen Drum-Kit, die beiden Künstler zeigten sich verwachsen mit jedem Perkussion-Instrument. Immer wieder konnten sich die Musiker blind aufeinander verlassen. Natürlich durften Nummern wie „Little Drummer Boy“ nicht fehlen, und auch hier wurden die Zuschauer überrascht, wie Altbekanntes durch eine neue Interpretation wachsen kann.

Die beiden Musiker Alexander Glöggler und Philipp Jungk hatten Kirchdorf musikalisch voll im Griff. Dabei sind sie längst über die Landesgrenzen hinaus zu Stars geworden, und dennoch boten sie in der Tenne eine heimspielartige Atmosphäre. Wie Hubert von Goisern verschmelzen auch die Double Drums das Heimische mit der Weltmusik – und boten damit ein Konzerterlebnis der Extraklasse.

Richard Lorenz

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