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Eine First-Responder-Gruppe soll in der Gemeinde Kirchdorf aufgebaut werden. Kommandant Tobias Kiel (l.) präsentierte den Interessierten Details. 

First-Responder-Gruppe in Kirchdorf geplant

Die Ersten am Unfallort: Helfer gesucht

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Eine First-Responder-Gruppe soll in Kirchdorf installiert werden. Damit möchte man gewährleisten, dass nach einem Unfall Verletzte schnellstmöglich betreut werden. Doch die Zahl der Interessierten reicht noch nicht ganz.

Kirchdorf Es sieht jetzt richtig gut aus für eine First-Responder-Gruppe, die noch vor der Sommerpause in der Gemeinde Kirchdorf realisiert werden soll. Nach einer Informationsveranstaltung der Gemeinde im Feuerwehrhaus Wippenhausen gibt es schon etliche Interessenbekundungen, die Anzahl der benötigten Teilnehmer könnte in den nächsten Tagen erreicht werden.

In der Vergangenheit ist es immer wieder passiert, dass die Feuerwehr alarmiert wurde, wenn sich das Eintreffen der Rettungsdienste und des Notarztes verzögerten. Für den Kirchdorfer Feuerwehrkommandanten Tobias Kiel war das kein Problem, weil er im Rettungsdienst für das Rote Kreuz aktiv ist. Er weiß aber auch, dass seine Aktiven andere Voraussetzungen haben. Mit Erste-Hilfe-Kursen und den entsprechenden Rucksäcken der Feuerwehrfahrzeuge kann man bei Herzinfarkten nicht viel ausrichten. Dazu ist allen noch in Erinnerung, dass in der Vergangenheit ein verunglückter Motorradfahrer sehr lange auf Hilfe warten musste. Bürgermeister Uwe Gerlsbeck erinnerte daran, dass es seinerzeit acht Minuten dauerte bis zur Ankunft des Rettungswagens.

Beim Kampf um Leben und Tod sind diese Minuten gefühlte Ewigkeiten und sehr belastend für alle Beteiligten. Die Gemeinde hat mit der Infoveranstaltung nun den Anstoß gegeben für eine First-Responder-Gruppe. Zu diesem Abend kamen Vertreter der verschiedenen Feuerwehren im Gemeindegebiet ebenso wie Bürger, die sich ein Engagement vorstellen können. „Die Feuerwehren tun ihr Möglichstes“, sagte der Kirchdorfer Kommandant Tobias Kiel, „aber es ist mehr möglich.“ Er berichtete, dass die Feuerwehren durchschnittlich achtmal im Jahr als Unterstützung des Rettungsdienstes alarmiert werden. Statistisch halten die Rettungsdienste im Bereich von Kirchdorf bei 21 Prozent der Alarmierungen, sprich bei etwa jedem fünften Notruf, die gesetzlichen Fristen für das Eintreffen vor Ort nicht ein.

Und genau da könnten die First Responder in die Bresche springen und als Ersthelfer ihren Teil dazu beitragen, dass Menschenleben gerettet werden. Für ein funktionierendes System, bei dem die Ehrenamtlichen mit Bereitschaftsdiensten auch nicht überstrapaziert werden, wäre eine Anzahl von mindestens 18 First Respondern sinnvoll. Je mehr mitmachen, desto besser wird diese Einrichtung für alle. Im Nachgang der Informationsveranstaltung meldeten sich 14 Interessenten. Bürgermeister Gerlsbeck bestätigt auch schon den Erhalt einiger Absichtserklärungen.

Stichtag für die Abgabe ist der morgige Donnerstag, sodass noch kein finales Fazit gezogen werden kann. „Wir rechnen damit, dass wir die Leute zusammenbekommen“, sagt Bürgermeister Gerlsbeck. Interessierte Gemeindebürger können sich im Bürgerbüro des Rathauses melden und ihre Bereitschaft bekunden. Mit den Kandidaten für eine neue Hilfseinrichtung wird am 30. Juli der Gemeinderat über die Gründung abstimmen. Gerlsbeck rechnet damit, dass sich dort eine Mehrheit findet für die Einheit der Ersthelfer unter dem Dach der Gemeinde Kirchdorf. „Ich bin zufrieden“, sagt der Rathauschef zu der von ihm und dem Gemeinderat angestoßenen Entwicklung, „Die Thematik ist für uns sehr wichtig.“

Lesen Sie auch: Schwerer Unfall auf viel befahrener Kreuzung in Freising.

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