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Fraktionssprecher der Grünen Kirchdorf: „Wir sind skeptisch gegenüberjeder Reduktion von Mitwirkung“

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Neu im Gremium will Martin Heyne im Namen seiner Partei für die Kirchdorfer das Beste. © Lorenz

Sie wollten einiges anders haben als bisher: Die Grünen, die neu sind im Kirchdorfer Gremium. Was die Gründe für die vielen Anträge sind, wollte das FT von Martin Heyne wissen.

Über zehn Anträge bezüglich der Geschäftsordnung kamen von Ihnen. Bricht jetzt eine neue politische Zeitrechnung in Kirchdorf an?

Auf jeden Fall! Aber nicht nur wegen Bündnis 90/die Grünen. Der Rat wird von über 50 Prozent komplett neuen kommunalpolitischen Gesichtern mitgestaltet – allein bei unserer Fraktion stolze 100 Prozent. Das ist eine neue Zeitrechnung. Sie wird Inspiration und Gestaltungswille bringen. Und das haben sich ja offenbar auch die Wähler erhofft, als sie sich für neun neue Gesichter als Räte entschieden haben. Beste Voraussetzungen also!

Die Grünen störten sich sehr an einem reduzierten Krisen-Ausschuss und der Begrifflichkeit „bei Bedarf“. Angst, etwas könnte im kleinen Rahmen schnell durchverhandelt werden?

Wir sind skeptisch gegenüber jeder Reduktion von Mitwirkung – also auch gegenüber Ausschüssen, die mit 50 Prozent der Gemeinderäte beschließen, während andere zwangsweise draußen bleiben. Ein Beschluss, der vorsieht, dass der Notausschuss „bei Bedarf“ durch den Bürgermeister einberufen werden kann, ist de facto ein „Scheunentor“ mit Unbehagen. Nicht unbedingt für Kirchdorf, denn wir glauben, dass der Bürgermeister damit verantwortungsvoll umgeht, aber generell. Da überzeugen uns auch keine Erklärungen wie „Wird empfohlen…“, oder „Wer weiß, was kommen könnte…“. Andere Gemeinden verzichten auch auf Krisen-Ausschüsse und beweisen so, dass Empfehlungen „von oben“ nicht alternativlos sind.

Mit drei Gemeinderäten bilden die Grünen eine relativ kleine Fraktion – sehen sie sich als klassische Opposition von CSU/FW und FWG?

Es gilt ja auch für Mitglieder unserer Fraktion: Zuerst sind wir Menschen, als zweites Kirchdorfer und erst dann kommt unsere bündnisgrüne Brille, die uns Themen mit einer politischen Überzeugung betrachten lässt. Insofern vereint uns Räte ja grundsätzlich mehr, als uns trennt. Aber: Die Wähler haben mit Absicht ihr Kreuz bei uns gemacht. Und wir werden ihnen nicht das Gefühl geben, eine Stimme für uns wäre eine Stimme, die sie auch anderen Parteien hätten geben können. Oberste Prämisse bleibt aber: Gewählt von 16 Prozent der Kirchdorfer – arbeiten zum Wohl von 100 Prozent.  

Richard Lorenz

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