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Vertreten die Waldbesitzer: (v. l.) Lorenz Heckerl, Rudolf Wildgruber, Alois Hölzl, Franz Braun, Josef Denk, Josef Putz und Isidor Zeilhofer.

Jahreshauptversammlung

Freisinger Waldbesitzer im Krisenmodus: Katastrophenbewältigung seit 29 Jahren

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Dürren, Stürme, Borkenkäfer: Die Freisinger Waldbesitzer befinden sich im Dauer-Krisenmodus. Und die Politiker schieben sich gegenseitig den Schwarzen Peter zu.

Helfenbrunn– Den Klimawandel spüren auch die Waldbesitzer im Landkreis Freising. Und so waren nicht nur die Folgen der fünf heißesten Sommer seit Wetteraufzeichnung für den Wald Thema bei der Jahreshauptversammlung der Waldbesitzervereinigung, sondern überhaupt die seit 30 Jahren anhaltenden Wetterkapriolen. Und auch Grußwort-Redner im Burgerwirt zu Helfenbrunn nahmen sich des Themas an – mit Seitenhieben auf den jeweiligen politischen Gegner.

Zusammengekommen war man am Freitag, um den neuen Vorstand für die kommenden fünf Jahre zu wählen: Josef Denk ist und bleibt an der Spitze, seine Stellvertreter heißen Lorenz Heckerl und Alois Hölzl. Das Quartett der Beisitzer bilden Franz Braun, Josef Putz, Rudolf Wildgruber und Isidor Zeilhofer. Und die führen eine Vereinigung, die auch finanziell gut dasteht: 606 000 Euro hat man 2018 eingenommen (davon 440 500 Euro aus dem Holzhandel). 598 000 Euro hat man ausgegeben, wie Heike Huber den Mitgliedern darlegte.

Seit 1990 ist Katastrophenbewältigung angesagt

Weitere Zahlen hatte Ingo Kellner in seinem Geschäftsbericht vorgelegt: Der Holzpreis, so kündigte er an, werde von derzeit 76 Euro pro Festmeter bis Ende April sicherlich „runtergehen“. 26 200 Festmeter Holz habe man im vergangenen Jahr vermarkten können, die Mitgliederzahl sei um sechs auf 1613 gestiegen, die Mitgliedsfläche betrage 8431 Hektar.

Doch das war es dann auch schon mit den guten Nachrichten: Der scheidende Förster Hans-Helmut Holzner, der „nicht sang- und klanglos gehen“ wollte, erinnerte in seinem Rückblick daran, dass seit 1990 „Katastrophenbewältigung“ angesagt sei: zehn große Stürme, Dürre und in der Folge der Borkenkäfer – für Waldbesitzer gebe es seit Jahrzehnten nur Herausforderungen.

Holzner griff damit ein Thema auf, das auch Denk in seiner Rede zum Schwerpunkt gemacht hatte: Die Dürre 2018 habe vielerorts zu „Totalausfällen“ geführt, Jung- und Altbestände seien geschwächt. Im Landkreis Freising sei durch umsichtiges und schnelles Handeln wenigstens noch Schlimmeres verhindert worden.

Politiker beschuldigen sich gegenseitig

Auf den Klimawandel gingen auch die Landtagsabgeordneten Benno Zierer (FW) und Johannes Becher (Grüne) ein: Während Zierer die Grünen dafür kritisierte, dass sie „die Zusammenarbeit verweigert“ hätten, als es darum ging, den Kampf gegen den Klimawandel in die Verfassung aufzunehmen, forderte Becher von der Staatsregierung, dass sie handeln müsse. Es genüge nicht, „ein Wort in die Verfassung zu schreiben“. Becher thematisierte auch die Einschränkung des Flächenverbrauchs, zu dem es eine Regelung geben müsse, weil Freiwilligkeit nicht zum Ziel führe.

Auch Denk hatte gesagt, man müsse die Versiegelung drosseln, der allein im Landkreis jährlich 15 Hektar Nutzfläche „zum Opfer fallen“. Landrat Josef Hauner wurde von Denk kritisiert, weil die Untere Jagdbehörde die Anschaffung eines Nachtsichtgeräts zum Abschuss von Wildschweinen abgelehnt habe, außerdem von den Jägern noch gefordert habe, „ein Ansitzbuch“ zu führen – für Denk ein Unding: „Das kann höchstens meine Frau fordern, damit sie weiß, wo ich bin.“

Landrat verteidigt sich

Hauner verteidigte das Vorgehen der Behörde: Man habe bisher keinen Antrag auf Anschaffung von Nachtsichtgeräten abgelehnt, es habe auch nur wenige Anträge gegeben. Zudem gebe es diverse, sich teilweise widersprechende Empfehlungen von übergeordneten Behörden. So oder so: Waldbewirtschaftung sei von großer Wichtigkeit – für die Natur, für die Erholung und auch für die Wirtschaft. Darin waren sich dann wieder alle einig.

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