Ostbahnhof für alle S-Bahnen gesperrt: Das müssen Sie jetzt wissen

Ostbahnhof für alle S-Bahnen gesperrt: Das müssen Sie jetzt wissen
+
Viele Mitstreiter hat das Projekt „Allen Unkenrufen zum Trotz“ gefunden. Waldbesitzer, Naturschützer, Förster, Behörden, ja sogar Schulen ziehen an einem Strang, um die Gelbbauchunke vor dem Aussterben zu retten.

Projektstart im Forst bei Wippenhausen

Großer Einsatz für eine kleine Unke

  • schließen

Sie ist vom Aussterben bedroht: die Gelbbauchunke. Ein groß angelegtes Projekt in sechs Landkreisen soll sie retten. In Kirchdorf machen sogar die Schulkinder mit. Und ein privater Waldbesitzer stellt seinen Grund zur Verfügung. Vorbildlich!

Wippenhausen – Gelb, das weiß nicht nur Biologe Christian Magerl, bedeutet Gefahr. Nun ist die Gelbbauchunke nicht nur für mögliche Fressfeinde eine Gefahr, weil sie eben giftig ist. Die kleine Amphibie, die maximal sechs Zentimeter groß, aber bis zu 19 Jahre alt wird, ist auch selbst in Gefahr, steht auf der Roten Liste, ist vom Aussterben bedroht. „Allen Unkenrufen zum Trotz“ heißt ein Projekt, das das Bundesamt für Naturschutz fördert, das der Bund Naturschutz federführend in sechs oberbayerischen Landkreisen in die Tat umsetzt, und das der bedrohten Tierart ihren Lebensraum wieder zurückgeben will. Wie? Indem man Tümpel und kleine Gewässer anlegt, die – ganz wichtig – auch immer wieder austrocknen. Im Forst bei Wippenhausen sind zu diesem Zweck die Bagger angerückt, haben im Staatsforst erste Löcher gegraben. Doch „landesweit eine Besonderheit“, so Landrat Josef Hauner, sei es, dass mit Christian Wild ein Waldbesitzer freiwillig mitmacht, in seinem Wald solche Tümpel anlegen lässt, um dort dann im Frühjahr 2019 Gelbbauchunken auszusetzen. Gestern traf man sich im dunklen Tann, um den Startschuss zu begehen.

„Wir müssen ihr unter die Arme greifen“, sagte der Kreisvorsitzende des Bund Naturschutz in Freising, Christian Magerl. Denn Auenwälder, in denen die Gelbbauchunke heimisch ist, würden immer weiter zurückgedrängt. An der Wichtigkeit des Projekts ließ auch Landrat Hauner keinen Zweifel. Und genau deshalb habe der Landkreis Freising auch die Koordination des Projekts für die sechs Landkreise übernommen. Neben der Rettung der Gelbbauchunke gebe es aber noch ein anderes Ziel, das mit „Allen Unkenrufen zum Trotz“ verfolgt werde, betonte Hauner: „Auch die junge Generation zum Mitmachen bringen“, den Nachwuchs für die Umwelt und die Natur interessieren.

Und genau dieses Ziel wird bei dem Projekt in der Nähe von Wippenhausen ebenfalls erfüllt: Die Schüler der Grundschule Kirchdorf übernehmen die Patenschaft für die Gelbbauchunken und die Maßnahme. Schulleiterin Birgit Penger, die gestern zum Vor-Ort-Termin vier Schüler als „Abgeordnete“ mitgebracht hatte, verwies auf den Lehrplan: „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ sei dort als Inhalt verzeichnet, den Kindern Verantwortungsbewusstsein für Natur und Umwelt zu vermitteln, sei ein pädagogisches Ziel.

Waldbesitzer Christian Wild freute sich, dass er für „das ganz tolle Projekt“ so viele Mitstreiter gefunden habe. Für Wild ist es wichtig, dass Grundeigentum und Naturschutz keine Gegner sein dürften. Denn beide hätten doch das gemeinsame Ziel, die Heimat und die Natur zu bewahren. Besonders gefragt bei der Umsetzung des Projekts „Allen Unkenrufen zum trotz“ ist freilich auch der Staatsforst. Alfred Fuchs, Forstbetriebsleiter der Bayerischen Staatsforsten in Freising, versicherte: „Wir machen gerne mit“, schließlich gebe es im Staatswald viele Möglichkeiten. Allein in seinem Wirkungsgebiet gebe es 400 Kilometer Forstwege – und somit 800 Kilometer Strecke, auf denen Tümpel rechts und links der Wege angelegt werden könnten.

Im Frühjahr wird man sich wieder treffen, wird Exemplare der bedrohten Amphibienart aussetzen und hoffen, dass so die Bestände zumindest nicht weiter zurückgehen.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Bürger zeigen der Strabs die Rote Karte
Eine Änderung in Sachen Straßenausbaubeitragssatzung (Strabs) wird kommen – da ist sich MdL Florian Herrmann (CSU) sicher. Gestern nahm er über 300 „Rote Karten gegen …
Bürger zeigen der Strabs die Rote Karte
Tierbesitzer aufgepasst: Rattengift-Köder in Moosburg gefunden
Das ist dreist - und lebensgefährlich für die Tiere: Ein Unbekannter hat am späten Montagnachmittag eine Wiener, die ausgehöhlt und mit Rattengift gefüllt war, an der …
Tierbesitzer aufgepasst: Rattengift-Köder in Moosburg gefunden
Feinste Volksmusik im neuen Kulturtempel
Sozusagen in neuem Gewand kam das Alpenländische Adventsingen des Freisinger Tagblatts am Sonntag daher. Die ansonsten überaus nüchtern wirkende Luitpoldhalle war ganz …
Feinste Volksmusik im neuen Kulturtempel
Weltpremiere: Nachhaltige Erleuchtung in Moosburg
Sie sind aus Ecopolytec und besitzen 45 Prozent Holzanteil: Straßenlampen der Firma Langmatz, von denen seit einem halben Jahr sechs Stück am Krankenhausweg in Moosburg …
Weltpremiere: Nachhaltige Erleuchtung in Moosburg

Kommentare