Karin Schlagintweit erklärt, wieso es ohne Beitritt der Gemeinde Kirchdorf schwierig wird für die Musikschule Ampertal.

Interview mit Musikschulleiterin Karin Schlagintweit

Kein Beitritt, keine Kooperation

Ob die Gemeinde Kirchdorf förderndes Mitglied der Musikschule Ampertal werden soll, darüber wurde in der jüngsten Gemeinderatssitzung in der vergangenen Woche diskutiert. Eine Entscheidung darüber ist noch nicht gefallen. Die Gemeinderäte plädierten nämlich dafür, erst einmal Alternativen anderer Anbieter zu prüfen. Der Förderbeitrag von rund 25 000 Euro jährlich, erschien manchem zu hoch. (wir berichteten). Das FT hat bei der Leiterin der Musikschule Ampertal, Karin Schlagintweit, nachgefragt, wieso Kirchdorf als weiteres Mitglied so wichtig für die Einrichtung ist.

Frau Schlagintweit, die Gemeinden Allershausen, Kranzberg, Hohenkammer und Paunzhausen sind bereits Mitglied bei der Musikschule Ampertal. Warum sollte ihrer Meinung nach Kirchdorf jetzt auch beitreten?

Momentan kommen rund 60 unserer Schüler aus Kirchdorf. Die Zahl wächst kontinuierlich, was auch unsere Personalkosten steigen lässt. Mit einem weiteren Ansteigen könnte der für uns existentielle Landeszuschuss gefährdet sein. Ins Lot käme die Sache erst wieder, wenn neue Landesmittel fließen würden, was aber an eine Förderung durch die Kommune gekoppelt ist. Kirchdorf muss sich entscheiden, ob es der Musikschule als förderndes Mitglied beitreten möchte, oder ein Einfrieren der Kooperation in Kauf nimmt. Übrigens wäre es das erste Mal in der Geschichte der Musikschule seit 1990, dass eine Gemeinde nach jahrelanger erfolgreicher Zusammenarbeit abspringen würde.

Warum braucht die Musikschule überhaupt einen kommunalen Zuschuss?

Wir haben höhere Ausgaben als private Anbieter. Wir bieten unseren Lehrern sozialversicherte Arbeitsverträge, das schafft Kontinuität und individuelle Betreuung, Darüber hinaus bieten wir auch Schnupperstunden und Beratung an, Tage der Offenen Tür, externe Veranstaltungen und Elterngespräche. Privatlehrer, freie Musikinstitute und Musikschulen lassen sich nicht so ohne weiteres vergleichen.

Wieso nicht?

Wir sind eine anerkannte Verbandsmusikschule des Landes Bayern und dürfen nur Lehrkräfte mit Hochschulabschluss anstellen. Wir unterliegen der staatlichen Schulaufsicht der Regierung und leiten jedes Jahr einen ausführlichen Tätigkeitsbericht an diese weiter. Wir haben für fast alle Instrumente mehrere Lehrkräfte, so dass bei Krankheit kaum Stunden ausfallen. Das sind nur einige wenige Vorgaben des Musikschulverbandes zur Qualitätssicherung.

Was gibt es denn noch für Vorgaben?

Eine Verbandsmusikschule muss möglichst das volle Spektrum an Instrumenten abdecken. Wir unterrichten derzeit 29 verschiedene Instrumente. Über die Vorgaben bieten wir Orientierungshilfen an. Oft wissen Einsteiger noch gar nicht, welches Instrument einem liegt. Dafür gibt es bei uns das Instrumentenkarussell. Hier können Schüler innerhalb von zwölf Wochen verschiedene Instrumente im Unterricht ausprobieren. Wir können auch Instrumente verleihen. Zwölf Kirchdorfer Schüler spielen derzeit auf Leihinstrumenten.

Ein vielfältiges Angebot...

Ja! Mit einem Beitritt könnte sich die Gemeinde Kirchdorf auf ein hochwertiges und vielseitiges Bildungspaket und einen bewährten Partner verlassen.

Interview: Maria Martin

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