Kinderbetreuung in Kirchdorf: Die Eltern werden künftig stärker zur Kasse gebeten. Die Erhöhung der Gebühren fiel jedoch sehr moderat aus.
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Kinderbetreuung in Kirchdorf: Die Eltern werden künftig stärker zur Kasse gebeten. Die Erhöhung der Gebühren fiel jedoch sehr moderat aus.

Gemeinderat beschließt Gebührenerhöhung

Kinderbetreuungsplätze in Kirchdorf werden teurer, bleiben aber „elternnah“

Die Kindergartengebühren in Kirchdorf steigen. Die Grünen brachten sich vor dem Beschluss mit einem ganz anderen Ansatz ein.

Kirchdorf – Jahrelang sind die Gebühren für die Kinderbetreuung in Kirchdorf nicht gestiegen – im September werden sie aber jetzt doch leicht angehoben. Das Ansinnen der Grünen, sich als Kommune über einen kostenlosen Kita-Platz Gedanken zu machen, kam dabei auch auf den Tisch.

Seit 2015 passt Kirchdorf die Gebühren der Kinderbetreuung auf der Grundlage des Förderabschlags an. Betrug dieser im Jahr 2019 noch 1217,62 Euro, erhöht er sich für 2021 auf 1235,77 Euro – was einer Steigerung von 1,49 Prozent entspricht. Die Gebühren für das Mittagessen bleiben vorerst, so gibt es die Beschlussvorlage her, unverändert und werden für das kommende Jahr aufgrund von Kostensteigerungen beim Essensbezug sowie beim Personal neu kalkuliert werden müssen.

Martin Heyne (Grüne) fragte bei der jüngsten Gemeinderatssitzung nach, wieviel die Gemeinde bei den Kosten für die Kinderbetreuung „zuschießen“ würde – und ob diesbezüglich ein kostenloser Kita-Platz diskutiert werden könne. Bürgermeister Uwe Gerlsbeck (CSU) machte die Rechnung auf: Ein Drittel der Kosten würden von den Eltern berappt werden, die beiden anderen Drittel vom Freistaat und der Kommune. Die Beträge seien seiner Meinung dabei sehr „elternnah“. Wieviel allerdings Kirchdorf finanziell für die Kinderbetreuung aufwenden müsse, konnte der Rathaus-Chef nicht aus dem Stegreif beantworten. Geschäftsleiter Florian Haider schaute dann im Haushalt 2020 nach: Runde 980 000 Euro Kosten stehen rund 740 000 Euro an Einnahmen gegenüber. Heißt im Klartext: Die Gemeinde gleicht jährlich ein Defizit bezüglich Kinderbetreuung von einer viertel Million Euro aus. Was aber genau in diese Summe einfließt, beispielsweise diverse Baumaßnahmen, konnte Gerlsbeck nicht sagen.

Da die Gemeinde allerdings sowieso schon eine sehr hohe Summe ausgleicht, gingen die Grünen bei der Entscheidung einer geringen Erhöhung in puncto Kinderbetreuung dann doch mit.

Was bedeutet nun die Kosten-Anhebung zum September 2021? Bisher müssen Eltern im Monat beispielsweise 212, 80 Euro zahlen (für neun Betreuungsstunden täglich), im September werden es dann 216 Euro sein. Dabei sind allerdings noch nicht die 100 Euro Kindergartenzuschuss vom Freistaat abgezogen. Bei der Kinderkrippe steigen die Kosten von aktuellen 438,70 Euro (neun Betreuungsstunden täglich) auf 445,20 Euro. Der Beschluss einer Kosten-Steigerung von 1,49 Prozent wurde mit einer Gegenstimme auf den Weg gebracht.

Richard Lorenz

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