Fußgängerampel
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Auf eine Fußgängerampel am Rathausplatz warten die Kirchdorfer seit Jahren. (Symbolbild)

Nach jahrelangem Warten

Fußgängerampel am Rathausplatz: Kirchdorfer Gemeinderäte drücken aufs Tempo

Seit Jahren wartet Kirchdorf auf die Fußgängerampel am Rathausplatz. Doch so ganz trauen einige Gemeinderäte der Sache noch nicht.

Kirchdorf – Die Fußgängerampel am Rathausplatz soll nach sechs Jahren Wartezeit kommen, so jedenfalls ist es aktuell vorgesehen. Die Grünen wollten in der jüngsten Kirchdorfer Gemeinderatsitzung aber wissen, ob zwischenzeitlich nicht doch noch eine mobile Ampel zur Sicherheit aufgestellt werden sollte. Die Begründung der Grünen: Die dauerhafte Ampelanlage habe sich erheblich verzögert, sodass es den Bürgern jeden Alters nicht weiter zuzumuten sei, auf diese sicherheitserhöhende Maßnahme zu verzichten.

Neu ist das Thema nicht: Bereits voriges Jahr war eine Interimsampel zur Überbrückung im Räte-Gespräch gewesen – allerdings haben sich damals noch alle darauf verlassen, dass die dauerhafte Ampel bis Weihnachten stehen würde. Auch der Kostenpunkt von um die 3000 Euro pro Monat für eine solche Mietampel habe die Entscheidung, erst einmal noch zu warten, bestärkt.

Grüne schlagen drei Alternativen vor

Doch wie soll mit der Übergangszeit bis zum Schulbeginn verfahren werden? Die Grünen schlugen in ihrem Antrag drei zeitliche Möglichkeiten vor – von umgehend bis spätestens zum Schulbeginn wäre für sie eine mobile Ampelanlage denkbar.

Rathauschef Uwe Gerlsbeck holte ein Stimmungsbild ein.

Bürgermeister Uwe Gerlsbeck (CSU) wollte dafür ein Stimmungsbild im Gremium einfangen, war aber durchaus erleichtert, dass in der Causa Ampel endlich die Struktur so „geklammert“ sei, wie es gehört. Für Elisabeth Hörand (CSU/FW) ist die Ampel nach wie vor „richtig und wichtig“ – trotz diesem „Drama um Zuständigkeiten“. Sie vertraue den Terminen, die festgelegt worden sind. Sollte die Ampel allerdings bis zum ersten Schultag nicht stehen, dann würde auch sie für diese mobile Anlage plädieren. Denn so Hörands Resümee: „Irgendwann machen wir uns lächerlich!“ Diesbezüglich konnte Gerslbeck aber beruhigen: „Wir stehen mit dem Ingenieurbüro in engstem Kontakt.“

Gemeinderäte fürchten, dass Termine nicht eingehalten werden

Andreas Schmitz (FWG) erinnerte allerdings daran, dass die Ausschreibungen ja jetzt schon im Verzug seien, seiner Meinung nach „wird’s so weitergehen.“ Schmitz habe auch mit einigen Schulweghelfern gesprochen, die eine mobile Ampel sehr gut finden würden – auch um Kinder und Autofahrer schon vor dem Schulbeginn daran zu gewöhnen. Vielleicht, so Schmitz, würde sich das Staatliche Bauamt ja „ein Herz fassen“ und sich an den Kosten beteiligen. Grundsätzlich würde er aber auf jeden Fall empfehlen, sich früh genug um eine Interimslösung zu kümmern, sobald absehbar sei, dass die Termine nicht eingehalten würden.

Gerlsbeck machte die Rechnung auf: Würde die Kommune morgen eine Ampel hinstellen, würde es um die 15 000 Euro kosten. Er hofftaußerdem, dass das Staatliche Bauamt eine günstigere Variante auf Lager habe.

Johannes Kaindl (FWG): Ampel zum Druckmittel machen

Johannes Kaindl (FWG) schlug vor, die mobile Ampel als „Druckmittel“ zu verwenden, nach dem Motto: „Wenn ihr nicht fertig werdet, dann kommen Kosten.“ Das, so Claudia Reinmoser (FWG), sei aber illusorisch – diese Kosten könnten nicht auf das Bauamt abgewälzt werden. Auch Martin Heyne (Grüne) präferierte jene Variante, spätestens wenn ersichtlich ist, dass es wieder nichts wird mit einer Ampel, tätig zu werden – am besten zum Schulanfang. Der Beschluss dafür erfolgte einstimmig.

Richard Lorenz

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