Corona-Zahlen auf Mallorca steigen rasant: RKI zieht Konsequenz und macht Insel jetzt zum Risikogebiet

Corona-Zahlen auf Mallorca steigen rasant: RKI zieht Konsequenz und macht Insel jetzt zum Risikogebiet
Einer „Buckelpiste“ gleicht der Radweg zwischen Netto und der Amperbrücke in Kirchdorf.
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Einer „Buckelpiste“ gleicht der Radweg zwischen Netto und der Amperbrücke in Kirchdorf.

500 Meter lange Asphalt-Welle

Kuriosität in Kirchdorf: Darum wurde dieser Radweg unfreiwillig zur Buckelpiste

Ein Fahrrad-Erlebnisweg? Die Teststrecke eines Herstellers? Wie die Gemeinde Kirchdorf zu einem buckeligen Radweg kam, erklärt jetzt der Bürgermeister.

  • Ein Planungsfehler sorgt im oberbayerischen Kirchdorf für Spott.
  • Der neue Fahrradweg gleicht einer Buckelpiste.
  • Der Bürgermeister nimmt es mit Humor.

Update vom 15. Juli, 22.10 Uhr: Der Buckelpisten-Radweg von Kirchdorf sorgte deutschlandweit für Amüsement - nun hat sich das Landratsamt zu Wort gemeldet und einige Dinge klargestellt.

Update vom 15. Juli, 11.47 Uhr: Die Ortschaft Kirchdorf hat es dank ihres unfreiwillig als Buckelpiste gebauten Fahrradwegs zwischen dem Netto und der Amperbrücke inzwischen überregional in die Schlagzeilen geschafft. Und auf diesen Zug sind nun die Veranstalter des 19. Hirschbachschleiferls aufgesprungen: „Natürlich haben wir die neue deutschlandweite Attraktivität Kirchdorfs für uns genutzt“, betont Organisator Alois Portz. Deshalb habe man entsprechende Plakate entworfen: „Lust auf ein paar Höhenmeter in Kirchdorf? – Dann lauf lieber ’s Hirschbachschleiferl“, ist auf einem zu lesen.

So werben die Organisatoren für die 19. Auflage des Hirschbachschleiferls.

Das wirklich Wichtigste steht allerdings ganz unten: „Jetzt anmelden unter www.sckirchdorf.de“. Hintergrund: Der Lauf mit Distanzen von 9,7 und 3,9 Kilometern ist heuer wegen der Corona-Beschränkungen kein klassischer Wettkampf, sondern lediglich ein Freizeitangebot. Deshalb gehen die Teilnehmer am Sonntag, 26. Juli, nicht gemeinsam, sondern zwischen 8.30 und 12.30 Uhr einzeln und im Abstand von einer Minute auf die Strecke. Um das alles planen zu können, ist die Anmeldung heuer ausschließlich online möglich – und zwar bis zum 19. Juli auf www.sckirchdorf.de oder www.facebook.com/hirschbachschleiferl. Bis dato haben sich 90 Läufer registriert, maximal 240 Teilnehmer sind zugelassen. Portz: „In jedem Fall reicht der Anmeldekreis schon jetzt von Ingolstadt bis Oberaudorf.“

Update vom 10. Juli: Inzwischen ist der Buckelpisten-Radweg von Kirchdorf deutschlandweit Thema.

Erstmeldung vom 4. Juni: Kirchdorf - Die Gemeinde Kirchdorf scheint ihrer Zeit bezüglich einer Fahrrad-Erlebniswelt weit voraus. Begnügen sich andere Kommunen noch mit einfachen Asphaltwegen, folgt Kirchdorf dem österreichischen Vorbild: die Aufwertung von Fahrradstrecken durch kleine Hügel. Eigentlich schade, dass es nur ein Planungsfehler war.

Bürgermeister Uwe Gerlsbeck (CSU) nimmt es gelassen – trotz einiger schadenfreudiger E-Mails aus der Bürgerschaft, frei nach dem Motto: Gibt es jetzt Berge in Kirchdorf? Auch, weil es den Verantwortlichen erst nach der Asphaltdecke so richtig aufgefallen war: Statt eines geraden Fahrradwegs zwischen Netto und Amperbrücke können Neugierige aktuell einen hügeligen Parcours betrachten. Zur Ehrenrettung: Es sieht schlimmer aus, als es ist – beim Fahrradfahren selbst bemerke man die „Huckel“ kaum, bestätigte Gerlsbeck. Nur schön sei es halt nicht sonderlich. In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats wurde dieses Thema kurz angerissen, weil Gerlsbeck ein Meinungsbild des Rats einfangen wollte.

Buckelpiste in Kirchdorf bei Freising: So belassen oder erneuern?

Aufgrund der Feldeinfahrten sei der Radler-Weg angehoben worden, aber eben nicht überall gleichmäßig – die Fehlleistung liege eindeutig beim Planenden. Für den Rathaus-Chef stellt sich nun die Frage: so belassen oder erneuern? In Österreich gestaltet man längere Strecken mit künstlichen Steigungen, um den Fahrspaß zu erhöhen – allerdings misst die betroffene Ampertal-Innovation nur um die 500 Meter, danach verläuft der Fahrradweg wieder ganz normal.

Zu bedenken wäre laut Gerlsbeck auch eine Erneuerung plus die Ausweitung zu einem etwas breiteren Wirtschaftsweg, den sich dann Landwirte und Fahrradfahrer teilen könnten. Dass sich Traktor und Mountainbike später allerdings ins Gehege kommen, schließt Gerlsbeck aus: Die Wirtschaftsweg-Nutzung sei überschaubar niedrig. Gespannt darf man auf jeden Fall sein, wie sich das Gremium in der nächsten Sitzung entscheiden wird – für eine kleine Sensation im Ort oder eben für den geraden Weg.

Was tun mit der Kirchdorfer Buckelpiste? Gerlsbeck hofft auf ein Lastenrad

Das Fahrrad beschäftigt Gerlsbeck auch in einer anderen Sachlage, die ebenfalls in der jüngsten Gemeinderatssitzung auf den Tisch kam: Unter 2000 Kommunen sollen sechs Gemeinden für ein Lastenrad-Förderprogramm ausgewählt werden. Gefallen würde es dem Bürgermeister sehr gut, damit eine „Vorzeige-Kommune“ zu werden. Einen großen Bonus-Punkt sieht Gerlsbeck beim Mobilitäts-Konzept der ILE Ampertal, die ja sowieso einen innovativen Weg einschlägt. Denkbar wäre es laut dem Bürgermeister, verschiedene Stellplätze anzubieten, um dort via Miet-System den eigenen Drahtesel gegen ein Lastenrad für beispielsweise größere Einkäufe einzutauschen. Wie schon mit der kompletten gemeindlichen LED-Umstellung könnte Kirchdorf damit sogar vielen anderen Gemeinden einen Riesenschritt voraus sein. Selbst oder vielleicht sogar wegen eines sehr ungewöhnlichen Fahrradwegs.

Der Lastenrad-Antrag wurde jedenfalls gestellt, die Gemeinde wartet nun ab, ob man dabei zum Zug kommt.

Richard Lorenz

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