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„Feines Instrument“: Kirchdorf fällt Grundsatzbeschluss für Bauvorhaben

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Hausbau
„Man kann nicht einfach an jeder Ecke bauen“, betonte Kirchdorfs Bürgermeister Uwe Gerlsbeck. © Jens Büttner

In der jüngsten Kirchdorfer Gemeinderatssitzung wurde ein Grundsatzbeschluss für Bauvorhaben gefällt. Und auch die Pandemie war Thema.

Kirchdorf – Mit dem Grundsatzbeschluss einer Einbeziehungssatzung für Kirchdorf ist laut Bürgermeister Uwe Gerlsbeck (CSU) nun ein „feines Instrument“ geschaffen worden, um einige wenige Bauvorhaben umsetzen zu können. Dabei stünde aber eines im prominenten Vordergrund: nur für den Eigenbedarf.

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Orientierung am Einheimischenmodell

Gerlsbeck ist das schon wichtig: „Man kann nicht einfach an jeder Ecke bauen.“ Um aber eine rechtliche Basis zu haben, um etwaige Areale zu Baugrundstücken umzuwidmen, sei ein Grundsatzbeschluss zu einer Einbeziehungssatzung unerlässlich, um als Gemeinde eine rechtliche Basis zu haben. Hier orientiert sich Kirchdorf, so Gerlsbeck auf FT-Nachfrage, sehr stark am Einheimischenmodell. Denn wenn eine Wiese oder ein Acker zu einem Baugrundstück wird, also in einen Bebauungsplan einbezogen wird, darf das nicht zur Mehrung von Eigentum führen. Heißt: Besitzt der Bauwerber bereits Eigentum in Kirchdorf, muss er dieses veräußern, wenn der Bauwerber eine Einbeziehung nutzen möchte.

Aktuell betrifft das in Kirchdorf sieben bis acht potenzielle Flächen, auf denen dann gebaut werden könnte. „Aber einen Sechsspänner darf er nicht reinbauen“, erklärte der Rathauschef. Maximal dürfen 500 Quadratmeter genutzt werden, eine Wohnbindung von 15 Jahren ist außerdem vorgesehen. Oft gehe aber eine Einbeziehung aus diversen Gründen sowieso nicht, wie Gerlsbeck betonte. Was auch nicht möglich ist: Wenn ein Grundstück dann bebaut worden ist, kann an der neuen Grenze nicht weiter einbezogen werden – denn dann würde die Ortschaft immer mehr ausfransen. Mehrheitlich gab der Kirchdorfer Gemeinderat grünes Licht für diesen Grundsatzbeschluss, ein Bauwerber steht nämlich schon in den Startlöchern.

Mülltrennung am Friedhof

Auch auf dem Kirchdorfer Friedhof wird sich demnächst was ändern – nämlich in puncto Mülltrennung. Aktuell gibt es dort nur die Möglichkeit, jeglichen Abfall in einer Restmülltonne zu entsorgen. Das allerdings gefällt den Grünen nicht, die in der jüngsten Gemeinderatsitzung separate Behältnisse für kompostierbare Abfälle wie Blumen beantragten. „Das ist eine gute Geschichte“, wie Gerlsbeck sagte, wenngleich das Verhalten der Bürger bezüglich Mülltrennung nach Installation einer Biotonne erst einmal beobachtet werden müsse.

Christkindlmarkt abgesagt

Kaum mehr Zeit zur Beobachtung des Pandemie-Geschehens habe der Rathaus-Chef allerdings in der Causa Bürgerversammlung, die er eigentlich für den 26. November anberaumt hatte. „Ganz ehrlich“, so Gerlsbeck, „sie wird höchstwahrscheinlich ausfallen.“ Denn Kirchdorf habe „es jetzt auch erwischt“, was die Corona-Fälle angeht. Der Christkindlmarkt, ursprünglich geplant für Samstag, 4. Dezember, wurde abgesagt – ebenso die Seniorenveranstaltung vom Frauenbund. Der Verlauf der Pandemie ist laut Gerlsbeck „der schiere Wahnsinn“. Er zeigte sich sehr erleichtert darüber, dass sich die Kommune früh genug für Luftreinigungsgeräte für die Schule und das Kinderhaus entschlossen hat.

Richard Lorenz

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