Der Radweg der Gemeinde Kirchdorf.
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Sicherheit bringt der Radweg in Kirchdorf für die Radler allemal. Ungeachtet der Tatsache, dass er aufgrund seines buckeligen Erscheinungsbildes kurz nach der Fertigstellung auf großes Interesse überregionaler Medien stieß.

Blick auf die vergangenen eineinhalb Jahre

Kirchdorf hat das große Ganze im Blick

Die Verwaltung und das Gemeinderatsgremium der Gemeinde Kirchdorf waren trotz Pandemie nicht untätig. Ein Blick auf die vergangenen eineinhalb Jahre.

Kirchdorf - Der Bürgermeister von Kirchdorf, Uwe Gerlsbeck (CSU), hat eine klare Meinung: „Mir geht es um die Sache, nicht um das politische Couleur.“ Mit dem FT hat sich Gerlsbeck über jene Projekte unterhalten, die trotz der Pandemie erfolgreich auf den Weg gebracht wurden. 
Eigentlich hätte Gerlsbeck gerne eine Bürgerversammlung abgehalten, um die Kirchdorfer auf den neuesten Stand zu bringen. Allerdings kam ihm hier die Delta-Variante in die Quere. Die Gefahr, so Gerlsbeck, sollte man einfach nicht eingehen. Doch trotz sämtlicher Widrigkeiten der Corona-Pandemie habe sich in der Kommune sehr vieles getan: Beispielsweise die Ampel an der Schule, die Straßenerneuerung in Helfenbrunn oder der fertiggestellte Fahrradweg. Was sich seit dem neuen Gremium allerdings auch verändert habe: Früher, so Gerlsbeck, sei es ein zielorientiertes Miteinander gewesen, ohne das Stellen von zahlreichen Anträgen.

Das Problem: Durch die Pandemie sei vieles einfach nicht möglich gewesen, beispielsweise eine zeitnahe Klausur-Tagung, um die neuen Räte auf den aktuellen Stand zu bringen – aber auch um zu erklären, was sich schon jahrelang in einer Planungsphase befinde. „Es ist schwierig für alle Beteiligten“, erklärte Gerlsbeck, denn im Grunde befände sich die Gemeinderatsarbeit immer noch nicht im Regelbetrieb. Ganz klar sei für ihn aber eines: Partei-Ansinnen seien im Gremium nicht wichtig – schließlich habe es bei der Wahl auch viele offene Listen gegeben. „Ich bin zwar ein CSU-Mann, aber hier bin ich nur Bürgermeister.“ Außerdem gehe es im Gemeinderat auch um ganz andere Dinge wie im Land- und Bundestag, in denen starke Oppositionen eine Rolle spielen würden.

Luftfilteranlagen

Gerade für die großen Herausforderungen sei laut Gerlsbeck ein gesunder Menschenverstand das Wichtigste, um zügig und adäquat Entscheidungen treffen zu können – wie eben bei der jüngsten Fragestellung um Luftfilter-Anlagen für Schulen und Kitas. Kirchdorf lässt sich hier nämlich nicht auf große Meinungsströmungen ein und schafft 23 Geräte an, um den Präsenzunterricht sicherzustellen.

Betreutes Wohnen

Und auch darauf ist Gerlsbeck stolz: In Nörting wird ein Heim für Betreutes Wohnen durch einen privaten Träger entstehen. Denn auch in Kirchdorf sei die Tagespflege ein Riesen-Thema für die nahe Zukunft. Natürlich steht auch das Bauen per se auf der Liste des Bürgermeisters. „Der Rat war immer für die Nachverdichtung im Innenbereich“, betonte Gerlsbeck – und weiter: „Da muss man mit der Zeit gehen, aber auch auf eine gesunde bauliche Entwicklung schauen.“ Was viel Zeit in Anspruch nehme, aber wenig von der Öffentlichkeit gesehen werde: Bauwerber anständig begleiten sei zeitweise schon ein sehr hoher Aufwand. Und dann könne er eben nicht ständig mit „Wasserstandsmeldungen“ in den Rat kommen, wie beispielsweise bei der großen Wohnanlage in Helfenbrunn für junge Familien.

Kanalsystem

Was ebensowenig von den Bürgern gesehen werde, aber fundamental wichtig sei: Die häufige Kontrolle und Sanierung des örtlichen Kanalsystems. „Das sind große kommunale Aufgaben, die halt im Hintergrund laufen.“ Die seien aber auch für den Umweltschutz tragend – so wie der stetige Blick auf die wasserrechtliche Erlaubnis. Hier sei von ihm und seinen Mitarbeitern ebenfalls immer äußerst vorausschauend gearbeitet worden, auch um die Bürger vor explodierenden Kosten zu schützen.

Viele Erfolge

Die Liste der Kirchdorfer Erfolge ist lang: Das Rathaus wird barrierefrei, die Feuerwehren wurden auf den neusten Stand gebracht, sodass Nörting auch für einen möglichen Hochwasserschutz gut gerüstet sei. Eine vor zwei Jahren gegründete First-Responder-Einheit ist oftmals vor dem Rettungsdienst vor Ort, um Erste Hilfe zu leisten. „Ich habe meinen höchsten Respekt davor“, betont Gerlsbeck.

Großbaustelle Helfenbrunn: Die Anwohner der Oberen und Unteren Dorfstraße warten geduldig auf die Fertigstellung der Straßenbaumaßnahme. 

Dank für ein sehr großes Verständnis will Gerlsbeck aber auch den Helfenbrunnern aussprechen, denn ihre Dorfstraße wird gerade in einer großen Aktion komplett saniert, wofür von Kirchdorf um die drei Millionen Euro investiert wurden. Zugute komme der Kommune da der Zusammenschluss mit der ILE-Ampertal, die auch das Straßenprojekt fördert: „Wir haben großen positiven Nutzen aus dieser Verbindung – nicht nur, weil ich der Vorstand bin.“ Schwierig werden könnte es zukünftig allerdings beim Thema Schule, weil vermutlich irgendwann die Räume für immer mehr Schüler ausgehen werden.

Dem Zuzug von Menschen, die auf dem Land leben wollen, müsse sich eine Kommune stellen – noch werde der Bedarf, auch beim Kinderhaus, aber gut abgedeckt. Die Gesellschaft, so Gerlsbeck, verändere sich und darauf müsse weitsichtig reagiert werden, auch deshalb gebe es im kommenden Jahr bereits mehr Krippen-Gruppen. Ebenfalls reagiert habe er auf mögliche Ablauf-Verbesserung in der Verwaltung mit einer externen Organisationsuntersuchung. „Wir haben sowieso eine sehr offene Kommunikation im Haus“, sagt Gerlsbeck. Um den Ablauf noch reibungsloser zu gestalten, gibt es neuerdings einen wöchentlichen Jour-Fix-Termin und eine zusätzliche Kämmerer-Stelle. „Wir müssen das große Ganze im Blick haben“, erklärt Gerlsbeck.

Mehr Sicherheit

Bestes Beispiel hier: Das leidige Thema Fahrradweg, der streckenweise zu einer Buckelpiste geworden ist. Es werde Zeit, diesen Fahrradweg einfach als das zu benennen, was er auch ist, nämlich eine Strecke, die Fahrradfahrern mehr Sicherheit bietet. Aber scheinbar, so sagt Bürgermeister Uwe Gerlsbeck, waren diese Kirchdorfer Wellen im Asphalt ein Welt-Ereignis – „von New York bis Moskau“.

Richard Lorenz

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