1. Startseite
  2. Lokales
  3. Freising
  4. Kirchdorf an der Amper

Kirchdorf ist den Straßenschäden auf der Spur

Erstellt:

Kommentare

Den Straßenschäden auf der Spur: (v. l.) Bürgermeister Uwe Gerlsbeck, Karl Denk vom Bauhof, Bauamtsleiter Walter Ulrich und Petra Fürbeck (Firma Vialytics).
Den Straßenschäden auf der Spur: (v. l.) Bürgermeister Uwe Gerlsbeck, Karl Denk vom Bauhof, Bauamtsleiter Walter Ulrich und Petra Fürbeck (Firma Vialytics). © Lorenz

In Kirchdorf kann es jetzt losgehen mit dem Fotografieren und Dokumentieren des eigenen Straßennetzes. Schäden werden digital festgehalten.

Kirchdorf - Google Maps Streetview in Kirchdorf? Weit gefehlt, denn der Bauhof-Mitarbeiter ist nicht interessiert an Gebäuden, sein Augenmerk liegt ausschließlich auf dem Zustand des Kirchdorfer Straßennetzes. Risse, Schlaglöcher, sonstige Defekte – alles wird demnächst feinst säuberlich dokumentiert via Bildgebung, archiviert und im Laufe der Zeit zu Vergleichszwecken herangezogen werden. Der Vorteil laut Petra Fürbeck von Vialytics: „Durch die objektiven Daten können Entscheidungen bei beispielsweise Gemeinderatssitzungen unterstützt werden.“

Weitere Pluspunkte von der Foto-Dokumentation: Aufgaben können direkt an die zuständigen Personen weitergeleitet werden, zudem profitieren auch Mitarbeiter von Ordnungs- und Grünflächenämtern von den Aufnahmen – oder wie im Kirchdorfer Fall, das zuständige Architekten-Büro bei Straßensanierungsmaßnahmen. Hier können die ersten Begutachtungen, so Bürgermeister Uwe Gerlsbeck (CSU) in der Gemeinderatsitzung vom Mai, eingespart und einfach die notwendigen Bilder im Vorfeld übermittelt werden. Überaus angetan von der neuen Dokumentation war damals auch der 2. Bürgermeister Helmut Wildgruber (FWG) – vor allem, weil er ja auch im Vorfeld selbst schon versucht hatte, den Straßenzustand via Fahrrad und Fotoapparat festzuhalten.

Doch was muss jetzt eigentlich Karl Denk vom Bauhof machen? Ganz einfach: Das Smartphone mit der Software wird wie eine Dash-Cam in die Fahrerkabine geklemmt und dann geht’s los. Alle vier Meter wird automatisch ein georeferenziertes Bild geschossen, wobei Straßenschäden und Inventar erkannt werden.

(Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s jetzt auch in unserem regelmäßigen Freising-Newsletter.)

Mit einem Bluetooth-Knopf am Lenkrad kann zusätzlich jederzeit eine Gefahrenstelle fotografiert und zugleich mit einer Sprachnachricht, wie beispielsweise „Baum zuschneiden“ hinterlegt werden. Damit könne laut Fürbeck einiges an Geld gespart werden, wenn beispielsweise im Herbst der Status quo erhoben wird und vor dem Winter präventiv Risse und Fugen verfüllt werden, sodass keine weiteren Schäden entstehen können.

In puncto Datenschutz konnte Fürbeck beruhigen: „Zufällig aufgenommene Gesichter werden natürlich verpixelt.“ Auch die Kirchdorfer Radwege sollen mit dem neuen System abgefahren werden – entweder mit einem Kehrfahrzeug oder am besten gleich mit dem Fahrrad. Das Projekt, die 45 Kilometer der Gemeindestraßen regelmäßig abzufahren, läuft aktuell fünf Jahre.

Richard Lorenz

Noch mehr aktuelle Nachrichten aus dem Landkreis Freising finden Sie auf Merkur.de/Freising.

Auch interessant

Kommentare