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Flottes Trio: die Palzinger Handball-Damen (v. l.) Franziska Rommel, Sandra Redl und Franka Straubinger.

Erste Laufveranstaltung nach Corona-Lockdown

Kirchdorf-Laufevent: Hirschbachschleiferl 2020 war ein Sonnentag für die Seele

  • vonNico Bauer
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Statt Hitze gab‘s am Sonntag Regen. Eine Wohltat für alle, die beim Hirschbachschleiferl mitliefen, bestens organisiert von Alois Portz.

Kirchdorf – Es war alles anders und trotzdem richtig schön. Das Kirchdorfer Hirschbachschleiferl war der erste Lauf nach dem Corona-Lockdown – und für 137 Starter am Sonntag trotz Dauerregens ein Sonnentag für die Seele. Mit Abstand und Hygieneregeln wurde aus dem klassischen Massenstart ein Einzelrennen, das nicht minder Spaß machte. Der langjährige Organisator des Kirchdorfer Laufevents, Alois Portz, hatte sich wegen der Corona-Lockerungen gefreut, selbst mitlaufen zu können. Das hat sich wegen einer Verletzung zwar erledigt, aber auch als Moderator wurde ihm nicht langweilig.

Test ist gut gegangen

Portz stellte den Teilnehmern am Start noch eine Frage und zählte mit ihnen den Countdown herunter. „Mit Nachmeldungen am Start hätten wir wahrscheinlich mehr als 200 Teilnehmer gehabt“, sagt Alois Portz, der mit den 137 aber auch sehr zufrieden war. „Der Test ist gut gegangen“, sagt er über die auch von anderen Sportarten mit Argusaugen beäugte Veranstaltung: „Wir haben alles richtig gemacht.“ In diesem Jahr gab es einen Lauf pur über die kleine Schleife mit 3,9 und die große Runde mit 9,7 Kilometern.

Organisator Alois Portz (l.) konnte wegen einer Verletzung zwar nicht mitlaufen, hatte aber viel Spaß als Moderator und Motivator.

Jeder stoppt Zeit selbst

Neben dem Einzelstart mit einer Minute Abstand fehlte vor allem das Drumherum. Es gab keinen offiziellen Sieger, keine Ehrungen und auch kein Volksfest. Jeder musste seine Zeit selbst stoppen. Daraus entstand eine Zeitenliste (siehe Randspalte). Diese hatte dann auch einen gewissen Wert, weil Ballsport-Mannschaften mit mehreren Sportlern kamen und sich die Mannschaftskameraden so etwas vergleichen konnten.

Ganze Familie läuft mit

In Familienstärke traten die Steiners aus Neufahrn beim Kirchdorfer Laufspaß an. Mit Michaela und Julia Steiner liefen Mutter und Tochter gemütlich ins Ziel, das der lauf begeisterte Vater Günter schon längst erreicht hatte. Günter Steiner hat schon elf Marathons bewältigt. Und wenn bei diversen Lauf-Events auch das gemütlichere Walken angeboten wird, dann ist der Rest der Familie mit dabei. Während seine Frau und die jüngere Tochter gemeinsam auf die Strecke gingen, fungierte die ältere Tochter Eva als Motivatorin. Sie trug ihre kleinere Schwester auch ein paar Meter Huckepack, sodass im Ziel die Familie gemeinsam den Lauf-Erfolg feiern konnte.

Daumen hoch für die Organisatoren des Hirschbachschleiferls. Die Steiners aus Neufahrn mit (v. l.) Eva, Günter, Julia und Michaela gönnten sich den Laufspaß und rückten in Familienstärke an.

„Diesmal war es angenehmer als vor zwei Jahren“, sagt Michaela Steiner mit Blick auf das leicht regnerische Wetter. 2018 war ihre Familie bereits beim Hirschbachschleiferl dabei, und da sei dieses ob der hochsommerlichen Temperaturen schon sehr anstrengend gewesen.

Blick auf den Startcomputer: Mit einer Minute Abstand ging es los.

SVA-Schlussmann ist der Schnellste

16 von den bisherigen 19 Bezirksligaspielen hat Manfred Bullok als Torwart des SVA Palzing gemeistert, und nun stehen auch drei Hirschbachschleiferl in seiner Vita. Der Fußballer lief die 9,7 Kilometer in beachtlichen 36:14 Minuten und meisterte sein Ziel: „Ich will mich zeitlich bei jedem Start verbessern.“ Diesmal war er der schnellste von allen 137 Startern. Mit Freundin Stefanie hatte er Fan und Helferin dabei. Die radelte wie ein Bodyguard hinter dem flotten Torwart ins Ziel, motivierte ihn, versorgte ihn mit Getränken und nahm die Zeit. 

Manfred Bullok mit Freundin Stefanie, die ihn wie ein Bodyguard begleitete. 

Der neue Hirschbachschleiferl-Rekord kommt für Manfred Bullok nicht überraschend, „weil man sich ja in Corona-Zeiten fit halten muss. Die Pause hat mir auch gutgetan“, sagte der SVA-Schlussmann. Das Ergebnis bestätigte seinen Fitnessstand. Aber jetzt möchte er wieder Schüsse des Gegners abwehren – und dafür sind Bullok und die Palzinger seit zwei Wochen im Fußballtraining

Kirchdorfs ehemaliger Bürgermeister Springer genießt Gerüche und Geräuschkulisse

Der lokale Promi durfte nicht fehlen: Kirchdorfs langjähriger Bürgermeister Konrad Springer ist ein begeisterter Läufer und durfte an einem Tag wie diesem nicht fehlen. Nach 46:37 Minuten kam er ins Ziel und sagte mit einem Lächeln, „dass man nach dem Lauf wieder weiß, wo man steht“. Er trainiert viel auf dieser Strecke und freute sich über ein bisschen Wettkampfcharakter beim Kampf gegen die Uhr. „Ich genieße auf der Strecke des Hirschbachschleiferls immer diese Gerüche und die Geräuschkulisse“, sagt Springer. Der Lauf in der Natur mache eben besonders viel Freude, auch wenn er beim offiziellen Event alles etwas weniger genossen habe als bei den Trainingseinheiten mit dem KGB Lauftreff. Pro Woche schafft der sportliche ehemalige Rathauschef in der Regel 40 bis 50 Kilometer.

Kirchdorfs ehemaliger Bürgermeister Konrad Springer durfte nicht fehlen.

Beeindruckender Schlussspurt

Die Trikots und Shirts des SC Kirchdorf waren nicht zu übersehen beim Hirschbachschleiferl. Am Sonntag waren jede Menge Fußballer unterwegs. Bei den Kindern erfolgte die Meldung teilweise gleich in Mannschaftsstärke, und Michael Trost startete mit seinem Bruder Markus. Der muskulöse Michael Trost aus Thalhausen lief die 9,7 Kilometer in 45:26 Minuten und bestätigte damit, dass der Linksaußen der Zweiten SCK-Fußballer einer der schnelleren Spieler auf dieser Position sein dürfte. Sein Bruder Markus, er spielt in der Ersten, brauchte knapp eine Minute mehr.

Michael Trost aus Thalhausen bestätigte, dass er als Linksaußen der Zweiten SCK-Kicker einer der schnelleren Spieler auf dieser Position sein dürfte.

Happy Birthday, Steffi!

Steffi Montalto vom KGB Laufteam Kirchdorf war das Geburtstagskind des Hirschbachschleiferls. Sie brauchte für die Strecke etwas mehr als eine Stunde und sagte, „dass ich normal schneller unterwegs bin“. Sie hatte an dem Tag ein „allgemeines Unwohlsein“, wie sie meinte, aber für eine Absage sei das für sie kein Grund gewesen. Das Geburtstagskind hat sich durchgebissen.

Das Geburtstagskind des Hirschbachschleiferls: Steffi Montalto.

Übrigens: Mit dabei war auch Niklas Ludwig, der sich an seinem 18. Geburtstag den Traum vom Triathlon erfüllte.

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