Vater und Sohn vor der Staatskanzlei, wo sie den Brief abgaben.
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In der Bayerischen Staatskanzlei hat Martin Heyne in Begleitung seines Sohnes einen Brief für Markus Söder abgegeben.

Bonuszahlungen für Erziehungspersonal

„Eile ist geboten“: Kirchdorfer Gemeinderat bringt Söder Brief sogar persönlich vorbei

In Kirchdorf wurde der Antrag von Martin Heyne (Grüne) abgelehnt, Bonus-Zahlungen für Erziehungspersonal auszugeben. Ein Brief an Ministerpräsident Söder soll nun helfen.

Kirchdorf - Heyne wurmt die ganze Angelegenheit schon ziemlich: Mit 5 zu 11 Stimmen wurde sein Antrag auf eine Bonus-Ausschüttung in gesamter Höhe von 7800 Euro für Mitarbeiter des örtlichen Kindergartens, der Krippe und der Mittagsbetreuung abgeschmettert. Dabei kam die Idee der monetären Zuwendung im Grundsatz gar nicht von Heyne, sondern von Söder. Der hatte nämlich im November vorigen Jahres die Kommunen ausdrücklich gebeten, eine Bonus-Zahlung für Erziehungspersonal zu prüfen – denn dieses hätte „mehr verdient als lobende Worte“, so Söder damals.

Corona in Bayern: Bonus Zahlungen für Erziehungspersonal in Kirchdorf abgelehnt

Dabei versprach der Ministerpräsident auch, dass sich der Freistaat Bayern daran beteiligen würde – allerdings ist bis dato davon nichts mehr zu hören. Für Heyne durchaus auch ein Grund, wegen dem das Kirchdorfer Gremium ablehnend reagiert hatte.

Bonus-Zahlungen für Erziehungspersonal in der Corona-Krise: „Eile ist geboten“

Dann kam aber Heynes vierjähriger Sohn Linus auf eine Idee: „Aber das ist doch ganz einfach Papa! Warum kommst denn Du da nicht selbst drauf?! Wir fahren einfach zum Herrn Söder und sagen ihm, dass er das jetzt endlich machen soll!“ Gesagt, getan: Der Grüne schreibt in seinem Brief (Auszug): „Wenn Sie das am 27. November besagte Beteiligungsprogramm umgehend in eine rechtliche Basis gießen würden, so ließen sich meine Kollegen hier sicher erweichen. Eventuell sind Sie, Herr Dr. Söder, nämlich schlicht wegen der aktuellen Beanspruchung nur noch nicht dazu gekommen, dies im Ministerialweg zu veranlassen – aber ich erlaube mir, Sie darauf hinzuweisen, dass nun Eile geboten wäre, denn im Juni läuft ja die Steuerfreiheit für solche Boni ab – und wir wollen doch sicher beide nicht, dass Herr Scholz auch noch bei den 300 Euro für unsere Erzieherinnen im bayerischen Kirchdorf an der Amper die Hand aufhält“.

Brief an Markus Söder persönlich: Kirchdorfer Gemeinderat fährt zur Staatskanzlei

Gemeinderat und Sohn fuhren also nach München und hinterlegten den Brief an der Bayerischen Staatskanzlei und der privaten Münchner Wohnung von Söder. Sicherheitshalber will Heyne aber auch noch den grünen Landtagsabgeordneten Johannes Becher beauftragen, nochmals bei diesem Thema nachzuhaken.

Richard Lorenz

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