Martin Heyne von den Grünen Kirchdorf.
+
„Ich werfe meinen Hut in den Ring und will Erich Irlstorfer ablösen“, sagt Martin Heyne von den Grünen Kirchdorf.

Neben Leon Eckert zweiter grüner Bewerber

Kirchdorfer Grünen-Gemeinderat Martin Heyne möchte in den Bundestag

Er hat seinen Hut in den Ring geworfen: Martin Heyne ist neben Leon Eckert der zweite Grüne, der Bundestagsabgeordneter werden will.

Kirchdorf – „Ich möchte das Mandat der CSU abjagen!“ Mit diesen Worten machte es der Kirchdorfer Martin Heyne vom Bündnis 90/Die Grünen am Freitagabend nun offiziell: Er will für seine Partei in den Bundestag einziehen. Allerdings gibt es bereits seit August einen Kandidaten aus den eigenen Reihen – den 25-jährigen Echinger Kreis- und Gemeinderat Leon Eckert.

Das Gerücht brodelte kurz, die Bestätigung auf FT-Nachfrage folgte prompt: Heyne, der als grüner Kirchdorfer Gemeinderat bereits für einige Aufreger gesorgt hat, will es wissen: „Ich werfe meinen Hut in den Ring und will Erich Irlstorfer (CSU) ablösen!“ Dass es überraschenderweise jetzt zwei grüne Kandidaten-Bewerbungen gibt, stört Heyne keinesfalls: „Wir müssen uns die Frage stellen, was ist das beste Angebot für den Wähler – und eben nicht nur, wer als erster den Arm hebt“, so der 41-Jährige. Das Problem: Zwar genießen, so Heyne, die Grünen bei der Bevölkerung eine breite Zustimmung, allerdings sei die Partei oftmals nicht überzeugend genug bei den Personen-Vorschlägen von wichtigen Ämtern. Er selbst sieht sich durchaus als „Front-Persönlichkeit“ und hofft, dass sich der Kreisverband Freising über seine Stimmkreiskandidatur-Bewerbung im Wahlkreis Freising/Pfaffenhofen/Schrobenhausen freuen werde.

Auch Heynes Wahlkampfthemen stehen bereits: Priorität hat für ihn zweifelsohne die Umsetzung der Energiewende. Diese sei aktuell politisch so „schlecht gemacht“, dass die Bürger einfach „keinen Bock darauf haben“. Sein Wunsch: Für den Einzelnen muss sich die Energiewende lohnen, beispielsweise durch „eigenen“ Strom via Bürgerbeteiligungswindkrafträder, bevor ausschließlich Investoren daran verdienen, so Heyne. Wo der Gemeinderat auch großen Nachbesserungsbedarf sieht: Die Kommunen müssen mehr entscheiden können, beispielsweise beim Thema gemeindliche Verkehrspolitik. Statt „das müssen wir so machen“ möchte Heyne kommunale Eigenverantwortung bei beispielsweise Tempo-Beschränkungen innerorts. Überhaupt nicht mehr zeitgemäß beurteilt Heyne auch das Beschulungssystem. Diesbezüglich würde er gerne eine Mischung aus Off- und Online-Unterricht priorisieren. Heyne will hier viel „aufbrechen“, gerade in einer Zeit, in der immer mehr Menschen sowieso im Homeoffice arbeiten würden. Aber auch den Mittelstand und die Wirtschaft möchte er nicht vergessen – Heyne war selbst zehn Jahre lang Mitglied der Geschäftsleitung bei einem TV-Sender.

Wir sind wie Gallien im Kreisverband Freising.

Martin Heyne, Grüne

Der in Eisenhüttenstadt geborene Heyne sieht sich als typisches „Wendekind“. Seit 2001 lebt er in Bayern und ist durch das Bündnis 90, der ostdeutschen Bürgerrechtsbewegung, zu den Grünen gestoßen. Politische Erfahrungen sammelte er beim Brandenburger Landesverband der Grünen, 2019 gründete Heyne den ersten Ortsverband in Kirchdorf mit aktuell sechs Mitgliedern. „Wir sind wie Gallien im Kreisverband Freising“, sagt Heyne.

Noch am Freitagabend wollte er, wie er sagte, seine Bewerbung dem Kreisverband mitteilen. Wer danach offiziell zur Wahl aufgestellt wird, entscheidet letztlich eine Aufstellungsversammlung der Partei.

Richard Lorenz

Wegen Corona: 90 Prozent weniger Passagiere - Flughafen München schickt Terminal 1 in Winterschlaf

Auch interessant

Kommentare