Die Innentreppe des Kirchdorfer Rathauses.
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Die Innentreppe des Rathauses ist für gehbehinderte Bürger ein Problem. Nun sollen Plattformlifte installiert werden.

Diskussion im Gemeinderat

Kirchdorfer Rathaus wird barrierefrei: Drei klappbare Plattformlifte sollen eingebaut werden

Das Kirchdorfer Rathaus soll möglichst bald barrierefrei werden. Deshalb sprach sich der Gemeinderat nun für drei klappbare Plattformlifte aus.

Kirchdorf – Barrierefrei ist am und im Kirchdorfer Rathaus momentan noch nichts: ein Treppenaufgang zur Haustür, dann eine Innentreppe und zu guter Letzt noch eine separate Treppe zum Besprechungs- und Trauungsraum. Nun soll zügig eine Lösung gefunden werden, um etwa für Rollstuhlfahrer den Zugang zum Rathaus zu ermöglichen.

Gleich drei Varianten, um das Rathaus barrierefrei gestalten zu können, standen in der Kirchdorfer Gemeinderatsitzung am Dienstag zur Debatte. Entweder einen Aufzug wie ihn das Rathaus Rudelzhausen verbaut hat, ein Treppenlift mit integriertem Sitz oder ein Plattformlift. Theoretisch möglich wären sogar alle drei Varianten gleichzeitig gewesen, da es sich um drei eigenständige Treppen handelt.

Relativ zügig war sich die Mehrheit der Räte einig: Ein klassischer Aufzug muss es nicht unbedingt sein. Denn der würde mit runden 80 000 Euro zu Buche schlagen – wobei noch ungeklärt blieb, wie hoch die Wartungskosten dafür belaufen würden. Für einen solchen Kassettenschacht-Aufzug aus Glas und Stahl sprach sich dennoch Regina Elzenbeck (CSU/FW) aus. Ihre Argumentation: Menschen mit Gehbehinderung würden sich damit leichter tun als mit einem Treppen- oder Plattformlift. Außerdem, so Elzenbeck, wäre es ja eine Investition für mindestens die nächsten 20 Jahre, die zudem rein visuell besser zu einem Rathaus passen würde. Auch Claudia Reinmoser (FWG) präferierte einen geschlossenen Aufzug, denn aus Erfahrungen im persönlichen Umfeld wisse sie, dass etwa Menschen mit einem Rollator in freieren Liftformen durchaus Angst haben können – beispielsweise wegen der Höhe. Thomas Steininger (CSU/FW) glaubt allerdings nicht, dass ein Treppen- oder Plattformlift so schnell wie ein Karussell „nauffahr´n“ werde.

Zudem, und das merkten viele Räte an, sei die Preisdifferenz enorm: Rund 50 000 Euro billiger würden die Treppen- oder Plattformlifte ausfallen. Martin Heyne (Grüne) gab auch zu bedenken, dass ein klassischer Aufzug einen Eingriff in den Baukörper bedeuten würde, der jetzt noch nicht zu überblicken sei. Seiner Meinung sei ein einfacherer Lift den Ansprüchen ausreichend.

Wie auch Gerlsbeck habe sich die Grünen-Fraktion mit dem Behindertenbeauftragten des Landkreises Konrad Weinzierl besprochen. Fazit: Ein einfacher Lift würde durchaus genügen. Doch wie ist es, wenn mehrere gehbehinderte Menschen bei einer Trauung im Obergeschoß des Rathauses teilnehmen wollen? Dieser Frage ging Albert Steinberger (CSU/FW) auf den Grund: Seiner Meinung nach würde dann ein Ausweichen auf eine andere, ebenerdige Örtlichkeit Sinn machen. Diesem unkonventionellen Lösungsvorschlag wollte allerdings Reinmoser nicht folgen, denn es läge ja ein gesetzlicher Auftrag zur Barrierefreiheit des Rathauses vor.

Einen eindeutigen Favorit fand schließlich Andreas Schmitz (FWG), der sich im Vorfeld mit der Causa Barrierefreiheit über einen längeren Zeitraum hinweg auseinandergesetzt hatte: Für ihn mache ein durchgängiges System von Plattformlifte am meisten Sinn – also insgesamt drei Stück. Auch farblich sei hier alles machbar: „Da ist nix unmöglich!“

Die Einigung des Rats: Es wird drei sogenannte klappbare Plattformlifte geben – einen Außen- und zwei Innenlifte, mit denen Rollstuhlfahrer ohne Umsteigen auf einen Sitz, wie auch gehbehinderte Menschen, die dann einen Sitz ausklappen können, die höheren Etagen erreichen können. Auch Rathauschef Uwe Gerlsbeck war zufrieden, denn am Beispiel des Rudelzhausener Rathaus-Aufzugs sei auch zu sehen: „Besonders schee ist der nicht!“ Mit 11:4 Stimmen wurde das Projekt Plattformlifte auf den Weg gebracht, das bereits in diesem Jahr noch umgesetzt werden soll.

Richard Lorenz

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