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Gehen erstmals in Kirchdorf an den Start: die Grünen mit (v. l.) Kai Kriebel (Platz 4), Silvia Bauer (Platz 3), Martin Heyne (Platz 1), Tanja Materne (Platz 5) und Matthias Achatz (Platz 2).

Kommunalwahl 2020

Die Grünen wollen erstmals auch in Kirchdorf mitreden

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Sie wollen „das Dorf nicht umpflügen“, sind „nicht auf Krawall“ gebürstet, möchten aber eine „farblich andere Kraft“ neben der CSU und der FWG sein: Die Grünen werfen in Kirchdorf erstmals ihren politischen Hut in den Ring.

Kirchdorf„Wir stehen zur Verfügung!“ Mit diesem Ansinnen bewerben sich 2020 erstmals Grüne um Gemeinderatssitze in Kirchdorf. Bei der Aufstellungsversammlung am Freitag wurde mit fünf Namen auf der Liste „ein kompaktes Team“ bestimmt, so Listenführer und Ortssprecher Martin Heyne – ein kompaktes Team, das nicht auf Krawall aus ist, das „das Dorf nicht umpflügen will“, sondern eine konstruktiv arbeitende Alternative und „farblich andere Kraft“ jenseits von CSU und den CSU-nahen FW und FWG sein will. Vier Mitglieder haben die Grünen in Kirchdorf, fünf Bewerber stehen auf der Liste, die am Freitag im Seminarraum der Ökokiste beschlossen wurde – in Hausschuhen oder in Socken, bei Wasser oder bei Apfelsaft. Listenführer Martin Heyne betonte, es gehe ihm und seinen Kollegen nicht darum, die vergangenen Jahrzehnte guter Arbeit in der Gemeinde schlechtzureden. Der geborene Brandenburger, der seit 2001 im Münchner Norden und seit 2017 in Kirchdorf lebt, findet es wichtig, dass sich auch Neubürger an der Gemeindeentwicklung beteiligen, sich einbringen und dass es „ein Angebot jenseits der CSU und der Freien Wähler“ gibt.

„Es gibt im Gemeinderat Kirchdorf keinen ausgewiesenen Startbahngegner“

Als eine Herausforderung sieht Heyne die bessere Vernetzung und Einbindung der 16 Ortsteile. Eine andere: „Es gibt im Gemeinderat keinen ausgewiesenen Startbahngegner“, sondern lediglich CSU- und FW-Mitglieder, „die aus Gründen der Parteiräson nicht zu laut Nein sagen dürfen“. Platz 2 auf der Liste nimmt Matthias Achatz (24) ein, ausgebildeter Gärtner, seit 2016 im elterlichen Betrieb der Ökokiste mit dabei, seit 2019 Mitglied der Grünen. Platz 3 gehört Silvia Bauer (40), seit 2019 eine Kirchdorferin, studierte Betriebswirtschafterin, inzwischen selbstständig und aktiv im Elternbeirat des Kirchdorfer Kindergartens. Ihre Motivation: „Ich packe gern an, ich bin lieber aktiv als nur zuzuschauen“. Auf Platz 4 steht Kai Kriebel (46), der seit 2014 in Nörting wohnt und ebenso wie seine Kollegen die schönen Ortslagen und die Vorzüge der Gemeinde Kirchdorf genau zu schätzen weiß. Er, der schon immer politisch interessiert gewesen sei und seit 2019 Mitglied bei den Grünen ist, betonte, dass die Zergliederung in so viele Ortsteile ein Problem sei. Ein besserer ÖPNV oder auch die Versorgung der Ortsteile mit „lokalen Kleinstgeschäften“ sei ihm ebenso ein Anliegen wie die Stärkung der Artenvielfalt auch durch kommunale Maßnahmen. Kriebels Credo: „Eine lebenswerte Gemeinde noch attraktiver machen.“ Auf Platz 5 ist Tanja Materne zu finden, die sich in Wippenhausen sehr wohl fühlt – „abgesehen von den vielen Autos, die durch Wippenhausen fahren“.

Jetzt werden Kernbotschaften formuliert

Für die Frauen und Männer auf der Liste, die einstimmig beschlossen wurde, beginne nun die Arbeit, so Heyne: Man werde nun Kernbotschaften formulieren und diese dann in den kommenden Wochen und Monaten an die Frau und an den Mann bringen. Für den Landratskandidaten der Grünen, Robert Wäger, waren zwei Dinge wichtig: dass neue Bürger auch neue Ideen einbringen und das im Gemeinderat auch abgebildet sein sollte, und dass es wirklich Spaß mache, so ein Amt auszufüllen und mit dabei zu sein.

Alle Infos über die Kommunalwahl 2020 in allen Gemeinden finden Siein unserem großen Überblick.

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