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Der Festvortrag von Michaela Kaniber sorgte erst für aufmerksame Zuhörer, dann für große Zustimmung und viel Applaus.

Landfrauentag in Helfenbrunn

„Mehr Wertschätzung würde Bauernfamilien gut tun“

Als vehemente Streiterin für den Bauernstand durften die Freisinger Landfrauen an ihrem Ehrentag Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber kennenlernen.

Helfenbrunn  Ihr Festvortrag, der unter dem Motto „Im Dialog bleiben“ stand, war der Höhepunkt des diesjährigen Landfrauentags am gestrigen Mittwoch beim Burgerwirt in Helfenbrunn. Bei den restlichen Festrednern gab das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ Anlass, Stellung zu beziehen. „Uns druckt was – alle miteinand“ – Bezirksbäuerin Christine Singer brachte in ihrem Grußwort das zum Ausdruck, was in den vergangenen Wochen vielen Bauern sauer aufgestoßen war. Nämlich die Tatsache, dass die Bauernschaft in eine Ecke gestellt worden sei, als wenn sie keinen Sinn für Natur habe. Das habe sie betroffen gemacht, sprach Singer den mehr als 300 Frauen aus der Seele.

Mehr Wertschätzung würde den Bauernfamilien gut tun. Qualitativ hochwertigere Lebensmittel als die, die die bayerischen Bauern erzeugten, gebe es weltweit nicht, betonte die Bäuerin selbstbewusst. Das komme in der Gesellschaft nicht an. Wer mehr Bioprodukte verlange, der müsse sie auch kaufen. Und genau da läge die Crux: Für die Produkte müssten die Verbraucher tiefer in den Geldbeutel greifen.

Die ganze Gesellschaft sei verantwortlich für mehr Artenschutz, sagte der Landtagsabgeordnete der freien Wähler, Benno Zierer. Mit dem Finger auf die Bauern zeigen und als Allein-Schuldige zu nennen, das sei zu bequem. „Ich habe unterschrieben, aber ich ändere mich nicht“, so sei das Gedankenmodell von vielen. Der Weg des Dialogs müsse beschritten werden, fasste es MdB Erich Irlstorfer zusammen. Dass man im Konsens eine Lösung finde müsse, das betonte auch Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber. Mehr noch: Das Verbraucherbewusstsein, dass man bereit sei, mehr Geld für Lebensmittel auszugeben, müsse gestärkt werden. Was folgte, war ein Plädoyer für mehr Wertschätzung der Landfrauen, bei dem man das Gefühl hatte, die Ministerin sprach aus dem Herzen, nicht aus dem Manuskript. Die Landfrauen seien der „soziale Kitt“ der Gesellschaft. „Seien Sie stolz auf sich“, sagte die Ministerin. Das, was die bäuerlichen Familien leisteten, dürfe auch publik gemacht werden. „Kommunizieren Sie den Wert ihrer Arbeit über die sozialen Medien“, ermunterte Kaniber die Frauen. „Die Zukunft ist weiblich, die Landwirtschaft auch“, so beendete die Ministerin ihren Vortrag.

Bereits am Vormittag hatten die Frauen einen gemeinsamen Gottesdienst gefeiert, der von Pfarrer Otto Steinberger zelebriert wurde und vom Landfrauenchor unter Leitung von Mariella Obermaier umrahmt wurde. Am Nachmittag ließen die Frauen ihren „Wellnesstag für die Seele“ mit lustigen Einlagen des Bauchredners „Aurer Jackl“ ausklingen.

Maria Martin

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