Einer „Buckelpiste“ gleicht der Radweg zwischen Netto und der Amperbrücke in Kirchdorf im Kreis Freising.
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Einer „Buckelpiste“ gleicht der Radweg zwischen Netto und der Amperbrücke in Kirchdorf im Kreis Freising.

Gemeinde hat nichts mehr zu melden

Über diesen Buckelpisten-Radweg lacht jetzt ganz Deutschland - Behörde will trotzdem weiterbauen

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Wie geht es weiter mit dem Buckelpisten-Radweg von Kirchdorf im Kreis Freising? Sat.1 und das Landratsamt wurden zunächst aufmerksam. Nun ist der Hügel-Weg Thema in ganz Deutschland.

  • Vor etwa fünf Wochen wurde ein neuer Radweg in Kirchdorf (Kreis Freising) asphaltiert. 
  • Bei den sonderbaren Hügeln hatten sich die Planer tatsächlich etwas gedacht.
  • Was als kurioser Planungsfehler anfing, hat sich inzwischen zur deutschlandweiten Lokal-Posse gemausert.

Update, 20. Juli: Der Buckelpisten-Radweg von Kirchdorf droht zum großen Spaß im deutschlandweiten Sommerloch zu werden - nun hat sich das Landratsamt mit einer Klarstellung zu Wort gemeldet.

Hügel-Radweg im Kreis Freising: Bild und Sat.1 greifen Thema auf

Update, 10. Juli: Was als lokale Kuriosität angefangen hat (wir berichten seit 4. Juni über den Fall), ist nun großes Thema in der Bild-Zeitung und auf Sat.1. Natürlich - auch quer ließ sich dieses Schmankerl nicht entgehen. Inzwischen hat das Landratsamt Freising den Kirchdorfern die Entscheidung abgenommen: Der sonderbare Hügel-Weg soll weitergebaut werden. Die Buckel bleiben - weil wichtig für den Hochwasserschutz.

Der Buckelpisten-Radweg von Kirchdorf weckt dabei Erinnerungen bei jenen, die an lokalen Bau-Kuriositäten interessiert sind. Denn auch im südlichen Oberbayern gibt es einen Radweg, der bundesweit Schlagzeilen machte, der Lücken-Radweg von Gmund am Tegernsee. Mut zur Lücke musste der damalige Bürgermeister Georg von Preysing (CSU) dort haben, weil mehrere Landwirte der Gemeinde den Grund nicht gönnten. Sein Nachfolger kann die Lücken aber offenbar bald schließen.

Ursprünglicher Artikel vom 24. Juni: Kirchdorf Eigentlich hatte es sich Bürgermeister Uwe Gerlsbeck (CSU) ganz anders vorgestellt: Die weitere Vorgehensweise zum ungewöhnlichen Kirchdorfer Fahrradweg, der Kirchdorfer Buckelpiste, sollte in der vorletzten Gemeinderatssitzung ausgiebig besprochen werden. Dazwischen kam allerdings eine Dreh-Anfrage von SAT.1-Bayern und eine überraschende Pressemitteilung des Landratsamts Freising.

Rückblick: Vor vier Wochen schilderte Gerlsbeck zum ersten Mal dem Gremium die Probleme des neuen Fahrradwegs zwischen Netto und Amperbrücke – eine 500 Meter lange, unfreiwillig gebaute hügelige Strecke. Aufgrund von Feldeinfahrten sei es zu Anhebungen des Weges gekommen, richtig aufgefallen sei es aber erst nach der ersten Asphalt-Schicht. Ein Planungsfehler, bei dem die Frage im Raum stand: Wer haftet?

Hügel-Radweg im Kreis Freising: Grüne machten schon Testfahrt - mit Erfolg!

Die meisten Ratsmitglieder waren jedoch sicher, dass es schlimmer aussieht, als es tatsächlich ist: Die Grünen unternahmen sogar eine Fahrrad-Tauglichkeits-Testfahrt. Einig war sich das Gremium vor allem in einem Punkt: Schön schaut es halt nicht aus. Was tun?

Buckelpisten-Radweg in Kirchdorf: Gemeinde wollte Problem selber klären - doch dann kam Sat.1

Vor einem Monat wollte Gerlsbeck vorfühlen bezüglich der Ausbesserung und des zusätzlichen Ausbaus zu einem Wirtschaftsweg. Fahrradfahrer und Landwirte wären sich laut Gerlsbeck kaum in die Quere gekommen, insgesamt schienen einige Räte recht angetan von dieser Idee. Das Gremium wollte sich bis zur nächsten Sitzung Gedanken machen und den „innovativen Radweg“ erneut auf die Tagesordnung setzen. Auf der jüngsten Tagesordnung tauchte dieser Fahrradweg jedoch erstaunlicherweise nicht auf.

Radweg zunächst nicht auf der Tagesordnung

Erst auf Anfrage von Martin Heyne (Bündnis 90/Die Grünen), ob aufgrund der Erklärung des Landratsamts Freising an SAT.1-Bayern die Causa Buckelpiste nun erledigt sei, wurde dieses Thema zum Schluss der öffentlichen Sitzung doch noch kurz aufgegriffen. Gerlsbeck bestätigte: „Der Kas’ ist bissen!“ Gerlsbeck berichtete vom Besuch des Fernsehsenders in Kirchdorf: „Die waren heut schon da – ich aber nicht“, so der Bürgermeister. Daraufhin gab es wohl seitens des Landratsamts Freising eine zügig verfasste Pressemitteilung für den Sender, aus der in der Gemeinderatssitzung nur passagenweise zitiert wurde und die auch nicht in den Sitzungsunterlagen am Pressetisch zu finden war.

Entscheidung trifft jetzt der Landkreis

Eines steht aber laut dieser Mitteilung offenbar fest: Das Landratsamt Freising hat das Ruder und damit auch die weitere Entscheidungsmacht übernommen. Immerhin ist die Behörde für die Kreisstraße, entlang der dieser Radweg führt, zuständig. Bedeutet: Der Fahrradweg wird ganz normal weitergebaut, von einer Ausbesserung der Wellen ist nicht die Rede – so will es das Landratsamt. Gänzlich zufrieden scheint Bürgermeister Gerlsbeck damit nicht zu sein, denn scheinbar hat sich die Zuständigkeitsverschiebung noch nicht bei den Bürgern herumgesprochen: „Ich bin der Depp, weil die meisten Anfragen bekomme ich!“

Richard Lorenz

Aktuelles im Landkreis Freising

Während des Corona-Lockdowns konzentrierte sich das Leben der meisten Menschen vor allem auf die eigenen vier Wände. Dementsprechend fiel mehr Müll an. Freising bestätigt den deutschlandweiten Trend.

Mit dem Bürgerentscheid für den Rathaus-Neubau in Erbpacht auf kirchlichem Grund ist auch die Entscheidung gefallen, dass die Gemeinde Fahrenzhausen auf ihren eigenen Flächen ein soziales Wohnprojekt anstoßen kann. Dafür werden nun Ideen gesammelt.

Auch interessant: Bei den Bauarbeiten des Brennerbasistunnels wurde kürzlich ein Durchbruch erzielt. Zwei wichtige Bauabschnitte sind nun miteinander verbunden. Dennoch wird sich die Fertigstellung des Tunnels wohl verzögern.

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