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"Sadomaso-Kas für frustrierte Stadtpritsch’n": Lisa Fitz hat am Sonntag in Kirchdorf nicht nur den Film „Fifty Shades of Grey“ abgewatscht.

„Weltmeisterinnen“ in Kirchdorf

Satire und Witz mit Lisa Fitz

Kirchdorf - Sie keift, die blickt böse drein, sie lacht, sie singt: Lisa Fitz, die bayerische Kabarettisten-Ikone, gastierte in Kirchdorf. Ein heftig-deftiger Abend.

Weltmeisterinnen auf der Bühne der Tenne! Und doch war es ein Solo, das Schuhbauer’s Tenne da am Sonntagabend erlebte: Lisa Fitz gab mit ihrem Programm „Weltmeisterinnen“ ein Gastspiel in Kirchdorf. Und Fitz bot das, was ein rappelvoller Saal von ihr erwartet hatte: Kabarett pur – mal derb, mal hintergründig, mal gesprochen, mal gesungen, mal als Witz, mal als Satire. Aber immer eines: Lisa Fitz. Fitz – das ist in ihrem neuen Programm die Putzfrau Hilde Eberl, die Journalistin Inge von Stein, die CSU-Abgeordnete Gerda Wimmer und Geheimagentin Olga Geheimnikowa.

Und auch wenn jede dieser Figuren ihr Spezialgebiet hat, so eint sie doch alle, dass sie nicht nur deutliche Worte sprechen, die Gesellschaft ins Visier nehmen und auch mal immer wieder gern genommene und Klischees bedienen. Klischees – das sind die vom Holländer mit dem Wohnwagen oder auch vom unternehmungsunlustigen Mann, von Politikern, die nichts arbeiten, oder auch von Frauen, die Engel sind: „Und wenn man uns die Flügel bricht, fliegen wir weiter. Auf einem Besen.“ Sagt Hilde Eberl und schwingt ihren Besen. Jene Hilde Eberl, die auch vor Zoten nicht zurückschreckt. Was soll auf ihrem Grabstein stehen? „Die kehrt nie wieder.“

Was Fitz bietet, ist ein Rundumschlag: Da gibt es Seitenhiebe auf den Film „Fifty Shades of Grey“, den „Sadomaso-Kas für frustrierte Stadtpritsch’n“, da gibt es Kritik an der Internet- und PC-Gesellschaft („Wir verrotten kampflos vor den Bildschirmen“), da gibt es die Journalisten-Klage und -Kritik, dass das doch früher mal ein ehrenhafter Beruf gewesen sei. Und da gibt es die unvermeidliche Politiker-Satire – über „Angie, die Beschwichtigungsleuchte und den ferngesteuerten Hosenanzug“ oder auch über Günther Oettinger, den „Sprachspasti“. Fitz bleibt sich auch in diesem Programm treu: Mann und Frau, Politik und gesellschaftliche Tendenzen – das sind ihre Themen. Fitz schimpft, ist deftig, und Fitz singt. Auch mal einen Blues von Tom Waits: „Yesterday is here.“ Man hat sich gut amüsiert in der Tenne zu Kirchdorf, auch wenn einem ab und zu das Lachen im Hals stecken blieb: Flüchtlinge? Das dürften doch vier Millionen werden, sagt eine der Fitz-Figuren. Die Deutschen hätten ja „schon mal fünf Millionen umgebracht“. Da sei „noch Luft nach oben“.

Andreas Beschorner

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