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Der doppelte Söder: Ob auf dem Plakat oder live – Bayerns Finanzminister überzeugt die CSU-Anhänger.

Finanzminister Markus Söder beim Politischen Erntedankfest der CSU in Helfenbrunn

Politisches Erntedankfest: Draußen Pfiffe, drinnen Applaus

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Helfenbrunn - Für Markus Söder war die Stippvisite in Helfenbrunn ein Wechselbad der Gefühle. Politischer Erntedank im Landkreis Freising – für CSU und Minister ein spannender Tag: Den Pfiffen der Startbahngegner folgte Applaus der Söder-Fans.

Die Startbahn und die Obergrenze bei den Flüchtlingen – zwei brisante Themen standen beim politischen Erntedankfest der CSU in Helfenbrunn im Mittelpunkt. In den Burgerwirt gekommen war „der Beste“, so Kreisvorsitzender Florian Herrmann über den Mann, der als einer der eisernsten Verfechter der dritten Startbahn gilt und auch offen zugibt, keine demokratische Partei rechts neben der CSU haben zu wollen: Markus Söder, Finanz-, Landesentwicklungs- und Heimatminister, für Herrmann „ein sehr vertrauensvoller Ratgeber“ und am Sonntag in Helfenbrunn draußen vor dem Saal von den Startbahngegner gnadenlos ausgepfiffen (Seite 1), drinnen im Saal von den CSU-Anhängern mit viel Applaus bedacht. Schon Florian Herrmann hatte Startbahn und Flüchtlingspolitik in das Zentrum seiner Begrüßung gestellt: Der Freisinger Landtagsabgeordnete betonte, aus seiner Sicht und der Sicht der Region könne der Flughafen auch mit zwei Startbahnen leistungsfähig bleiben. Das Flughafenumland bringe jetzt schon „ein Sonderopfer für ganz Bayern“, die Prognosezahlen der FMG seien noch nicht erreicht, „da ist noch viel Luft nach oben“. Anders bei der Flüchtlingspolitik: Da sei, was die Aufnahmekapazitäten anbelange, eben nicht mehr viel Luft nach oben. Herrmanns Credo und das der CSU: Barmherzigkeit hat ihre Grenzen. „Auch der Heilige Martin hätte sich schwer getan, seinen Mantel mit 10 000 zu teilen“, so der Vergleich, den der Kreisvorsitzende anstellte. Auch weil also die Startbahn laut Herrmann das einzige Papier (beziehungsweise die einzigen Aktenordner) sei, das zwischen ihn und Söder passte, bescheinigte der Minister dem MdL, dass auf dessen Karriereleiter auch noch „Luft nach oben“ sei. Und dann ging auch Söder auf das Thema Asylbewerber ein: Bei aller Hilfsbereitschaft (zwischen 2015 und 2018 gebe allein der Freistaat Bayern für die Unterbringung der Flüchtlinge neun Milliarden Euro aus), sei auch die Gerechtigkeit wichtig: „Bitte vergessen wir bei dem Thema die einheimische Bevölkerung nicht!“ – vor allem Rentner und Menschen, die ihr Leben lang in die Krankenkassensysteme eingezahlt hätten, dafür aber auch nicht mehr an Leistungen erhielten als Flüchtlinge. Söder, der für seine Aussage, die Türkei dürfe nach CSU-Auffassung kein EU-Mitglied werden, viel Applaus erhielt, kritisierte die Haltung der Bundesregierung im Fall des Satirikers Jan Böhmermann: Statt Erdogan und der Türkei in ihrer Klage gegen das Gedicht Recht zu geben, hätte er erwartet, dass sich die Bundesrepublik „zuerst einmal hinter seinen Bürger stellt, der brav seine Steuern zahlt“. Söders Einstellung zu Burka und anderen Verschleierungen ist auch klar: Er sei ja in Modefragen „sehr offen“, aber Burka & Co. seien eine „bewusste Abgrenzung“. Das dürfe man gerne überall machen, „aber nicht in Deutschland“. Und dann war da noch etwas, was den Heimatminister ärgerte – und die Zuhörer beim Erntedankfest auch: „Wer Urlaub vom Asyl in seinem Heimatland macht, der kann auch gleich dort bleiben."

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