Kinder wippen und schaukeln auf einem Spielplatz.
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Wippen und schaukeln - wie hier in Geretsried - oder doch lieber einen Fitnessparcours? Jetzt sollen in Kirchdorf die Bürgerinnen und Bürger entscheiden, was an der Hirschbachstraße entstehen soll. (Symbolbild)

Gemeinderäte uneins, was an der Hirschbachstraße entstehen soll

Spielplatz oder Fitness-Parcours: Eine Umfrage unter den Bürgern in Kirchdorf soll Klarheit bringen

Ein Fitnessparcours oder doch ein klassischer Kinderspielplatz? Diese Frage beschäftigte den Kirchdorfer Gemeinderat in der ersten Sitzung nach der Sommerpause.

Kirchdorf - Darum geht es: Im Bebauungsplan Hirschbachstraße wurde ein Grundstück als öffentliche Grünfläche mit Spielplatz ausgewiesen. Diese Vorgabe wurde, so der Sachverhalts-Bericht, bis heute allerdings nicht umgesetzt. Die Verwaltung schlägt vor, dort einen sogenannten Fitnessparcours zu errichten, da es aufgrund des großen Spielplatzes am Pfarrhof und eines Spielplatzes am Rathaus eigentlich keinen weiteren Bedarf gebe. Größtenteils ist das Baugebiet inzwischen derart bebaut, dass Bürgermeister Uwe Gerlsbeck (CSU) einen deutlichen und zügigen Bedarf zum Handeln sieht. Bei der Sitzung am Dienstag wollte nun Gerlsbeck von seinen Räten folgendes wissen: „Was wollen wir haben?“ Finanzielle Mittel müssten nämlich dann im kommenden Haushalt eingestellt werden.

Anton Pittner (CSU/FW) hatte sich bereits im Vorfeld Gedanken gemacht und einige „Sachen angeschaut, die möglich wären“. Sein Vorschlag: Die Anwohner nach dem Bedarf und den Wünschen befragen und nach dem Ergebnis weitere Schritte im Gremium planen. Denkbar wäre für Pittner beispielsweise ein Gemeinschaftsprojekt von Kommune und Bürgern mit Eigenleistungen.

Das Grundstück selbst wäre für einen Fitnessparcours eher ungeeignet, meinte Albert Steinberger (CSU/FW). Diese Meinung teilte auch der Rathaus-Chef, denn Outdoor-Fitnessgeräte könnten seiner Befürchtung nach zu nächtlichen Störungen führen. Da macht dann einer Klimmzüge, ratscht und trinkt nebenbei ein „Bierle“, so Gerlsbeck.

Einen Platz, der „erlebbar wird“, wünschte sich hingegen Elisabeth Hörand (CSU/FW) – ähnlich wie das Areal in Helfenbrunn, das sogar Familien aus Zolling und Palzing nutzen würden. Für einen reinen Spielplatz sieht Hörand aber keinen Bedarf, auch weil Kirchdorf bereits einen „sündteuren Spielplatz“ habe. Martin Heyne (Grüne) verwies allerdings auf den Bebauungsplan und dass Spielplätze grundsätzlich immer in Rufnähe der Anwohner sein sollten. „Ich habe starke Sympathien dafür, das zu machen was in einem Bebauungsplan steht“, betonte Heyne.

Gemeinderat will Umfrage persönlich starten

Pittner erklärte sich schließlich bereit, persönlich eine Umfrage zu starten – postalisch und von Tür zu Tür. Mit der Ideensammlung möchte er im Gremium wieder vorstellig werden, um dann weitere Vorgehensweisen zu diskutieren. Für Helmut Wildgruber (FWG) ist zudem wichtig, dass dafür ein bestimmter Zeitpunkt abgesteckt werde, damit die Kosten rechtzeitig in den Haushalt aufgenommen werden können. Gerlsbeck möchte aber auch die direkten Anwohner des Neubaugebiets befragt wissen, denn „Spielgeräte sorgen nicht immer für die größte Freude“ – lärmtechnisch.

Da der Fitnessparcours wohl grundsätzlich einmal für ältere Menschen gedacht gewesen sei, wollte Heyne das Thema nochmal aufgreifen. Dafür müsse laut Gerlsbeck aber erst ein geeigneter Platz gefunden werden, ähnlich einem Mehrgenerationenplatz. Da für eine Abfrage bei den Bürgern kein Beschluss nötig war, gab es auch keine Abstimmung.
Richard Lorenz

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