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Jeder machte begeistert mit: Die Gaststube beim Oberwirt war brechend voll, als die Amperthaler Sängerrunde zum Wirtshaussingen geladen hatte. Nächstes Jahr treffen sich alle Sänger auf der Hochtenne.

Wirtshaussingen in Kirchdorf

Sangesfreude und Herzenswärme

Zum vierten Mal hieß es beim „Oberwirt“ in Kirchdorf „Singen einmal anders – nicht im Chor“. Die Amperthaler Sängerrunde, hatte mit der Einladung wieder eine Punktlandung geschafft: Die Gaststube war zum Bersten voll. Und weil das Wirtshaussingen so großen Zulauf hat, wird das nächste im Herbst auf der Oberwirt-Hochtenne stattfinden.

Kirchdorf– Günther Frank moderierte das Wirtshaussingen und hatte immer auch einen Witz oder eine Anekdote auf den Lippen. Er sorgte damit für so manchen Schenkelklopfer in den kurzen Pausen zwischen den Gassenhauern, populären Oldies und traditionellen Volksliedern.

Peter Wondra (l.) und Martin Wagner gaben den Ton an, beim vierten Wirtshaussingen im Kirchdorfer „Oberwirt“.

Diese Pausen brauchte das Duo Martin Wagner und Peter Wondra dringend, denn die beiden Musikanten zupften, schlugen die Gitarre und spielten das Akkordeon immer mit höchstem Einsatz. Unter die hatten sich auch die Fußballer des SC Kirchdorf gemischt, die ihr Training extra um einen Tag verlegt hatten, um im Wirtshaus dabei sein zu können.

Peter Wondra und Martin Wagner hatten Liedtext-Mappen auf den Tischen ausgelegt, wohl wissend, dass die Sangesfreunde bei den einzelnen Stücken meistens die erste Strophe gut drauf hatten, dann aber froh waren, bei den weiteren Zeilen einen Spickzettel zu haben.

Recht kontrastreich gestaltete sich der musikalische Auftakt in der Wirtsstube. Auf „Wahre Freundschaft soll nicht wanken“ folgte „Wir lagen vor Madagaskar“ und schließlich der Lolita-Schlager „Seemann, lass das Träumen“. Dann ging’s in die Luft („Fliege mit mir in den Himmel hinein“ und „Über den Wolken“) und in den Wald („….da wo die Drossel singt“). Bei „Rote Lippen soll man küssen“ oder „Zwei kleine Italiener“ und „Marina“ da war das Auditorium textsicher und beklatschte sich zu Recht selber. Der Hymne des Bayerwalds („Mia san vom Woid dahoam“) fügen ja die Nicht-Waidler gerne eine vom Komponisten Ferdinand Neumaier im Jahr 1938 so nicht vorgesehene Schlussstrophen an – ganz zum Gaudium der jeweiligen Zuhörer.

Die musikalische Reise ging bis nach Mexiko und in die USA. John Denver, eigentlich Henry Deutschendorf, 1997 bei ein einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommener Countrysänger, hatte „Take Me Home, Country Roads“ quasi zu einer Hymne für den US-Staat Colorado gemacht. Im Kirchdorfer Wirtshaus schmetterten die begeisterten Sänger dieses Lied, als wären sie allesamt Amerikaner.

Der Abend hatte aber auch noch einen vorbildlichen Nebeneffekt. Die Musiker verzichteten auf ihre Gage, die Gäste sammelten für den Sozialkreis Kirchdorf rund 270 Euro, die vom Gitarristen Peter Wondra auf 300 Euro aufgestockt wurden.                                                       Heinz Mettig

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