Nachruf auf Benedikt Schuhbauer 

Kirchdorf verliert seinen Herbergsvater

Kirchdorf - Nach einem tragischen Bergunfall verlor Benedikt Schuhbauer sen. im Krankenhaus den Kampf gegen den Tod. Der Oberwirt, Herbergsvater und Rinderzüchter hinterlässt ein großes Loch in der Ampertalgemeinde Kirchdorf.

Ein tragischer Bergunfall nahe des Pürschling in den Ammergauer Alpen setzte dem Leben von Benedikt Schuhbauer, dem Oberwirt von Kirchdorf, ein jähes Ende. Im August dieses Jahres feierte der passionierte Jäger und Gastwirt im „Ruhestand“ seinen 70. Geburtstag.

Schuhbauer war zusammen mit einem einheimischen Berufsjäger auf der Südseite des Bergkamms Laubeneck-Teufelstättkopf zur Gamsjagd unterwegs gewesen. In der Nähe des Abzweigs nach Linderhof, eine gute Viertelstunde vom Pürschling entfernt, passierte es: Plötzlich rutschte Schuhbauer – bergerfahren und trittsicher – auf dem schmalen Weg aus, verlor das Gleichgewicht und stürzte südseitig etwa 50 Meter über steilstes schroffen und felsdurchsetztes Gelände ab. Schnell liefen umfangreiche Rettungsmaßnahmen an, bei denen zirka 70 Einsatzkräfte beteiligt waren. Schuhbauers Verletzungen waren indes so schwer, dass er nach Tagen im Krankenhaus diesen erlag. Besonders tragisch ist der Umstand, dass der passionierte Jäger ausgerechnet in der Ausübung seiner Leidenschaft sein Leben lassen musste.

Eine zweite Leidenschaft des ehemaligen Gastwirts war seine Galloway-Rinderzucht, der er sich mit großer Kenntnis und Zuwendung widmete. 1976 übernahm Benedikt Schuhbauer den Landgasthof Oberwirt in Kirchdorf vom Vater. Schon damals war das Wirtshaus weit über die Landkreisgrenzen hinaus ein Begriff. Der junge Wirt festigte diesen Ruf und baute ihn weiter aus, gemeinsam mit seiner Frau Christine. Der Oberwirt in Kirchdorf war (und ist) immer wieder Treffpunkt für politische und gesellschaftliche Prominenz – legendär sind die Besuche von Franz Josef Strauß in Kirchdorf, dessen Konterfei neben dem Kachelofen in der Gaststube hing. Die Amperthaler Sängerrunde ist seit vielen Jahren beim Oberwirt beheimatet, Benedikt Schuhbauer wurde hier liebevoll der „Herbergsvater der Sänger“ genannt.

Anfang 2007 hat Schuhbauer die Geschicke des Landgasthofes in die Hände seines Sohnes, wieder ein Benedikt, gelegt, der das Koch- und Metzgerhandwerk von der Pike auf gelernt und sich Erfahrung bei diversen Auslandsaufenthalten erworben hatte. Inzwischen führt der junge Gastronom mit seinen Schwestern Claudia und Silvia den Betrieb, der ein Landgasthof (mit Metzgerei) geblieben ist, aber Innovationen vorangetrieben hat – sehr zur Freude des Seniors.

Benedikt Schuhbauer war eine Kirchdorfer Größe, ist aber immer einer aus der Mitte der Bevölkerung geblieben. Seine christliche Überzeugung mag man daraus ersehen, dass er mit Freunden nicht nur einmal nach Altötting zu Fuß gepilgert ist. Kirchdorf hat mit Benedikt Schuhbauer viel zu früh eine Persönlichkeit verloren, von denen man sich in der heutigen Zeit gerne mehr wünschen würde.

Beerdigung

Die Beerdigung des Verstorbenen ist am Samstag, 5. November, und beginnt mit dem Gottesdienst um 10 Uhr in der Pfarrkirche St. Martin in Kirchdorf.

Heinz Mettig

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