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Kreisausschuss 

Klärungsbedarf in Sachen Turbokreisel

Höhere Kosten, mehr Aufwand: Der geplante Turbokreisel zwischen Schlüterareal und Clemensänger sorgt für nachdenkliche Mienen im Kreistag. Die neuen Erkenntnisse werfen Fragen auf.

Freising – Vor gut einem Jahr hat der Kreistag beschlossen, den Verkehrsknoten der Kreisstraßen FS 44/FS 45 mittels eines Kreisels, genauer: eines Turbokreisels zu ertüchtigen (wir haben berichtet). Für das Projekt zwischen Schlüterbrücke und dem Gewerbegebiet Clemensänger sowie der Anschlussstelle an die A 92 ist ein Planfeststellungsverfahren erforderlich, weswegen sich die Planer im Zuge der Fortschreibung des Projekts mit der Regierung von Oberbayern schon vorab getroffen haben. Was dabei herauskam, wurde nun dem Kreisausschuss vorgelegt. Die Kreisräte waren derart erschrocken über all die Neuerungen und noch offenen Fragen, dass sie vorerst keinen Auftrag erteilten, die Planungen weiter voranzutreiben. Erst will man Antworten auf viele Fragen.

Nicht nur, dass sich „Massenmehrungen“ beim erforderliche Grund und bei den Bauwerken ergeben, weil die Abbiegespur zur A 92 verlängert beziehungsweise die „Vorsortierung“ vor dem Kreisel großzügiger sein müsse. Nein, die Regierung fordert auch, dass der Pförrerhof mit Hilfe eines Brückenbauwerks angebunden werden müsse. Und dann gab es noch von Kreisrat Harald Reents (CSU) die Anregung, auch die Autobahnbrücke vierspurig auszubauen, um dort kein Nadelöhr zu erzeugen. Weitere offene Fragen bezogen sich auf die Radwege und deren Wegeführung.

Kurz: Fragen über Fragen, die die Kreisräte erst geklärt haben wollen, bevor sie über das Projekt weiter beschließen. Planer Robert Männling vom Planungsbüro SRP Schneider & Partner hat also viele Hausaufgaben zu erledigen.

Erschrocken waren die Kreisräte aber nicht nur über die offenbar notwendigen Planänderungen, sondern auch über die Kosten: Ursprünglich war man davon ausgegangen, dass die Maßnahme den Landkreis 2,5 Millionen Euro kosten werde. Weil Grunderwerb und Baukosten extrem steigen, müsste der Landkreis jetzt 4,8 Millionen Euro berappen. Sollte es im Laufe des weiteren Verfahrens keine Klagen geben, dann soll 2019 Baubeginn sein. Die Fertigstellung wäre dann ungefähr zeitgleich mit der Verkehrsfreigabe der Westtangente, so Tiefbauamtsleiter Andreas Kämper.

Apropos Westtangente. Toni Wollschläger (Grüne) kritisierte die Neuerungen mit ihrem wesentlich erhöhten Flächenverbrauch und bezeichnete das Projekt in dieser Form als nächstes falsches Signal nach der Westtangente. Benno Zierer (FW) gab Contra.

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