Trotz Besserung in der Haftanstalt

Knast-Verlängerung für brutalen Schläger

Landkreis – Kampfsport, Alkohol und eine unausgereifte Persönlichkeit ergeben mitunter eine gefährliche Mischung. Auf dem Heimweg von der Wiesn hat ein 20-jähriger Echinger im Oktober 2013 einen Fahrgast der S1 brutal verprügelt. Vor Gericht bekam er jetzt die Quittung.

Rund ein Jahr lang war es dem Echinger gelungen, unterzutauchen. Dann aber wurde er gefasst und verbüßt nun wegen früher Gewalttaten eine Haftstrafe von drei Jahren und vier Monaten. Gestern nun musste sich der 20-Jährige wegen gefährlicher Körperverletzung vor dem Amtsgericht Freising verantworten. Der 20-Jährige ist dem Gericht bestens bekannt. Der Echinger ist gestern das dritte Mal zu einer Vollzugsstrafe verurteilt worden. Verteidigung und Staatsanwaltschaft einigten sich relativ zügig, die derzeitge Haftstrafe um sechs Monate auf vier Jahre aufzustocken.

Der Echinger neigt dazu, völlig auszurasten. Er beleidigte, schlug und biss bereits Polizisten. Wenn ihm danach war, eine Zigartte zu rauchen, nahm er sich, wonach ihm verlangte – und prügelte seinen Opfer nieder, wenn er nicht bekam, was er wollte. Sogar mit einem Stein soll der 20-Jährige schon auf Opfer eingeschlagen haben.

An dem Mann, dem der 20-Jährige im Oktober 2013 in der S1 begegnete, missfielen ihm dessen Tätowierungen. Bilder einer Überwachungskamera zeigen einen Angeklagten, der – mit einem Blutalkoholwert von 1,8 Promille – brutal auf einen Mann eindrischt. Was soll sich nun seitdem geändert haben? Offenbar so ziemlich alles. Die erfahrene Mitarbeiterin der Jugendgerichtshilfe bescheinigte dem Angeklagten eine vollständige Kehrtwende um 180 Grad. In der Haft beteiligt er sich am Sucht-Programm, lässt sich zum Facharbeiter ausbilden. Sogar verlot hat er sich. Vater und Verlobte verfolgten den Prozess im Publikum.

Vor der Urteilsverkündung sagte der 20-Jährige, wie sehr ihm leid tut, was er seinem Opfer angetan habe. Ausdrücklich bedauerte er, dass der Geschädgte nicht zum Prozess erschien. Er hätte sich gern bei ihm entschuldigt.

Richter Schätz fiel es nicht leicht, es bei der Mindeststrafe von sechs Monaten zu belassen. Die Worte der Jugendgerichtshelferin überzeugten ihn aber anscheinend. Dennoch warnte er den Angeklagten. Noch eine Gewalttat und der 20-Jährige müsse mit einem Prozess vor dem Landgericht und Urteilen ab vier Jahren aufwärts rechnen. „Gerade in Verbindung mit Kampfsport ist irgendwann einer tot.“ Dann ist es auch mit vier Jahren nicht getan.

Rubriklistenbild: © dpa

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