Der Laubholzbock ist einer der gefährlichsten Baumschädlinge weltweit. Foto: Archiv

Der König der Schädlinge pirscht sich heran

Freising - Im Raum Feldkirchen schwärmen die Käferjäger aus: Der Asiatische Laubholzbockkäfer, einer der gefährlichsten Schädlinge weltweit, zerstört die Laubbäume. Noch blieb der Landkreis Freising verschont: „Gott sei Dank“, sagt Forstamtsleiter Alfred Fuchs.

„Die Schädlinge werden immer internationaler“, meint Alfred Fuchs. Der Leiter des Forstamts Freising erinnert hier an den Eichen-Prozessionsspinner - ein Falter, der „seuchenartig durch ganz Bayern“ zog, nachdem er sich an Autobahn-Raststätten von parkenden Lkw abgesetzt hatte. Seit einigen Jahren fürchtet man den Asiatischen Laubholzbock: Durch seine Eier, die mit beliebten Ahornvarianten aus dem asiatischen Raum eingeführt werden, jedoch auch durch seine Larven an Verpackungsmaterialien oder Paletten, wurde der gefährliche Schädling eingeschleppt. Und wenn er sich erst einmal ausgebreitet hat, bedeutet das hohe Kosten für betroffene Baumbesitzer.

In Feldkirchen bei München - die Gegend zählt zu einer der am stärksten befallenen Europas - sind derzeit Experten und freiwillige Suchtrupps unterwegs, um nach den kreisrunden Bohrlöchern mit rund einem Zentimeter Umfang Ausschau zu halten. Die entstehen, wenn der Käfer austritt. Davor hat er sich als Larve durch den Stamm gefressen und den befallenen Laubbaum von innen heraus komplett zerstört. „Alle Bäume müssten mehrfach im Jahr kontrolliert werden“, erklärt Fuchs - und zwar mit einem Fernglas, weil die Bohrlöcher meist nicht unten zu finden seien, sondern bei den ersten Ast-Vergabelungen. „Da werden Sie wahnsinnig“, sagt er über die Belastung, die solche Kontrollen für die Fachleute mit sich bringen. Denn immerhin müssten alle Hausgärten kontrolliert werden.

Für die Hausbesitzer ist ein Laubholzbockbefall ebenfalls ein Horroszenario: Bestätigt sich der Verdacht, dann müssen die Bäume schnellstmöglich gefällt werden - auf eigene Kosten. Im Anschluss werden die Bäume samt der eventuell eingeschlossenen Käfer verbrannt. Fuchs verweist hier auf den phytopathologischen Warndienst des Landesamts für Landwirtschaft: „Die würden so ein Problem schnell einkreisen.“ Aber: Bislang sei für den Landkreis Freising von einem Laubholzbockbefall „nichts bekannt“.

Das bestätigt auch Carolin Bögel von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft in Freising, die bei den Feldkirchener Fällen vor Ort war: „Für Freising ist überhaupt nichts bekannt. Es gibt nur den Fall bei Feldkirchen sowie einen bei Passau. Aber diese Käfer wandern nicht so weit.“ Bögel warnt vor Hysterie, denn „die Leute schicken uns schon Blattwanzen ein, weil sie diese für Laubholzböcke halten“. Gartenbesitzer sollten Ruhe bewahren. Die großen Ausbohrlöcher seien notfalls gut zu erkennen: „In Feldkirchen waren die Bäume von oben bis unten durchlöchert und abgestorben.“

Gut zu wissen

Mehr Infos zum Laubholzbock findet man unter www.lwf.bayern.de/waldbewirtschaftung/waldschutz/index.php.

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